Belastungs-EKG

Mit Hilfe eines EKGs (Elektrokardiogramm) werden die elektrischen Herzaktionen aufgezeichnet und als Kurve dargestellt. Bei einem Belastungs-EKG passiert dies unter körperlicher Anstrengung.

Belastungs EKG Herzschlag Ein Belastungs-Elektrokardiogramm wird unter körperlicher Aktivität durchgeführt. (Foto by: Syda_Productions / Depositphotos)

Schnell-Übersicht

  • Was ist ein Belastungs EKG?
    Ein Belastungs-EKG misst die elektrischen Vorgänge im Herzen unter verschiedenen Belastungsstufen. Meist mit Hilfe eines EKG-Geräts, einem Blutdruckmessgerät und einem Fahrradergometer oder einem Laufband. Damit kann der Zustand des Herz-Kreislaufsystems überprüft werden.
  • Wie ist der Ablauf eines Belastungs EKGs?
    Vor Beginn wird ein Ruhe-EKG erstellt. Für das Belastungs-EKG werden EKG-Elektroden am Rücken, und am vorderen Brustkorb befestigt. Am Oberarm wird eine Blutdruckmaschine angelegt. Die Belastung wird im Abstand von zwei Minuten gesteigert und am Ende mehrmals gemessen. Sollte es zu Komplikationen kommen, wird die Übung sofort beendet.
  • Wann wird ein Belastungs EKG verwendet?
    Mit einem Belastungs-EKG lassen sich Störungen im Herzrhythmus unter Anstrengung feststellen, sowie Bluthochdruck und Erkrankungen der Herzkranzgefäßge. Ebenfalls lässt sich damit die Belastbarkeit nach einer Operation am Herzen, oder einer entsprechenden Therapie bewerten.
  • Wann darf kein Belastungs EKG druchgeführt werden?
    In einem Zeitraum von mindestens zwei Wochen nach einem akuten Herzinfarkt, einem Ruhe-Blutdruck von 220/110 Millimeter Quecksilbersäule, einer kürzlichen Trombose oder Embolie und klinsich manifesten Herzfehlern, darf kein Belastungs-EKG durchgeführt werden.
  • Was sind die Risiken eines Belastungs EKGs?
    Es kann während eines Belastungs-EKGs bei bereits geschwächten Patienten zu einem Lungenödem, einem Herzinfarkt oder Kammerflimmern kommen. Daher ist immer ein Fachmann anwesend um rechtzeitig abzubrechen.

Das Belastungs-EKG

Ein Belastungs-EKG funktioniert grundsätzlich gleich wie ein Ruhe-EKG, allerdings wird ein Belastungs-Elektrokardiogramm unter körperlicher Aktivität durchgeführt, wobei man dafür ein Laufband oder ein Zimmerfahrrad verwendet. Die Messung der Arbeitsleistung erfolgt dabei in Watt.

Bei einem Belastungs-EKG werden unter einstellbaren Belastungen die elektrischen Vorgänge im Herzen gemessen.

Die Untersuchung findet an einem sogenannten Ergometrieplatz statt – einer Kombination aus EKG-Gerät, einem Blutdruckmessgerät und einem Laufband oder Fahrradergometer.

Auf dem Ergometer lassen sich verschiedene, bestimmte und messbare Belastungen einstellen. Aus dem erstellten Elektrokardiogramm kann der Arzt/die Ärztin den Zustand des Herz-Kreislaufsystems beurteilen.

Durchführung und Ablauf eines Belastungs EKG

Vor der Durchführung eines Belastungs-EKGs wird ein Ruhe-EKG erstellt.

Danach wählt der Arzt eine Methode für das EKG aus, meistens wird dazu die Fahrrad-Ergometrie verwendet. Der zu Untersuchende sitzt dabei auf einem Standfahrrad, dann setzt der Arzt EKG-Elektroden am Rücken sowie am vorderen Brustkorb auf. Am Oberarm legt er außerdem eine Blutdruckmanschette an.

