Blut im Sperma

Erkrankungen der Genital- und Analorgane sind immer noch mit einem besonderen Unwohlsein verbunden. Doch persönliche Berührungsängste sollten bezüglich der eigenen Gesundheit auch in diesem sensiblen Bereich überwunden werden, damit Veränderungen frühzeitig bemerkt und entsprechend behandelt werden können.

Mann ist schockiertEntdeckt Mann Blut im Sperma ist dies erst einmal beunruhigend. (Foto by: kues / Depositphotos)

Wenn blutige Rückstände im Sperma bemerkt werden, sollte durchaus eine mögliche Erkrankung oder krankhafte Veränderung nicht ausgeschlossen werden. Im Gegensatz zu Verfärbungen und Blut im Urin, kann bei den genannten Symptomen auf eine Veränderung der männlichen Genitalorgane geschlossen werden. Betroffen sind möglicherweise die Prostata und die Hoden oder Nebenhoben.

Doch die Ursache der Verfärbung des Spermas muss nicht zwangsläufig beunruhigend sein. Die natürliche Farbspanne des Ejakulats varriert stark und reicht von milchig durchsichtig bis hin zu gelblich getrübt. Erscheinen rote Farbeingebungen im Sperma, wird fachlich von einer so genannten Hämatospermie gesprochen. Um die Ursachen zu ermitteln, sollte wie so oft von Eigendiagnosen abgesehen werden. Schließlich können nur medizinisch ausgebildete Experten eine exakte Auskunft zur gesundheitlichen Situation geben.

Ursachen von Blut im Sperma

Blutverdünnende oder schmerzstillende Medikamente

Minimale Verletzungen wie geplatzte Blutadern sind nicht ungewöhnlich und bedeuten in der Regel keinen Grund zur Besorgnis. Die Ursache kann in der Einnahme von blutverdünnenden oder schmerzstillenden Medikamenten liegen.

Mechanische Einwirkungen

Neben diesen harmlosen Ursachen können auch mechanische Einwirkungen zu Verletzungen führen. Beim Sport, durch Unfälle, nach Quetschungen oder auch ganz simpel beim Geschlechtsverkehr können diese minimalen Verletzungen auftreten, so dass kein weiterer Grund zur Beunruhigung besteht.

Weitere Ursachen

Darüber hinaus können ernstere Ursachen ebenfalls zu Blutrückständen im Sperma führen.

Eine gutartige Veränderung der Prostata ist dabei ebenso möglich, wie eine Prostataentzündung. Diese muss nicht unbedingt schmerzhaft verlaufen und bewirkt bei chronischem Auftreten durchaus Bluttropfen im Sperma. Wenn es zu regelmäßigen Blutungen kommt oder Schmerzen bemerkt werden, ist ärztlicher Rat empfehlenswert.

Entgegen weitläufiger Ansichten liegt die Ursache der Symptome nur selten in der Entwicklung bösartiger Tumore der Prostata. Wenngleich das Aufkommen vom Blut im Sperma sich auf einen begrenzten Bereich reduzieren lässt, bleiben die Ursachen oft unbekannt und müssen nicht beunruhigend sein.

Untersuchungen und Diagnose

Arzt bespricht mit Mann Befund aufgrund von Blut im SpermaDie Ursache für Blut im Sperma sollte unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden. (Foto by: monkeybusiness / Depositphotos)

Für eine eindeutige Diagnose müssen Experten wissen, welche Veränderungen zum „normalen“ Zustand aufgefallen sind. Wenn also Blut im Sperma bemerkt wird, ist es wichtig zu beobachten, wie sich dieses Symptom genau äußert:

  • Erscheint die Menge groß oder nahezu verschwindend gering?
  • Wirkt die Einblutung frisch und hellrot, oder eher dunkel gefärbt? Gehen die Blutrückstände mit Schmerzen einher?
  • Gibt es äußere Einwirkungen, die diese Symptomatik verursacht haben könnten?

Anhand dieser Fragen können Ärzte Rückschlüsse ziehen, welche Organe vermutlich betroffen sind.

Dunklere Blutrückstände lassen vermuten, dass das Sperma bereits im Hoden kontaminiert wurde. Allerdings könnte die Blutung auch im Nebenhoden oder der Prostata geschehen sein.

Dagegen weisen hellrote Blutrückstände eher darauf hin, dass eine kleine Verletzung in der Harnröhre oder der Eichel vorhanden ist.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Neben den üblichen andrologischen Untersuchungen der Prostata, der Hoden und Nebenhoden wird auch die Harnröhre auf Veränderungen und Verletzungen hin untersucht. Oftmals bewirken persönliches Verhalten und Lebensweise, dass sich Blut im Sperma finden lässt. Insbesondere die Einnahme von Medikamenten, die eine verminderte Blutgerinnung bewirken, sollte in diesem Kontext mit ärztlichem Rat überdacht werden. Zudem wird häufig dazu geraten, bei körperlichen Aktivitäten besondere Vorsicht walten zu lassen.

Vielfach fallen Blutungen im Sperma unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr auf. Dabei müssen nicht zwangsläufig ungewöhnliche oder gefährliche Handlungen und Vorlieben vorliegen, um kleinere Verletzungen am Penis zu verursachen. Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass bei Missachtung des ärztlichen Rates, mehr Acht auf Sicherheit zu geben, durchaus wiederholt Blut im Sperma auftreten wird.

Insbesondere die Behandlung von Tumoren, ganz gleich ob nun gutartig oder bösartig, kann mit Komplikationen und Rückfällen verbunden sein. In jedem Fall gilt es, bei gefährdeten Personengruppen mit beispielsweise familiären Krankheitshintergrund, direkten ärztlichen Kontakt zu suchen und sich genau an die Anweisungen der Fachkräfte zu halten. Sollte eine entsprechende Erkrankung tatsächlich vorliegen und behandelt werden, ist auch nach einem erfolgreichen Heilungsprozess darauf zu achten, dass Nachuntersuchungen und Medikamentenanweisungen befolgt werden.

Prävention und was ich selbst tun kann

Gesunder Lebensstil

Eine gesunde und umsichtige Lebensweise kann in den meisten Fällen ein wiederholtes Auftreten von Blut im Sperma reduzieren oder auch vollständig beenden. Insbesondere körperliche Aktivitäten, die zu Verletzungen im Genitalbereich führen könnten, sollten vermieden werden.

Und wenngleich kein direkter Zusammenhang zwischen Alter und Auftreten der Symptomatik nachgewiesen ist, führen bestimmte Risikofaktoren deutlich häufiger zu Einblutungen im Sperma:

  • Starkes Rauchen
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Eine generell ungesunde Lebensweise mit unausgeglichener Ernährung und zu wenig Bewegung

Personen, die zu diesen Risikogruppen zählen, neigen vermehrt zu einer schlechten Durchblutung, wodurch Entzündungen an den Genitalorganen begünstigt werden können.

Gefährliche Sexualpraktiken meiden

Ebenso risikohaft ist eine persönliche Vorliebe für ungewöhnliche und gefährliche Sexualpraktiken, die ein erhöhtest Verletzungsrisiko bedeuten.

Vorsorgeuntersuchungen

Im Fall krankhafter Organveränderungen sollte vor allem der familiäre Hintergrund durchleuchtet werden. Wenn Tumore im Bereich der Prostata, der Hoden oder der Nebenhoden bekannt sind, ist eine regelmäßige präventive Untersuchung absolut notwendig, um frühzeitig auf eventuelle Erkrankungen reagieren zu können.


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