Koronare Herzkrankheit (KHK), Angina pectoris

Eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels, die zu unangenehmen Beschwerden führen kann, ist die Koronare Herzkrankheit. Diese wird auch als Angina pectoris bezeichnet.

Koronare HerzkrankheitMeist verspüren Betroffene von einer Koronaren Herzkrankheit ein dumpfes Gefühl in der Brust. (Foto by: ruigsantos / Depositphotos)

Von einer Koronaren Herzkrankheit spricht man dann, wenn Herzkranzgefäße durch Ablagerungen verschlossen sind. Dadurch wird der Herzmuskel, welcher hinter den Herzkranzgefäßen liegt, nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt. Dies führt zunächst zu Beschwerden bei schweren körperlichen Anstrengungen; sind die Gefäße stark verschlossen, kann es auch im Ruhezustand zu Schmerzen kommen.

Die Koronare Herzkrankheit muss zwingend behandelt werden, da sie unbehandelt schnell zum Herzinfarkt, einem plötzlichen Herztod oder Herzrhythmusstörungen führen kann.

Männer sind von der Koronaren Herzkrankheit deutlich häufiger betroffen; etwa 30 Prozent aller Männer und nur 15 Prozent aller Frauen leiden an dieser Erkrankung. Erst ab dem 75. Lebensjahr sind Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen.

Ursachen der Koronaren Herzkrankheit

Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen

Die Ursache für die Koronare Herzkrankheit sind Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen. Hierbei handelt es sich um Fettablagerungen, die sich wiederum mit Calcium zu einer zähen Masse verbinden. Diese Ablagerungen werden auch als Plaques bezeichnet; diese wiederum verhindern, dass sich die Gefäße bei Bedarf erweitern können, um mehr Blut durchzulassen.

Vor allem bei körperlicher Anstrengung treten dann die für die Koronare Herzkrankheit typischen Beschwerden auf.

Risikofaktoren

Bekannt ist eine Vielzahl an Risikofaktoren, welche die Koronare Herzkrankheit begünstigen können. Hierzu zählen:

  • Bluthochdruck
  • erhöhte Blutfettwerte
  • starke Raucher
  • übergewichtige Menschen
  • ungesunde Ernährung und damit verbunden Diabetes
  • Stress und psychische Belastungen 

Weiterhin kann es zur Koronaren Herzkrankheit kommen, wenn der Harnsäuregehalt im Blut erhöht ist - dies ist zum Beispiel bei Gichtpatienten der Fall. Starke Schnarcher, bei denen sogar häufiger die Atmung aussetzt, sind ebenso häufig von einer Koronaren Herzkrankheit betroffen.

Symptome der Koronaren Herzkrankheit

Die Symptome der Koronaren Herzkrankheit richten sich danach, wie weit die Gefäße bereits verschlossen sind. Sind nur leichte Ablagerungen vorhanden, treten die Beschwerden nur bei starker körperlicher Anstrengung auf.

Bei einer stärkeren Arteriosklerose hat der Patient auch im Ruhezustand Schmerzen. Sind die Gefäße wiederum ganz verschlossen, droht ein Herzinfarkt.

Patienten, die an der Koronaren Herzkrankheit leiden, verspüren häufig ein dumpfes Gefühl in der Brust, welches sich als Brennen äußern kann. Diese Schmerzen können bis in die Arme, den Hals, die Schultern und sogar in den Magen ausstrahlen.

Meist treten die Schmerzen bei körperlicher (teilweise auch bei seelischer Belastung auf) und halten nicht länger als 15 Minuten an. Während solch eines Anfalls schwitzt der Patient meist sehr stark und das Atmen fällt zunehmend schwer. Um die Beschwerden während solch eines Anfalls schnell zu stoppen, empfehlen sich Nitrate.

Untersuchungen und Diagnose

Anhand der Schilderung der Beschwerden durch den Patienten kann die Koronare Herzkrankheit meist von einem Arzt diagnostiziert werden. Auch anhand der Risikofaktoren ist die Krankheit meist gut erkennbar. Weiterhin wird der Arzt den Blutdruck messen und eine Blutuntersuchung anstreben. Vollständige Gewissheit bringt schließlich eine Herzkatheteruntersuchung. Weiterhin werden bei einem Verdacht auf die Koronare Herzkrankheit spezielle Herzuntersuchungen durchgeführt.

Beim Belastungs-EKG beispielsweise kann man genau ablesen, ob bei Anstrengung ein Sauerstoffmangel in den Herzkranzgefäßen entsteht. Das Langzeit-EKG wiederum zeichnet die Herzströme über einen Zeitraum von 24 Stunden auf. So kann der behandelnde Arzt die Reaktion des Herzens in Alltagssituationen am besten beurteilen.

