Die richtige Intimpflege

Zur täglichen Körperhygiene zählt auch die gründliche Reinigung und Pflege des Intimbereichs. Da es sich beim Intimbereich um Körperstellen handelt, die meistens dauerhaft feucht und warm sind, kann es dort besonders schnell zu Infektionen kommen, wenn sich Erreger dort ungehindert ausbreiten können. Dies kann nur durch eine gute Intimpflege verhindert werden. Unser Körper verfügt aber auch über eine eigene Abwehr: so werden Keime auch durch den natürlichen Säureschutzmantel des Körpers abgewehrt oder bekämpft. In diesem Säuremantel herrscht ein so niedriger pH-Wert, dass Keime dort nur schwer überleben können.

Frau Pflege IntimbereichAuch die richtige Unterwäsche aus Baumwolle sorgt dafür, dass Frau sich rundum wohl fühlt. (Foto by: dashek / Depositphotos)

Wasser und andere Reinigunsprodukte

In jedem gut sortierten Drogeriemarkt findet sich inzwischen eine eigene Abteilung für Intimpflegeprodukte. Dort sind zahlreiche verschiedene Produkte zu bekommen, die speziell zur Reinigung und Pflege des Intimbereichs entwickelt wurden.

Viele Menschen stellen sich deshalb die Frage, ob es tatsächlich nötig ist, solche speziellen Produkte zu benutzen oder ob es völlig ausreichen ist, normale Duschgele oder Seifen auch für den Intimbereich zu verwenden.

Grundsätzlich raten Experten dazu, es mit der Reinigung an solch empfindlichen Körperstellen wie dem Intimbereich nicht zu übertreiben. Eigentlich ist die Reinigung mit klarem Wasser völlig ausreichend, viele Menschen haben aber dennoch das Bedürfnis, dort auch Seife oder andere Reinigungsmittel zu verwenden. Wer nicht auf Reinigungsprodukte verzichten möchte, sollte darauf achten, dass die Produkte folgendes aufweisen:

  • parfümfrei
  • keinen Alkohol enthalten
  • pH-neutral

Diese Eigenschaften verhindern, dass der natürliche Säureschutzmantel des Intimbereichs angegriffen wird. Produkte, die speziell zur Reinigung des Intimbereichs entwickelt wurden, haben meist diese Eigenschaften.

Aber es ist trotzdem nicht notwendig, unbedingt solche Produkte zu kaufen – auch andere Körperreinigungsmittel gibt es mit entsprechender Zusammensetzung. Denn auch für die anderen Körperbereichen ist eine milde Reinigung sehr zu empfehlen.

Intimsprays und Intimdeodorants

Von Produkten wie Intimsprays bzw. Intimdeodorants, die unangenehme Gerüche überdecken sollen, ist allerdings komplett abzuraten. Diese sind nicht nur völlig unnötig, sondern können schlechten Geruch sogar noch verstärken, je nachdem wie sie mit den Duftdrüsen im Intimbereich reagieren.

Salben und Cremes sind ebenfalls nicht zu empfehlen. Der Intimbereich ist so ausgestattet, dass die Feuchtigkeit automatisch reguliert wird. Dieser körpereigene Vorgang kann durch direktes Zuführen von Feuchtigkeit gestört werden.

Richtig reinigen

Neben den richtigen Produkten ist aber auch der Reinigungsvorgang an sich sehr wichtig:

  • Auf Waschlappen oder andere textile Reinigungstücher sollte verzichtet werden. Diese nehmen Keime auf und verteilen Sie über den Körper.
  • Besser ist es deshalb, nur die Hände für die Reinigung des Intimbereichs zu benutzen. Dabei sollte aber auch nicht stark gerieben werden.
  • Die Haut im Intimbereich ist sehr empfindlich und kann sehr schnell Schäden erleiden. Auch wenn diese nur oberflächlich sein sollten, können dort Keime sehr einfach eindringen und Probleme verursachen.
  • Wenn Reinigungsmittel verwendet werden, sollte diese nur oberflächlich angewandt werden. Das bedeutet bei Frauen hat eine Seife oder ein Reinigungsgel nichts zwischen den inneren Schamlippen verloren, Männer sollten damit unter der Vorhaut vorsichtig sein und dort im Zweifel nur klares Wasser verwenden. Dabei ist es unerheblich ob es sich bei dem Reinigungsprodukt um ein herkömmliches Mittel handelt, oder um eines, das speziell zur Intimpflege angeboten wird.
  • Selbstverständlich sollte sein, dass sämtliche Reinigungsprodukte sehr gründlich abgewaschen werden sollten. Rückstände können zu Reizungen und im schlimmsten Fall zu Entzündungen des Intimbereichs führen.

IntimpflegeDie richtige und regelmäßige Reinigung in Intimbereich ist wichtig, um Infektionen zu vermeiden. (Foto by: sborisov / Depositphotos)

Intimrasur

Für viele Menschen gehört heutzutage auch die Intimrasur direkt zur Intimpflege. Dagegen ist nichts einzuwenden, entgegen mancher Meinungen erhöht das fehlende Schamhaar die Infektionsgefahr für verschiedene Krankheiten nicht.

Eine falsche Intimrasur kann diesen empfindlichen Körperbereich aber schädigen. So ist von Trockenrasur absolut abzuraten, weil dabei die Haut zu sehr gereizt wird.

Folgendes sollte beachtet werden:

  • Am besten sollte immer eine Nassrasur erfolgen, die mit einer frischen Klinge durchgeführt wird.
  • Dabei sollte immer in Wuchsrichtung der Haare rasiert werden um Entzündungen der Haarwurzeln zu vermeiden.
  • Nach der Rasur sorgt eine beruhigende Lotion dafür, dass die gereizte Haut sich wieder regenerieren kann.

Von Enthaarungscremes im Intimbereich raten Experten dringend ab. Die chemische Zusammensetzung könnte die empfindliche Haut nachhaltig schädigen. Auch wenn es sich um Produkte handelt, die speziell für die Bikinizone ausgewiesen wurden.

Weniger ist im Intimbereich mehr - es sollten so wenig wie möglich Produkte mit der Haut in Berührung kommen.

Unterwäsche

Zur täglichen Intimpflege gehört aber auch das regelmäßige Wechseln der Unterwäsche: einmal täglich sollte frische Unterwäsche angezogen werden, sonst bilden sich optimale Nährböden für Bakterien und sonstige Krankheitserreger. Baumwolle ist synthetischen Fasern vorzuziehen, denn diese lässt die Haut atmen.


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