Wetterfühligkeit

Die einen vermuten es, die anderen wissen es. In Österreich leidet aktuellen Untersuchungen zufolge etwa jeder Dritte an Wetterfühligkeit. Noch ist die Forschung zu wenig voran geschritten, um den Betroffenen zu helfen. Die wenigen Erkenntnisse und Heilmittel sollten das Leiden lindern.

WetterfühligkeitViele Menschen sind von Wetterfühligkeit betroffen. (Foto by: choreograph / Depositphotos)

Jeder Mensch reagiert auf das Wetter, der Eine bewusst, der Andere bemerkt es gar nicht. Wer kennt das Phänomen nicht: scheint die Sonne schon am Morgen, fühlen wir uns vital und fit. Doch ist es draußen grau und nass, sackt die Stimmung schnell in den Keller. Wetterfühlige Menschen bemerken diese Schwankungen jedoch deutlich intensiver.

Unter Wetterfühligkeit (auch Meteropathie genannt) verstehen Experten die Überempfindlichkeit auf Veränderungen des Wetters. Darunter gelten

  • Luftdruckschwankungen
  • wechselnde Luftfeuchtigkeit
  • Gewitter
  • Föhn
  • drückende Luft
  • Hitzewellen

Bei Wetterfühligkeit reagieren die Menschen auf diese Veränderungen mit den unterschiedlichsten Symptomen. Dennoch ist das Gebiet wissenschaftlich noch weitestgehend unerforscht. Als medizinisches Phänomen ist es jedoch anerkannt. Auch gesellschaftlich hat die Krankheit bereits große Akzeptanz, wie die Biowetter-Vorhersagen in zahlreichen Medien beweisen.

Ursachen

Die Wissenschaftler rätseln nach wie vor, woher die Wetterfühligkeit kommt. Eindeutig sind die Ursachen noch nicht identifiziert. Fakt ist, dass ein Zusammenhang zwischen meteorologischen Veränderungen und Stimmungsschwankungen existiert.

Bestes Beispiel ist Hitze, die an vielen Menschen nicht spurlos vorbeigeht. Ab einer Temperatur von 25 Grad Celsius ist nachgewiesen, dass das Herz einmal häufiger pro Minute schlägt. Aber auch Luftfeuchtigkeit und Temperatur nehmen Einfluss auf den Gesundheitszustand: Wärmehaushalt und Flüssigkeitsausgleich des Körpers werden beeinflusst.

Wissenschaftler vermuten elektromagnetische Felder als eine der Ursachen dieser Beeinflussung. Aber auch Luftdruckschwankungen und thermische Einflüsse sollen Wetterfühligkeit auslösen.

Viele Forscher sind der Ansicht, dass das Wetter selbst keine Krankheit auslösen kann, jedoch bestehende Probleme durch das Wetter verstärkt werden und dadurch erst bemerkt werden. Oft ist der Organismus einfach mit Veränderungen überfordert und zeigt das durch bereits bestehende Schwachstellen an.

Hinter Wetterfühligkeit steckt daher meist eine Grunderkrankung wie Kreislaufschwäche, Migräne oder Rheuma. Auch stressbedingte Belastungen kann der Körper verstärkt bei Wetterumschwüngen zum Ausdruck bringen.

Symptome

Viele Menschen, die von Wetterfühligkeit betroffen sind, leiden unter folgenden Symptomen:

In manchen Fällen können anstehende Wetterumschwünge bei Patienten regelrechte Migräneanfälle auslösen.

Aber auch Gelenkschmerzen bis hin zu Rheuma-Anfällen und Narbenschmerzen können dazu kommen. Manche Menschen, die einmal den Fuß kompliziert gebrochen hatten, merken noch Jahre später quasi „in den Knochen“, wann ein Sturm aufzieht oder das Wetter umschlägt.

Andere Menschen, gerade mit einem niedrigen Blutdruck, leiden eher unter Schwindel und Kreislaufproblemen.

Asthmatiker berichten oft von Verstärkung ihrer Symptome, wenn sich das Wetter ändert. Aber auch Stimmungsschwankungen wie Reizbarkeit und Aggressivität sind Symptome von Wetterfühligkeit. Letztere sollen vermehrt bei Föhn, also warmen Fallwind aus den Alpen auftreten. Betroffene berichten, je stärker und schneller sich das Wetter ändert, desto größer ist auch der Einfluss und demnach die Symptome.

