Cholesterin

Der Cholesterinspiegel eines Menschen kann mit der Hilfe einer Blutanalyse bestimmt werden. Doch was ist Cholesterin, welche Werte liegen im Normalbereich und was bedeutet ein zu hoher oder niedriger Wert?

Beim Cholesterin, auch Cholesterol genannt, handelt es sich um ein wichtiges Molekül und Fett (Lipid), das insbesondere in tierischen Zellen vorhanden ist. Das benötigte Cholesterin wird dem Körper mit der Nahrung zugeführt. Unser Körper produziert es aber auch selbst in der Leber und im Darm.

Das Cholesterol ist schlecht wasserlöslich, sodass es Transportmittel benötigt. Diese Aufgabe übernehmen bestimmte Eiweiße (Lipoproteine). Das Cholesterin, die fettähnliche Substanz, spielt für die Funktion aller Zellen eine wichtige Rolle.

Es gibt zwei Arten, die unterschiedliche Aufgaben haben:

  1. Das LDL–Cholesterin hat eine niedrige Dichte und gilt als das "schlechte Cholesterin", denn es bringt Cholesterin zu den Zellen. Wird nicht alles gebraucht, lagert es sich ungünstigerweise in den Arterien ab.
  2. Das "gute" HDL-Cholesterin hat eine hohe Dichte. Das Cholesterin wird zur Leber transportiert, wo es aus dem Organismus entfernt und somit unschädlich gemacht wird.

Welche Werte liegen im Normalbereich?

Der durchschnittliche Cholesterolspiegel hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise vom Geschlecht und Alter. Daher wird im allgemeinen Sprachgebrauch unter dem „ Cholesterin-Normalwert“ ein Richtwert verstanden, an dem sich Mediziner orientieren:

  • Richtwert von maximal 200 mg/dl (circa 5,2 mmol/l).
  • Bei Werten von 200 bis 240 mg/ dl gilt es, die einzelnen HDL- und LDL-Werte genauer zu betrachten.
  • Ein gesamter Cholesterolwert von über 240 mg/ dl gilt allgemein als zu hoch.

Der LDL-Cholesterinwert sollte folgendermaßen aussehen: maximal 160 mg/dl (circa 4,1 mmol/l). Ist dieser Wert höher als empfohlen, sollte der Wert durch eine Umstellung der Ernährung oder eine medikamentöse Unterstützung gesenkt werden.

Der HDL-Cholesterinwert sollte bei mindestens 40 mg/dl (circa 1 mmol/l) liegen. Bei diesem Wert gilt generell: Je höher der Wert ist, desto besser, da es sich hierbei, wie bereits erwähnt, um das "gute" Cholesterin handelt.

Was bedeutet ein erhöhter Cholesterinwert?

Das "gute" HDL-Cholesterin entfernt aus den Blutgefäßen Fettstoffe. Das "schlechte" LDL-Cholesterol hingegen führt ihnen Fettstoffe zu, die gesundheitsschädliche Ablagerungen bilden. Wenn von einem erhöhten Cholesterolspiegel gesprochen wird, ist vom schädlichen LDL die Rede.

Welcher Wert noch gesundheitsverträglich ist, ist davon abhängig, ob noch weitere Risikofaktoren oder Begleiterkrankungen vorhanden sind, die eine Arteriosklerose begünstigen können. Dazu gehören beispielsweise:

Bei einem erhöhten Risiko sollte der Wert 100 mg/dl nicht überschreiten.

Wer unter Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Diabetes mellitus oder einer chronischen Nierenschädigung leidet, sollte darauf achten, dass der Cholesterinspiegel bei maximal 70 mg/dl liegt.

Im Idealfall ist das Gesamtcholesterin nicht höher als 200 mg/dl, da das Risiko für Arteriosklerose, Koronare Herzkrankheiten und Folgeerkrankungen sonst ansteigt, beispielsweise Herzinfarkt und Schlaganfall.

Erhöhten Cholesterinwert vorbeugen

Mit einer gesunden Ernährung kann ein erhöhter Cholesterinspiegel vermieden werden:

  • Dazu zählt eine fettarme Mischkost.
  • Eine ballaststoffreiche Nahrung ist ebenfalls von Vorteil.
  • Oliven- und Sonnenblumenöl sollte anderen Ölen bevorzugt verwendet werden.
  • Fettreiche Milchprodukte, Sahne, Butter, Eigelb, Süßwaren und Nikotin sollten hingegen gemieden werden.
  • Des Weiteren spielt Bewegung eine wichtige Rolle, beispielsweise ein regelmäßiges Ausdauertraining.

Was bedeutet ein erniedrigter Cholesterinwert?

Liegen die Cholesterol-Werte auffallend und deutlich unter 200 mg/dl, könnte dies auch auf schwere Krankheiten wie chronische Infektionen, wie zum Beispiel Morbus Crohn, Colitis-ulcerosa oder auf eine Mangelernährung hindeuten. Eine Leberschwäche und Schilddrüsenüberfunktion können weitere Ursachen dafür sein. Als ein wünschenswerter HDL-Wert gilt 40 mg pro Deziliter. Bei Diabetikern und Frauen sollte der Wert über 45 mg liegen.

Wie kann der HDL-Cholesterinwert erhöht werden?

Übergewicht reduzieren

Aufgrund der sehr positiven Auswirkungen auf die Gesundheit des Herzens ist ein hoher HDL-Wert erstrebenswert. Um den HDL-Wert zu erhöhen, sollten übergewichtige Menschen abnehmen.

Dabei sind viel Bewegung und regelmäßiger Sport hilfreich, beispielsweise Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren, Walken und Schwimmen.

Gesunde Ernährung

Über die Ernährung kann der HDL-Cholesterinwert ebenfalls erhöht werden. Empfehlenswert ist eine ausgewogene Ernährung. Die tierischen Fette und Öle sollten durch pflanzliche Varianten ersetzt werden. Dabei ist es wichtig, mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu verzehren.

Fazit

Cholesterin hat im Allgemeinen einen schlechten Ruf, allerdings ist dies nur zum Teil gerechtfertigt. Denn ohne das HDL-Cholesterin würde im Körper nichts funktionieren. Nur ein erhöhter LDL-Cholesterinwert ist schädlich und sollte gemieden werden. Während das "schlechte" LDL Gefäße verstopft und Gefäßwände versteift, hilft das "gute" HDL die Gefäßwände geschmeidig zu halten.


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