Geschwisterstreit

Geschwisterstreit ist in einer Familie mit zwei oder mehr Kindern etwas ganz Normales. Vermeiden lässt er sich nicht, er ist sogar wichtig für die Entwicklung. Eines sollten Eltern nicht tun, wenn ihr Nachwuchs sich streitet: diese Streitereien persönlich nehmen.

GeschwisterstreitEltern sollten sich in den Streit ihrer Kinder nicht einmischen. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Streitigkeiten unter Geschwistern sind normal

Unabhängig von der Geschwisterkonstellation kommt es im Alltag immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Geschwistern. Für die Kinder ist dieses Streiten eine wichtige Erfahrung und eine gute Vorbereitung auf das spätere Leben, denn im sicheren Hafen der Familie lernen die Kinder, eine vernünftige Streitkultur zu entwickeln und Lösungen für Konflikte zu finden. Diese Erfahrungen sind von unschätzbarem Wert, wenn die Kinder größer werden und die Zahl sozialer Kontakte zunimmt (und somit auch die Gefahr von Konflikten oder Meinungsverschiedenheiten).

Verschiedene Gründe

Worüber die Geschwister streiten, ist so vielfältig wie der Familienalltag. Da wird um ein Spielzeug gestritten, es wird gestritten, wenn ein Geschwister in den Augen des anderen „falsch“ spielt, es wird um Kleidung, Essen, das gemeinsame Fahrrad und vieles mehr gestritten. Wenn ein Kind in Ruhe spielen möchte, und das andere derweil den Kasper spielt, kommt es ebenfalls zu Reibereien. Oft streiten Kinder auch nur, um die Aufmerksamkeit von Mutter oder Vater zu erlangen und zu testen „zu wem hält sie/er jetzt, zu mir oder zu dem kleinen Bruder“?

Eltern sollten sich nicht einmischen

Wenn Kinder streiten, sollten Eltern vorerst versuchen, sich gar nicht einzumischen. Nur wenn es zu Handgreiflichkeiten kommt, müssen Eltern natürlich einschreiten. Sind die Kinder noch sehr klein, kann nachgehakt werden, was das Problem ist und durch Fragen an die Kinder Lösungen zu suchen.

GeschwisterDer Streit unter Geschwistern ist für die Entwicklung der Kinder sogar wichtig. (Foto by: altanaka / Depositphotos)

Als Beispiel: Der eine Bruder spielt mit dem roten Bagger des zweiten Bruders, der andere kommt und will genau diesen roten Bagger haben. Es kommt zum Streit. Nun könnte die Mutter das Kind, welches gerade im Besitz des Baggers ist, fragen: „Wenn du jetzt mit Tims Bagger spielst, was gibst du ihm dafür von deinen Spielsachen?“ In den meisten Fällen gehen Geschwister auf derartige Vorschläge ein und spielen danach friedlich miteinander. Kommt es jedoch zu keiner Lösung, ist es oft sehr wirksam, wenn das begehrte Spielzeug für eine Weile aus dem Verkehr gezogen wird. Eltern sollten in solchen Situationen ruhig und besonnen bleiben und für niemanden Partei ergreifen.

Dasselbe gilt, wenn es zwischen Geschwistern unterschiedlichen Alters zu Streit und Handgreiflichkeiten kommt. Nicht immer sind die Nesthäkchen unschuldig an der Misere, werden aber allzu oft von den Erwachsenen in Schutz genommen, während die Großen bestraft werden. Besser ist es, alle Beteiligten zu fragen, was denn eigentlich genau vorgefallen ist und dann zu versuchen, den Streit beizulegen.

Konstruktiven Lösungen suchen

Je neutraler sich Eltern in Streitsituationen verhalten und je öfter sie gemeinsam mit den Kindern nach konstruktiven Lösungen suchen, um so früher gelingt es den Kindern, ihre Meinungsverschiedenheiten selbständig und friedlich auszutragen.


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