Gesunde Erdnuss: Herkunft, Inhalsstoffe, gesundheitliche Wirkung und Risiken

Erdnüsse besitzen mit ihren 570 Kilokalorien auf 100 Gramm einen vergleichsweise hohen Energie-Gehalt, sind aber – wider Erwarten – äußerst gesund, wenn sie nicht in rauen Mengen verzehrt werden.

ErdnüsseErdnüsse sind in Maßen genossen wahre Kraftpakete und sehr schmackhaft. (Foto by: NatashaBreen / Depositphotos)

Steckbrief der Erdnuss

Herkunft

Die Erdnuss (Arachnis hypogaea) wird auch Kamerun-, Aschanti- oder Arachnis-Nuss genannt und stammt ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika. Erdnüsse werden seit mindestens 5000 Jahren von Menschen kultiviert, was archäologische Ausgrabungen im Huarmey-Tal in Peru zeigen konnten. Heutige Hauptanbaugebiete sind Nord- und Südamerika, Indien, Westafrika und China.

Familie/Gattung

Erdnüsse werden heute wegen ihrer ähnlichen Beschaffenheit und ihren typischen Inhaltsstoffen irrtümlich zu den Nüssen gezählt, jedoch gehören sie entgegen ihrem Namen zu den Hülsenfrüchten und sind mit Erbsen- und Bohnen-Arten verwandt. Was sie von anderen Hülsenfrüchten unterscheidet ist, dass die Erdnüsse auch roh ohne Probleme gegessen werden können.

So wie ihre verwandten Arten ist auch die Erdnuss eine einjährige Pflanze, die etwa 10 bis 80 Zentimeter in die Höhe wachsen kann. Die behaarte Pflanze sieht recht unscheinbar aus und auch ihre Blüten, die etwa von Mai bis August blühen, sind sehr klein. Der Name „Erdnuss“ weist schon darauf hin, dass die Früchte der Erdnuss-Pflanze unter der Erde wachsen.

Saison

Die Früchte der Erdnuss reifen im Juli bis September und befinden sich in einer gelblich-braunen Hülle, die mit einem netzartigen Muster versehen ist und kommen meist paarweise vor.
 
Die Samen sind in der Fruchthülle durch ein weiteres rotes Häutchen geschützt, dass wie der Samen auch zahlreiche gute Inhaltsstoffe enthält, aber oft etwas bitter schmeckt.
 

Inhaltsstoffe

Die schmackhaften Erdnüsse bestehen zu einem großen Teil aus Fetten (gesunde Fettsäuren), Proteinen, Kohlehydraten und Ballaststoffen, was Erdnüsse zu einer wertvollen Protein-Quelle nicht nur für Vegetarier und Veganer macht.

Mineralstoffe

Die Hülsenfrüchte enthalten zahlreiche wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente, was die Erdnuss zu einem äußerst gesunden Lebensmittel macht.
 
Erdnüsse enthalten beispielsweise hochgerechnet auf 100 Gramm folgende Mineralien:
  • Eisen (2,26 mg)
  • Kalium (658 mg)
  • Phosphor (358 mg)
  • Magnesium (176 mg)
  • Kalzium (54 mg)

So kann ein Erwachsener über die Hälfte seines täglichen Magnesium-Bedarfs mit 100 Gramm Erdnüssen decken.

Spurenelemente

Auch folgende Spurenelemente sind in den Hülsenfrüchten zu finden:
  • Mangan (2,08 mg)
  • Zink (3,3 mg)
  • Kupfer (0,67 mg)
  • Selen (7,5 µg)

Vitamine

Zudem enthalten Erdnüsse zahlreiche Vitamine wie Vitamin B2 - Riboflavin (0,1 mg), Niacin (13,53 mg), Vitamin B5 - Pantothensäure (1,4 mg), Pyridoxin (0,26 mg), Vitamin B1 - Thiamin (0,44 mg), Vitamin B9 - Folsäure (145 µg), Vitamin E (6,93 mg).

