Wissenswerte Tipps für gesunde Kinderfüße

Der Entwicklung von Kinderfüßen wird häufig nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei haben sie diese nötig. Schließlich sollen die unteren Extremitäten den Körper tragen und dies ein ganzes Leben lang. Nur wenige Fußfehlstellungen sind angeboren, die meisten entstehen im Laufe der kindlichen Entwicklung. Ursächlich sind zu wenig oder eine falsche Belastung beziehungsweise der Kauf von ungeeignetem Schuhwerk. Was Eltern zur Gesundheit der Füße ihres Kindes beitragen können, erklärt der nachfolgende Artikel.

gesunde KinderfüßeEltern können so einiges zur Fußgesundheit ihrer Kinder beitragen. (Foto by: pressmaster / Depositphotos)

Die Füße richtig belasten

Zu Recht sind Eltern stolz auf die Entwicklung ihres Kindes. Es ist eine Freude, den Kleinen dabei zuzusehen, wie sie wachsen, wie sie das Krabbeln erlernen und die ersten Worte formen. Doch leider scheinen die Erziehungsberechtigten häufig in einem Wettstreit miteinander zu stehen. Nicht selten hört man Sätze wie: Mein Kind kann schon sitzen. Mein Kind kann schon laufen. Dabei ist das frühzeitige Einnehmen der aufrechten Haltung der Gesundheit des Bewegungsapparats nicht unbedingt förderlich.

Im Krabbelalter sind die Knochen der Kinder noch sehr weich. Werden sie überlastet, können sie sich deformieren. Wer also glaubt, er würde die Entwicklung des Kindes unterstützen, indem er es so zeitig wie möglich auf die Füße stellt, der irrt. Ist der Organismus so weit gereift, dass er das Körpergewicht tragen und balancieren kann, zeigt das Kind von allein den Drang aufzustehen.

Falsch wäre es jedoch auch, die Füße überhaupt nicht zu fordern. Sie müssen bewegt werden, damit sich die Muskeln gleichmäßig entwickeln. Nur bei einer starken Fußmuskulatur erfolgt eine gleichmäßige Verteilung des Körpergewichts auf die Gelenke. Hilfreich sind beispielsweise Greifübungen mit den Zehen oder gymnastische Übungen, die auf spielerische Art durchgeführt werden.

Die Füße nicht zu früh in Schuhwerk zwängen

Damit sich die Füße ausreichend bewegen können, benötigen sie eine gewisse Freiheit. Diese ist eingeschränkt, wenn sich die Füße in engen Strümpfen und in Schuhen befinden. Lässt es die Umgebungstemperatur zu, sollten die Füße unbekleidet bleiben. Doch Vorsicht! Kalt werden dürfen die Füße nicht, sonst ist meist eine Erkältung vorprogrammiert. Zum Wärmen der Füße eignen sich weiche und ausreichend lockere Strümpfe, die aber nicht rutschen sollen. Nach Möglichkeit besitzen sie kein Bündchen. Dieses würde den Blutfluss behindern.

Der frühzeitige Schuhkauf ist eine unnötige Geldausgabe und zudem keine Invesition in die Gesundheit der Kinderfüße. Je häufiger Kinder barfuß über den Teppich und über andere Untergründe gehen, desto mehr wird die Sensorik ihrer Füße angesprochen. Dies ist sehr wichtig für ein ergonomisches Gangbild und für das lockere Fortbewegen.

Kinderschuhe sollten lediglich zum Schutz der Füße angeschafft werden. Sie halten Kälte sowie starke Verschmutzungen von den Füßen fern. Außerdem schützen ihre Sohlen vor Verletzungen. Als modisches Accessoire sollten Kinderschuhe keine Bedeutung haben.

Die richtigen Kinderschuhe kaufen

KinderschuheBeim Kauf von Kinderschuhen gilt es einige Punkte zu beachten. (Foto by: belchonock / Depositphotos)

Niemals gebrauchte Schuhe

Kinderschuhe sind nicht billig. Daher kaufen einige Eltern sie in gebrauchtem Zustand. Davon ist abzuraten. Jeder Kinderfuß entwickelt eine eigene Anatomie. Das Fußbett des Schuhs passt sich dieser an. Ein gebrauchter Schuh sitzt an einem fremden Fuß nur unzureichend. Insbesondere Schuhe von Kindern mit Fußfehlstellungen wirken sich negativ auf die Fußgesundheit der nachfolgenden Schuhbesitzer aus.

Viele neuartige Kinderschuhe besitzen stützende Elemente und Polsterungen, die Stöße absorbieren. Das kann hilfreich sein, wenn das Kind an einer angeborenen Fußfehlstellung leidet. Ansonsten ist weniger mehr.

Werden die Füße zu stark gestützt, brauchen die Muskeln der Füße nicht mehr zu arbeiten, um das Gewicht auszubalancieren. Sie verkümmern. In der Folge entwickeln sich Knick-, Spreiz- und Senkfüße, die das Kind ein Leben lang belasten.

Gute Kinderschuhe besitzen ein atmungsaktives Fußbett, das eine geringe bis mittelmäßige Polsterung aufweist. Das Obermaterial sollte aus Leder oder Leinen bestehen, damit die Entwicklung des Schweißfußes vermieden wird. Auf diese Weise lässt sich Hauterkrankungen vorbeugen.

Schuhe vor dem Kauf von den Kindern anprobieren lassen

Kinderschuhe dürfen weder zu lang noch zu kurz sein. Sie müssen außerdem in der Weite passen. Daher sollten sie nach Möglichkeit im Schuhgeschäft anprobiert werden. Dort stehen auch Möglichkeiten zur Verfügung, die Füße exakt auszumessen. Einen Daumen breit sollten die Füße bis zu den Schuhspitzen Platz haben.

Vor dem Kauf erhält das Kind die Gelegenheit, die Schuhe eine Weile zu tragen. Erst dann nämlich zeigt sich, ob diese nirgendwo scheuern. Sitzt der Schuh nicht optimal, wird er nicht gekauft. Das Kind würde später über Blasen an den Füßen klagen.

Der richtige Umgang mit Fußfehlstellungen

Viele Kinder entwickeln in der Vorschulzeit einen leichten Senk- oder Spreizfuß. Das ist normal und unbedenklich. Gerade in dieser Phase ist es sehr wichtig, die Füße regelmäßig zu trainieren. Dann ist die Muskulatur stark genug, die Fehlstellung auszugleichen.

Orthopädische Einlagen beziehungsweise Schuhe mit speziellen Stützen werden heutzutage erst empfohlen, wenn sich die Fußfehlstellung trotz einer physiotherapeutischen Behandlung nicht bessert. Korrigierende Operationen sind nur äußerst selten und in sehr schweren Fällen notwendig. In jedem Organismus schlummern Selbstheilungskräfte, die häufig nur aktiviert werden müssen.

Die Füße regelmäßig pflegen

Die regelmäßige Fußpflege ist nicht nur Erwachsenen vorbehalten. Auch Kinderfüße wollen gepflegt werden. Wichtig ist beispielsweise das Kürzen der Fußnägel, wobei diese gerade abzuschneiden sind. Sonst wachsen sie an den Ecken in die Haut ein.


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