Wichtig ist es, die Erkrankung schnell zu diagnostizieren. Bei etwa zehn Prozent der Betroffenen allerdings tritt ein Herzinfarkt auf, ohne dass vorher überhaupt Beschwerden erkennbar waren. Aus diesem Grund ist es wichtig, regelmäßig den empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen nachzugehen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Koronare Herzkrankheit KHKGrund für eine koronare Herzkrankheit sind Ablagerungen an den Herzkranzgefäßen. (Foto by: belchonock / Depositphotos)

Nitrate lindern die Symptome

Die Behandlung der Koronaren Herzkrankheit zielt in erster Linie darauf ab, die Herzkranzgefäße zu erweitern. Als Notfallmedikament sind Nitrate sehr gut geeignet, denn sie lindern die Symptome innerhalb von ein bis zwei Minuten. Erhältlich sind diese sowohl als Kapsel als auch als Spray. Wichtig ist, dass diese nicht gemeinsam mit Potenzmitteln eingenommen werden dürfen, da es sonst zu einem lebensbedrohlichen Blutdruckabfall kommen kann. Auch können Nitrate zu einigen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder einem beschleunigten Herzschlag führen.

Intervalltherapie

Neben diesen oben genannten Sofortmaßnahmen gibt es auch noch die sogenannte Intervalltherapie. Diese soll das Fortschreiten der Koronaren Herzkrankheit verhindern. Unter einer Intervalltherapie versteht man, die Risikofaktoren so weit es geht zu minimieren.

Dies bedeutet, dass der Patient auf das Rauchen ebenso verzichtet wie auf fettes Essen. Versuchen sollte er, sein Normalgewicht zu erreichen - zu diesem Zweck wird eine leichte körperliche Bewegung an mindestens drei Tagen in der Woche empfohlen. Da ein Verzicht auf Nikotin sowie eine Umstellung der Ernährung für viele Menschen nicht sehr einfach ist, wird in diesem Fall professionelle Hilfe angeboten. Crashdiäten sollten auf jeden Fall vermieden werden, da sie dem Körper mehr schaden als nutzen.

Herzkatheter

Eine andere Form der Gefäßerweiterung ist der Herzkatheter. Dieser wird über die Leisten- oder Armschlagader eingeführt und bis zu den Herzkranzgefäßen vorgeschoben. An der Spitze dieses Katheters befindet sich ein aufblasbarer Ballon, mit welchem die Engstelle im Gefäß geweitet wird.

Stent

Das sogenannte Stent, eine Art Metallgitter, gibt dann regelmäßig Medikamente ab. Diese verhindern, dass sich Blutgerinnsel bilden; bei 90 Prozent der Patienten helfen Herzkatheter und Stents recht gut.

Bypass-Operation

Kann eine Erweiterung der Herzkranzgefäße mit Medikamenten oder dem Katheter nicht erreicht werden, wird der Arzt vermutlich eine Bypass-Operation vorschlagen.

Hier unterscheidet man zwischen zwei Varianten:

  • Venenbypass
  • Arterienbypass

Beim Venenbypass wird eine Vene aus dem Bein entnommen, bei dem Arterienbypass wiederum wird eine Brustarterie genutzt.

Die Operation wird mit der sogenannten Schlüssellochtechnik durchgeführt. Etwa 80 Prozent aller Patienten sind nach solch einer Operation beschwerdefrei; allerdings ist diese natürlich nicht ganz risikolos.

Prävention und was ich selbst tun kann

Um der Koronaren Herzkrankheit vorzubeugen, sollte man auf einen gesunden Lebenswandel achten. Möglichst fettfreies und ballaststoff- sowie vitaminreiches Essen, viel Obst und Gemüse sowie ausreichend Bewegung an der frischen Luft zählen hierzu ebenso wie der Verzicht auf Zigaretten. Eine mediterrane Ernährung mit frischen Kräutern (Salz ist eher schädlich) ist besonders zu empfehlen.

Sport ist für Patienten mit einer Herzkrankheit sehr wichtig; Ausdauersportarten wie Schwimmen oder Walken sind besonders gut geeignet. Wichtig ist es nur, sich nicht zu überfordern. Ungünstig sind daher Sportarten wie Squash, Tennis, Mountainbiken oder Hanteltraining.

Zudem ist es ratsam, regelmäßig alle empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.

Auch ist Stress (egal ob seelischer oder körperlicher) als Stress für die Koronare Herzkrankheit bekannt. Diesen gilt es daher unbedingt zu vermeiden.

Weiterhin ist es ratsam, jährlich die Schutzimpfung gegen Grippe in Anspruch zu nehmen, denn diese soll Studien zufolge die Sterblichkeit bei der Koronaren Herzkrankheit deutlich senken.

Die Prognose der Koronaren Herzkrankheit hängt davon ab, wie viele Gefäße verschlossen sind und wie weit die Ablagerungen vorangeschritten sind. Ohne Behandlung würden etwa zehn Prozent aller Patienten an dieser Erkrankung sterben.

Wer eine Koronare Herzkrankheit gut überstanden hat, sollte unbedingt alle Nachsorgeuntersuchungen wahrnehmen, da der Arzt nur so eine entsprechende Änderung der Medikamentendosierung vornehmen kann.


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