Schmerzen in der Leiste

Schmerzen in der Leiste zeigen viele Gesichter und können unterschiedlich bedingt sein. Frühzeitige Arztbesuche sowie körperliche Bewegung und gesunde Ernährung tragen meist zu Heilung/Vorbeugung bei.

Frau sitzt mit Schmerzen in der Leiste auf der BankSchmerzen in der Leiste können entweder akut auftreten oder einen chronischen Verlauf nehmen. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Schmerzen, die zwischen Hüfte, Unterleib und Oberschenkeln auftreten, als Leistenschmerzen bezeichnet. Schmerzen in der Leiste zählen in der Regel nicht zu den Themen, die in alltäglichen Unterhaltungen häufig auftreten. Jedoch liegen Leistenschmerzen nicht selten vor - statistischen Angaben zufolge sind dabei Männer in höherem Ausmaß betroffen als Frauen. Besonders der Leistenbruch als Ursache von Leistenschmerzen stellt sich vor allem bei Männern ein. Das vergleichsweise häufigere Auftreten von Leistenschmerzen beim Mann ist auf anatomische Gegebenheiten zurückzuführen.

Je nach Ursache, die sich hinter Leistenschmerzen verbirgt, können entsprechende Schmerzen interindividuell sehr unterschiedlichen Charakter sowie verschiedene Ausprägung annehmen. Schmerzen in der Leiste können je nach Betroffenem akut vorliegen oder einen chronischen (längerfristigen) Verlauf nehmen. Darüber hinaus zeigen sich einige Leistenschmerzen lediglich bei körperlicher Bewegung bzw. Anstrengung, während die Schmerzen bei anderen Betroffenen bewegungsunabhängig fortbestehen.

Ursachen von Schmerzen in der Leiste

Schmerzen in der Leiste können auf vielfältige Ursachen zurückzuführen sein.

Zu den häufigsten Ursachen einer schmerzenden Leiste zählen unter anderem:

  • Leistenbrüche
  • Hüftleiden
  • Harnsteine
  • sportlich bedingte Überbelastungen

Bei Männern, die von Leistenschmerzen betroffen sind, ist außerdem häufig zunächst nicht zu unterscheiden, ob vorliegende Beschwerden von Leiste oder Hoden ausgehen. Auch die Hüftarthrose bzw. Coxarthrose (Arthrosen) ist ein häufiger Grund für das Auftreten von Leistenschmerzen - im Rahmen dieser Erkrankungsform stellt sich häufig ein frühzeitiger Verschleiß der Hüftgelenke ein.

Ähnlich verhält es sich mit dem sogenannten Hüftimpingement - hier ist das Hüftgelenk in dessen Bewegungen eingeschränkt, wodurch ein folgender Gelenksverschleiß zu Schmerzen führt, die in die Leiste ausstrahlen. Als weitere mögliche Ursache von Schmerzen in der Leiste ist die sogenannte Hüftkopfnekrose zu nennen - mit dieser Bezeichnung wird eine Infarktform beschrieben, die das Hüftgelenk betrifft.

Auch infektiös verdickte Lymphknoten im Leistenbereich können sich schmerzhaft äußern. Von einer schmerzhaften Beckenringlockerung mit einhergehenden Schmerzen in der Leiste können schließlich lediglich Frauen während einer Schwangerschaft betroffen sein.

Untersuchungen und Diagnose

Fachleute empfehlen Patienten, bei Leistenschmerzen frühzeitig den behandelnden Arzt aufzusuchen. Denn hinter den Schmerzen kann sich im Einzelfall eine ernsthafte und rasch zu behandelnde Erkrankung verbergen.

Patientgespräch

Wenden sich unter Schmerzen in der Leiste Leidende nun an einen Mediziner, so wird dieser in der Regel zunächst ein ausführliches Patientengespräch führen. In diesem Gespräch kann der Arzt beispielsweise Informationen über Art, Ausprägung und Beginn vorliegender Schmerzen einholen. Auch die bisherige Krankengeschichte eines Patienten kann Aufschlüsse über mögliche Ursachen von Leistenschmerzen geben.

