Belastungs-EKG

Mit Hilfe eines EKGs (Elektrokardiogramm) werden die elektrischen Herzaktionen aufgezeichnet und als Kurve dargestellt. Bei einem Belastungs-EKG passiert dies unter körperlicher Anstrengung.

Belastungs EKG HerzschlagEin Belastungs-Elektrokardiogramm wird unter körperlicher Aktivität durchgeführt. (Foto by: Syda_Productions / Depositphotos)

Ein Belastungs-EKG funktioniert grundsätzlich gleich wie ein Ruhe-EKG, allerdings wird ein Belastungs-Elektrokardiogramm unter körperlicher Aktivität durchgeführt, wobei man dafür ein Laufband oder ein Zimmerfahrrad verwendet. Die Messung der Arbeitsleistung erfolgt dabei in Watt.

Bei einem Belastungs-EKG werden unter einstellbaren Belastungen die elektrischen Vorgänge im Herzen gemessen. Die Untersuchung findet an einem sogenannten Ergometrieplatz statt – einer Kombination aus EKG-Gerät, einem Blutdruckmessgerät und einem Laufband oder Fahrradergometer. Auf dem Ergometer lassen sich verschiedene, bestimmte und messbare Belastungen einstellen. Aus dem erstellten Elektrokardiogramm kann der Arzt/die Ärztin den Zustand des Herz-Kreislaufsystems beurteilen.

Durchführung und Ablauf eines Belastungs EKG

Vor der Durchführung eines Belastungs-EKGs wird ein Ruhe-EKG erstellt. Danach wählt der Arzt eine Methode für das EKG aus, meistens wird dazu die Fahrrad-Ergometrie verwendet. Der zu Untersuchende sitzt dabei auf einem Standfahrrad, dann setzt der Arzt EKG-Elektroden am Rücken sowie am vorderen Brustkorb auf. Am Oberarm legt er außerdem eine Blutdruckmanschette an.

Die Belastung wird im Abstand von zwei Minuten jeweils um 25 Watt gesteigert, am Ende jeder Stufe können Blutdruck sowie EKG registriert werden. Etwa zehn Minuten nach der letzten Stufe - in der so genannten Erholungsphase - erfasst der Arzt Blutdruck und EKG alle zwei Minuten.

Neben dem Fahrradergometer kann die körperliche Belastung auch mit Hilfe eines Laufbandes bzw. einer Kletterstufe gemessen werden, wobei ein Laufband vor allem von Gefäßspezialisten sowie von zahlreichen Kardiologen in Amerika eingesetzt wird.

Herzuntersuchung EKGMit Hilfe eines EKGs werden die elektrischen Herzaktionen aufgezeichnet und als Kurve dargestellt. (Foto by: gorvik / Depositphotos)

Eine sofortige Beendigung der Untersuchung tritt in folgenden Situationen ein:

  • Angina pectoris
  • Blutdruckerhöhung auf mehr als 120mmHG diastolisch bzw. 240mmHG systolisch
  • neu auftretende Rhythmusstörungen oder EKG-Veränderungen
  • Atemnot, Schwindel
  • Blutdruckabfall
  • kein Blutdruckanstieg unter körperlicher Belastung
  • Erreichen der maximalen Herzfrequenz
  • Muskuläre Erschöpfung

Außerdem darf in einigen Fällen kein Belastungs-EKG durchgeführt werden. Dazu gehören:

  • akuter Herzinfarkt: Nach einem Herzinfarkt darf zwei Wochen lang kein Belastungs-EKG durchgeführt werden.
  • instabile Angina pectoris
  • bei einem Ruhe-Blutdruck von 220/110 Millimeter Quecksilbersäule
  • frische Thrombose oder Embolie
  • klinisch manifester Herzfehler

Anwendungsgebiete

Mit Hilfe eines Belastungs-EKGs können Arbeitsleistung sowie etwaige Veränderungen der Herz-Kreislauf-Funktion untersucht werden.

Daher kommt ein Belastungs-Elektrokardiogramm hauptsächlich zur Beurteilung folgender Erkrankungen zum Einsatz:

  • Herzrhythmus-Störungen bei körperlicher Anstrengung
  • Belastungshypertonie (Bluthochdruck bei körperlicher Belastung)
  • Koronare Herzkrankheit (Erkrankung der Herzkranzgefäße)
  • Beurteilung der körperlichen Belastbarkeit nach Herzoperationen oder einem Herzinfarkt
  • Beurteilung der Therapie bei Bluthochdruck bzw. koronarer Herzerkrankung

Einsatz in der Sportmedizin

Darüber hinaus wird ein Belastungs-Elektrokardiogramm aber auch in der Sportmedizin verwendet, um die Leistungsgrenze des Körpers bzw. die körperliche Belastbarkeit zu untersuchen. So können gesunde Menschen auch feststellen, wie weit sie bei sportlichen Aktivitäten gehen können. Um die körperliche Belastbarkeit anzugeben, benutzt man üblicherweise den so genannten PCW-Wert (physical work capacity), der sich aus der Herzfrequenz, dem Gewicht und dem Alter zusammensetzt.

Nebenwirkungen, Komplikationen und Risiken

In seltenen Fällen kann bei einem Belastungs-EKG ein Lungenödem auftreten, auch ein Herzinfarkt oder Kammerflimmern ist möglich. Aus diesem Grund muss bei der Durchführung immer ein Fachmann anwesend sein.

Fazit

Ein Belastungs-EKG wird aus den unterschiedlichsten Gründen durchgeführt. So liefert diese Form des EKGs zum Beispiel Hinweise auf eventuelle Erkrankungen wie Belastungshypertonie, Herzrhythmusstörungen oder die koronare Herzkrankheit, andererseits können aber auch gesunde Menschen ihre körperliche Belastbarkeit im Rahmen dieser Untersuchung überprüfen.


Bewertung: Ø 4,5 (2 Stimmen)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Herzkrankzgefäß-Erweiterung (PTCA)

Herzkrankzgefäß-Erweiterung (PTCA)

Unter einer perkutanen transluminale coronare Angioplastie - kurz auch PTCA genannt - beschreibt der Mediziner ein gängiges Verfahren, damit etwaige verengte Herzkrankgefäße (die Koronararterien) geweitet werden können

weiterlesen
Titerbestimmung

Titerbestimmung

Im Rahmen einer Titerbestimmung wird die Konzentration der Antikörper gegen bestimmte Krankheiten im Blut gemessen.

weiterlesen
Blasenspiegelung

Blasenspiegelung

Bei der Blasenspiegelung handelt es sich um eine endoskopische Untersuchung der Harnröhre und Blase.

weiterlesen

User Kommentare