Untersuchungen und Diagnose

Die klassische Diagnose kann bei Wetterfühligkeit nicht gestellt werden, da sie keine eigenständige Krankheit ist. Vielmehr ist es wichtig, die Grunderkrankungen zu diagnostizieren, deren Symptome bei der Wetterfühligkeit verstärkt auftreten. Daher sollte bei anhaltenden Beschwerden immer ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann medizinisch aufklären, wenn welche Symptome auftreten können, wie sie sich verschlimmern oder verbessern und was der Betroffene tun kann.

Eine medikamentöse Behandlung der Symptome sollte über einen längeren Zeitraum nicht ohne ärztliche Rücksprache vorgenommen werden.

Was hilft bei Wetterfühligkeit

Die klassische medizinische Therapie existiert für Wetterfühligkeit ebenfalls nicht. Vielmehr werden die Symptome der Grunderkrankung behandelt. So werden oft Schmerzmedikamente verschrieben, um die Leiden zu lindern.

Welche Hausmittel helfen bei Wetterfühligkeit?

Dennoch muss es nicht immer die chemische Keule sein. Auch Hausmittel können Betroffenen helfen. Maßnahmen nach "Kneipp" zum Beispiel harmonisieren das vegetative Nervensystem.

Pfefferminze hilft gegen Kopfschmerzen. Die Heilpflanze als Tee aufgegossen, fügt dem Körper gleichzeitig auch notwendige Flüssigkeit zu. Verdünnte Obstsäfte und dünne Kräutertees können ebenfalls helfen.

Weißdorn ist ein Kraut, dass gegen Kreislaufbeschwerden gewachsen ist, Engelwurz und der gelbe Enzian helfen gegen Erschöpfung, Melisse und Baldrian gegen Schlafstörungen und innere Unruhe.

Kräuterbad

  • 50 Gramm Rosmarin, Kamille und Lavendel in ein Baumwollsäckchen packen und unter das einlaufende Wasser hängen.
  • Das Wasser sollte nicht wärmer als 38 Grad Celsius sein.
  • Die Badedauer wird auf 20 Minuten empfohlen, dann hilft dieses Kräuterbad bei der Durchblutung des Gehirns und rheumatischen Beschwerden, befreit von Kopfdruck und beugt Erkältungen vor.

Was Sie sonst noch tun können

  • Alkohol, Kaffee und Schwarztee sollten in akuten Phasen vermieden werden.
  • Frische Luft und Sauerstoff können gegen Schmerzen helfen, da auch die Zellen neu durchblutet werden.
  • Eine leichte Ernährung mit viel Gemüse, Reis und Nudeln ist ebenfalls empfehlenswert, auf Fleisch sollte verzichtet werden.

Prävention und was ich selbst tun kann

Prävention WetterfühligkeitBewegung an der frischen Luft und eine gesunde Ernährung können bei Wetterfühligkeit helfen. (Foto by: gpointstudio / Depositphotos)

Raus an die frische Luft

Gesunde Menschen können eigentlich nur eins tun – den Körper abhärten. Dazu gehört, bei Wind und Wetter täglich eine halbe Stunde pro Tag an der frischen Luft zu verbringen. Das muss kein Hochleistungssport sein, spazieren gehen reicht schon aus. So kann sich der Körper auch an Temperaturänderungen anpassen. Also lieber einmal mehr das Auto stehen lassen und kurze Wege zu Fuß erledigen – das kann bereits vor Wetterfühligkeit schützen.

Wechselduschen

Wechselduschen und Kneippkur-Anwendungen stärken nicht nur den Kreislauf, sondern trainieren ebenfalls die Fähigkeit des Körpers, sich an Veränderungen anzupassen. Wer bereits unter einer chronischen Krankheit leidet, sollte besser bei seinem Arzt Rücksprache halten, was er vorbeugend tun kann.

Entspannung und eine gesunde Ernährung

Wer Stress als Ursache für sich erkannt hat, kann mit Entspannungsübungen wie Yoga entgegenwirken. Und eine ausgewogene Ernährung hilft immer, den Körper fit und widerstandsfähig zu halten.


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