Körperliche Untersuchung

Dem Patientengespräch schließen sich in einem nächsten Schritt meist körperliche Untersuchungen an, mit deren Hilfe beispielsweise schmerzhafte Leistenbereiche näher zu lokalisieren sind. Entsprechende Untersuchungen umfassen beispielsweise ein Ertasten schmerzhafter Körperbereiche sowie verschiedene Klopftests und/oder Messungen.

Aufgrund der Informationen, die ein Arzt aus Patientenschilderungen und Untersuchung ziehen konnte, ist häufig bereits eine erste Verdachtsdiagnose möglich. Falls notwendig, kann der behandelnde Mediziner dann gezielt zu einem Facharzt (je nach vermuteter Ursache ist dies beispielsweise ein Neurologe, Orthopäde oder Internist) überweisen, dem weitere spezifische Diagnoseverfahren und -instrumente wie etwa Ultraschall- oder Röntgen-Geräte zur Verfügung stehen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Aufgrund der vielfältigen möglichen Ursachen von Leistenschmerzen beruht eine erfolgreiche Ursachenbehandlung zunächst auf einer ausreichenden Diagnostik. Auf einer solchen diagnostischen Basis können in der Folge gezielte Therapieschritte stattfinden.

Operation

Verbirgt sich hinter Schmerzen in der Leiste beispielsweise ein Leistenbruch (auch als Leistenhernie bezeichnet), so besteht die Therapiemethode der Wahl meist in einem operativen Eingriff. Dabei streben Mediziner meist an, einen unkomplizierten Bruch innerhalb der ersten vier Wochen nach Auftreten der Beschwerden zu operieren - daher wird hier zu einem frühzeitigen Gang zum Arzt geraten. Im Rahmen eines chirurgischen Eingriffes wird nach einer Rückverlagerung vorgetretenen Gewebes die sogenannte Bruchpforte verschlossen.

Komplikationen

Zu den möglichen Komplikationen eines Leistenbruches zählt das Einklemmen von Baucheingeweiden, was einen lebensgefährlichen Verlauf nehmen kann.

Weitere Behandlungsmethoden

  • Werden Schmerzen in der Leiste durch infektiös bedingte Lymphknotenschwellungen hervorgerufen, so sind aufgrund körpereigener Heilungsprozesse häufig keine medizinischen Interventionen notwendig - bestehen die Beschwerden im Einzelfall allerdings fort, so kann eine Verabreichung von Antibiotika durch den behandelnden Arzt sinnvoll sein.
  • Zeigt ein Lymphknoten starke Vereiterungen, so empfehlen Mediziner gelegentlich eine Entfernung des betroffenen Knotens.
  • Während ein Impingement der Hüfte vor allem durch eine chirurgische Formkorrektur der Hüfte behandelt wird, erfordert die sogenannte Sportlerleiste häufig eine vorübergehende Trainingspause. Kommt es im Zusammenhang mit einer nicht behandelten Sportlerleiste zu eingeklemmten Nerven im Leistenbereich, kann dies Missempfindungen im betroffenen Bereich nach sich ziehen.

Prävention und was ich selbst tun kann

Ärtzin spricht mit Patient aufgrund von Schmerzen in der LeisteTreten Schmerzen in der Leiste auf, sollte frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden. (Foto by: alexraths / Depositphotos)

Um bei bereits vorliegenden Schmerzen in der Hüfte eine weitere Schmerzzunahme zu verhindern, besteht ein wichtiger Schritt im frühzeitigen Aufsuchen eines Arztes. Auf diese Weise können Ursachen rasch entdeckt und behandelt werden.

Das Leistenbruch-Risiko kann vor allem durch

  • Abbau bzw. Vermeidung von Übergewicht
  • Verzicht auf Nikotin
  • regelmäßige körperliche Bewegung

gesenkt werden.

Der Darm kann darüber hinaus durch ausgewogene Ernährung gestärkt werden. Auch Gelenkverschleiß mit folgenden Leistenschmerzen kann durch Bewegung vorgebeugt werden - darüber hinaus empfehlen Mediziner hier gezieltes Muskeltraining und das Vermeiden einseitiger Überbelastungen der Hüfte. Und nicht zuletzt senken gesunde Ernährung und körperliche Bewegung auch das Risiko einer Harnsteinbildung als Ursache von Leistenschmerzen - wichtig ist hier vor allem auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.


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