Die Belastung wird im Abstand von zwei Minuten jeweils um 25 Watt gesteigert, am Ende jeder Stufe können Blutdruck sowie EKG registriert werden. Etwa zehn Minuten nach der letzten Stufe - in der so genannten Erholungsphase - erfasst der Arzt Blutdruck und EKG alle zwei Minuten.

Neben dem Fahrradergometer kann die körperliche Belastung auch mit Hilfe eines Laufbandes bzw. einer Kletterstufe gemessen werden, wobei ein Laufband vor allem von Gefäßspezialisten sowie von zahlreichen Kardiologen in Amerika eingesetzt wird.

Herzuntersuchung EKG Mit Hilfe eines EKGs werden die elektrischen Herzaktionen aufgezeichnet und als Kurve dargestellt. (Foto by: gorvik / Depositphotos)

Eine sofortige Beendigung der Untersuchung tritt in folgenden Situationen ein:

  • Angina pectoris
  • Blutdruckerhöhung auf mehr als 120mmHG diastolisch bzw. 240mmHG systolisch
  • neu auftretende Rhythmusstörungen oder EKG-Veränderungen
  • Atemnot, Schwindel
  • Blutdruckabfall
  • kein Blutdruckanstieg unter körperlicher Belastung
  • Erreichen der maximalen Herzfrequenz
  • Muskuläre Erschöpfung

Außerdem darf in einigen Fällen kein Belastungs-EKG durchgeführt werden. Dazu gehören:

  • akuter Herzinfarkt: Nach einem Herzinfarkt darf zwei Wochen lang kein Belastungs-EKG durchgeführt werden.
  • instabile Angina pectoris
  • bei einem Ruhe-Blutdruck von 220/110 Millimeter Quecksilbersäule
  • frische Thrombose oder Embolie
  • klinisch manifester Herzfehler

Anwendungsgebiete

Mit Hilfe eines Belastungs-EKGs können Arbeitsleistung sowie etwaige Veränderungen der Herz-Kreislauf-Funktion untersucht werden.

Daher kommt ein Belastungs-Elektrokardiogramm hauptsächlich zur Beurteilung folgender Erkrankungen zum Einsatz:

  • Herzrhythmus-Störungen bei körperlicher Anstrengung
  • Belastungshypertonie (Bluthochdruck bei körperlicher Belastung)
  • Koronare Herzkrankheit (Erkrankung der Herzkranzgefäße)
  • Beurteilung der körperlichen Belastbarkeit nach Herzoperationen oder einem Herzinfarkt
  • Beurteilung der Therapie bei Bluthochdruck bzw. koronarer Herzerkrankung

Einsatz in der Sportmedizin

Darüber hinaus wird ein Belastungs-Elektrokardiogramm aber auch in der Sportmedizin verwendet, um die Leistungsgrenze des Körpers bzw. die körperliche Belastbarkeit zu untersuchen.

So können gesunde Menschen auch feststellen, wie weit sie bei sportlichen Aktivitäten gehen können. Um die körperliche Belastbarkeit anzugeben, benutzt man üblicherweise den so genannten PCW-Wert (physical work capacity), der sich aus der Herzfrequenz, dem Gewicht und dem Alter zusammensetzt.

Nebenwirkungen, Komplikationen und Risiken

In seltenen Fällen kann bei einem Belastungs-EKG ein Lungenödem auftreten, auch ein Herzinfarkt oder Kammerflimmern ist möglich.

Aus diesem Grund muss bei der Durchführung immer ein Fachmann anwesend sein.

Fazit

Ein Belastungs-EKG wird aus den unterschiedlichsten Gründen durchgeführt. So liefert diese Form des EKGs zum Beispiel Hinweise auf eventuelle Erkrankungen wie Belastungshypertonie, Herzrhythmusstörungen oder die koronare Herzkrankheit, andererseits können aber auch gesunde Menschen ihre körperliche Belastbarkeit im Rahmen dieser Untersuchung überprüfen.


Bewertung: Ø 3,1 (9 Stimmen)

Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 30.08.2010
Überarbeitet am: 13.01.2020

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