10 goldene Regeln der Kindererziehung

Groß werden Kinder von ganz alleine - die Frage ist nur wie. Dass Erziehung meist kein Kinderspiel ist, erleben Eltern täglich. Die folgenden 10 Regeln der Kindererziehung könnten Eltern jedoch Anregungen und Orientierung bieten.

Kindererziehung Kindererziehung ist kein Kinderspiel, doch es gibt kleine Orientierungshilfen. (Foto by: CITAlliance / Depositphotos)

1. Dem Kind Zeit geben

Man sollte zwischen Fördern und Überfördern eine Balance finden: Kinder brauchen freie, unverplante Zeit um sich zu entwickeln. Montags turnen, Dienstags Frühenglisch, Freitags Chor - so sieht der Alltag vieler Vorschulkinder aus. Was gut gemeint ist, überfordert viele Kinder. Sie brauchen Zeit, um selbst kreativ zu werden und auch einmal nichts zu tun. Die besten Ideen entstehen oft aus Langeweilephasen heraus.

2. Nicht jedes Kind ist gleich

Die Entwicklung eines Kindes lässt sich nur bedingt von außen beeinflussen: Natürlich kann man ein Kind geistig herausfordern, indem man sich viel mit ihm beschäftigen und geeignetes Spielmaterial anschafft. Trotzdem wird der Nachwuchs nicht schneller laufen oder sprechen lernen. Gerade die motorische Entwicklung verläuft nach einer Art innerem Ablaufplan, der bei jedem Kind unterschiedlich aussieht.

3. Das Bauchgefühl

Intuition ist angesagt: Expertentipps, Erziehungsratgeber und der Druck auf Kinder und Eltern allen Anforderungen des Alltags gerecht werden zu müssen kann Familien belasten. Es wird immer Leute geben die einem sagen wie man es besser machen sollte. Viele Ratschläge sind gut erforscht und gut gemeint, dennoch zählt immer auch die Einschätzung der Eltern. Das eigene Kind kann mit zwei Jahren noch nicht sprechen? Völlig egal! Dafür wird es andere Stärken entwickeln und das Sprechen kommt schon noch irgendwann.

4. Den Medienkonsum regulieren

Die Nutzung von Medien gehört in vielen Familien zum Alltag. Doch die Folgen für Kinder werden nach wie vor unterschätzt. Selbst viele für Kinder konzipierte Sendungen und Spiele überfordern die Kleinen und sie haben Probleme, das Gesehene zu verarbeiten. Das kann die soziale und emotionale Entwicklung nachhaltig beeinflussen - im negativen Sinn. Daher gilt: Der Fernseher ist kein Babysitter.

5. Zeit-Ressourcen im hektischen Alltag schaffen

Gemeinsam essen, im großen kuscheln, zusammen faul sein - im hektischen Alltag bleibt oft wenig Zeit für ruhige Familienaktivitäten. Dem sollte man entgegenwirken, denn so stärkt man das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Familie und die Kinder fühlen sich geborgener und entspannter.

6. Strafen durch logische Konsequenzen ersetzen

Häufig besteht für die Kinder kein nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen einer Strafe und dem „Vergehen“ des Kindes. Es macht keinen Sinn, Zuspätkommen mit Fernsehverbot zu bestrafen. Das Kind kann derartige Sanktionen nicht verstehe und es fällt ihm schwer, diese anzunehmen. Allgemein sollte man von dem Gedanken von "Bestrafung" unbedingt ableiten. Man will dem Kind schließlich helfen Konsequenzen zu verstehen, nicht ihm Leid zuzufügen.

7. Rituale geben Kindern Sicherheit

Beziehung Kind Für Kinder ist es besonders wichtig, dass Eltern es so annehmen, so wie es ist und es akzeptieren. (Foto by: alenkasm / Depositphotos)

Wiederkehrende Rituale sind wichtig für Kinder, weil sie ihnen Orientierung geben und den Alltag strukturieren. Zudem helfen sie Familien, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Feste Rituale vor dem Schlafengehen helfen Kindern, die Ereignisse des Tages besser zu verarbeiten und schneller einzuschlafen.

8. Erziehung mit liebevoller Konsequenz

Kinder brauchen Regeln und fordern immer wieder ein, dass ihnen Grenzen aufgezeigt werden. Das bedeutet nicht, dass Sie keine Kompromisse eingehen dürfen. Man tut sich und dem Kind jedoch keinen Gefallen, wenn man sich zu nachgiebig zeigt - Kinder, die immer ihren Willen durchsetzen wollen, stoßen früher oder später auf Probleme in der Schule und in der Gesellschaft.

9. Eltern sollten Vorbild sein

Natürlich muss man sich nicht verstellen. Trotzdem sollten Sie sich immer darüber bewusst sein, dass Sie eine wichtige Vorbildfunktion für Ihr Kind haben - im negativen wie im positiven Sinn. Man sollte nie unterschätzen wieviel Einfluss man auf die eigenen Kinder ausübt, selbst dann, wenn man glaubt, dass diese es nicht mitbekommen.

10. Das Kind so annehmen wie es ist

Es wird immer wieder Phasen geben, in denen man das eigene Kind nicht verstehen kann, oder in denen es zu Streitigkeiten und Konflikten kommt. Das ist normal. Trotzdem sollte man den Kindern immer mit Wertschätzung begegnen und ihnen signalisieren, dass man sie trotz kleiner Fehler und Probleme immer noch liebt. So fühlt es sich angenommen, gestärkt und kann persönliche Krisen auch im Erwachsenenalter besser überwinden.


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Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 15.10.2014
Überarbeitet am: 11.09.2020

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