Aminosäuren

Ebenso enthält die Frucht wertvolle Aminosäuren wie Arginin (2,83 g) und Tryptophan. Tryptophan wird vom Körper zur Serotonin-Ausschüttung gebraucht und sorgt so für einen ausgeglichenen Schlaf.

Erdnüsse sind gesund

Die zahlreichen gesunden Inhaltsstoffe der Erdnuss zeigen, dass man diese keinesfalls als „Fettmacher“ verteufeln darf.  Erdnüsse sind also äußerst vielfältig und in Maßen genossen sehr gesund. Der ausgeglichene Vitamin- und Mineralstoff-Mix kann durch die guten Fette der Erdnuss besonders gut vom menschlichen Körper aufgenommen und optimal verwertet werden.

Proteinquelle

Darüber hinaus sind Erdnüsse eine reichhaltige Quelle für wichtige Proteine in der Nahrung. Viele Profi-Sportler und mittlerweile auch Amateur-Sportler verzehren aus diesem Grund eine Handvoll Erdnüsse vor oder nach der sportlichen Betätigung, um ihren hohen Bedarf an Eiweiß decken zu können.

Gesundes Erdnussöl

Darüber hinaus hat auch die Inhaltsstoffe des Erdnuss-Öls einen gesundheitlichen Mehrwert, da das reichhaltige Öl viele gesunde Fetten und Aminosäuren besitzt.
 
Hinzu kommt, dass Erdnuss-Öl sehr hohe Temperaturen vertragen kann, weshalb es sich hervorragend zum Kochen und Braten eignet. Die gesunden Inhaltsstoffe gehen durch den Hitze-Prozess nicht verloren und werden gut vom Körper aufgenommen.

Wichtiges Vitamin E

Erdnüsse sind zudem reich an Vitamin E, welches über die Nahrung aufgenommen, freie Radikale einfangen und äußerlich in Cremes oder sogar pur angewendet zur Zellerneuerung und Faltenreduzierung beitragen kann.

Gut für das Herz

Zudem gelten auch die Fette der Hülsenfrucht als sehr gesund. Sie tragen dazu bei, die Blutfett-Werte zu regulieren, die Elastizität der Blutgefäße zu erhöhen und können laut verschiedenen Studien die Cholesterin-Werte senken.
 
So können Erdnüsse das Risiko senken, an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken und mindern somit die Gefahr einen Herzinfarkt zu erleiden.
 
Wichtig ist, dass Erdnüsse nicht zu stark beziehungsweise gar nicht gesalzen verzehrt werden, da ein hoher Natrium-Gehalt das Krankheitspotenzial wieder erhöhen kann.

Hilfreich bei einer Diät

Auch als Snack zwischendurch kann eine Handvoll Erdnüsse helfen, den Hunger während einer Diäten bei Übergewicht zu zügeln.
 
Darüber hinaus können Erdnüsse den Körper während dieser Zeit mit wichtigen Vitalstoffen und Antioxidantien versorgen.

Gesunde Verdauung

Die in der Erdnuss enthaltenen Ballaststoffe wirken sich darüber hinaus positiv auf eine geregelte Verdauung aus.

Am besten mit Schale verzehren

Dabei stecken besonders viele der gesunden Ballaststoffe in der roten, papierähnlichen Samen-Schale der Erdnuss. Diese sollte man also bei dem Verzehr von ganzen Erdnüssen nicht entfernen, sondern – trotz ihres manchmal bitteren Beigeschmacks – mitessen.
 
Zudem regen die Bitterstoffe in der roten Samen-Schale die Produktion von Magen- und Gallensaft und können somit zusätzlich zu einer geregelten Verdauung beitragen.

Gesundheitliche Gefahren

gesunde ErdnüsseErdnüsse versorgen den Körper mit wichtigen Nährstoffen. (Foto by: tycoon / Depositphotos)

Allergierisiko

Erdnüsse bergen im Vergleich zu anderen Hülsenfrüchten und Nüssen ein erhebliches Allergie-Potenzial und können für Allergiker nicht selten zu einer tödlichen Gefahr werden. Mit etwa einem Prozent der Bevölkerung ist der Anteil der Menschen mit einer Allergie gegen bestimmte Inhaltsstoffe der Erdnuss relativ hoch.
 
Die Hülsenfrüchte haben wegen ihrer zahlreichen Erdnuss-Allergene ein hohes Potenzial allergische Symptome auszulösen. Dabei gehört die Allergie gegen Erdnüsse zur Nahrungsmittel-Allergie des Typs I, also dem Sofort-Typ, und ist die häufigste Nahrungsmittel-Allergie beim Menschen.
 
Das bedeutet, dass Symptome wie Atemnot, Nesselsucht oder das Anschwellen von Mund und Augen sofort bei oder nach dem Verzehr von Erdnüssen auftreten.
 
Bereits geringe Spuren können bei einigen Betroffenen einen anaphylaktischen Schock auslösen, weshalb diese auch geringste Mengen an Erdnuss-Spuren in Nahrungsmitteln oder auch Hautpflegeprodukten meiden müssen.

Schimmelpilz

Eine weitere gesundheitliche Gefahr ist der Schimmelpilz Aspergillus flavus, der die Erdnüsse bei schlechten, feuchten Lagerbedingungen infiziert und giftige Aflatoxine absondert.
 
Das Gift des Schimmelpilzes ist so gefährlich, dass strenge Einfuhrkontrollen durchgeführt werden, bevor Erdnüsse importiert werden dürfen. Das Schimmelpilz-Gift kann Leber und Niere schädigen und sogar verschiedene Arten von Krebs auslösen.

Jedoch werden die schmackhaften Hülsenfrüchte meist zu gesalzenen Knabbereien oder zu Süßigkeiten weiterverarbeitet. Dazu werden die Erdnüsse vor dem Verkauf oft geröstet und gegebenenfalls gesalzen. Dabei trägt der Röst-Prozess zur Lebensmittel-Sicherheit bei, da nicht geröstete Erdnüsse ein erhebliches Schimmelpilz-Potenzial in sich bergen können.
 
Auch solche Erdnüsse werden erhitzt, die anschließend mit ihrer Schale in den Handel kommen, um die Gefahr einer Schimmelpilz-Vergiftung beim Verbraucher zu minimieren.

Die Sicherheitsmaßnahmen bei der Einfuhr garantieren meist eine sehr gute Qualität der Erdnüsse.

Einkaufstipps

Darüber hinaus sollte man beim Kauf darauf achten, dass die Erdnüsse im eigenen Öl geröstet wurden, um die Aufnahme von gehärteten Fetten aus anderen Ölen wie Palmfett zu vermeiden.
 
Wer nicht geröstete Erdnüsse zum Beispiel in der Schale bevorzugt, sollte auf die Frische der Ware achten und diese schnellstmöglich verzehren um einen Schimmelpilz-Bildung zu vermeiden.
 
Wenn die Möglichkeit besteht, empfiehlt es sich nur Erdnüsse aus ökologischem Anbau zu konsumieren, da so das Risiko reduziert wird, toxische Stoffe aus Dünger oder Pestiziden aufzunehmen.

Vielseitige Hülsenfrucht

Erdnüsse sind in Maßen genossen wahre Kraftpakete und sehr schmackhaft. Die Hülsenfrüchte versorgen den Körper mit wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen und tragen mit ihren Fetten zur Gesundheit bei.
 
Der Genuss von etwa einer Handvoll möglichst ungesalzener Erdnüsse zweimal pro Woche reicht dabei aus, um sich positiv auf das Allgemeinbefinden und den Körper auszuwirken. Dabei sollte man möglichst auf ungesalzene Erdnüsse ausweichen, die sich noch in ihrer Schale befinden, sodass alle gesunden Bestandteile der Erdnuss wie die rote Samen-Schale mitverzehrt werden können.

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