Sanikel als Heilpflanze: Inhaltsstoffe, Wirkung, Rezept und Anwendung

Sanikel leitet sich vom lateinischen Wort "sanara", welches übersetzt "heilen" bedeutet. Dies weist schon auf die starke Heilkraft dieser Pflanze hin. Bereits im Altertum wurde der Sanikel geschätzt. Auch Hildegard von Bingen setzte den Sanikel häufig aufgrund seiner verdauungsstärkenden Wirkung ein.

Herkunft

Die Heilpflanze Sanikel (Sanicula) stammt aus der Familie der Doldengewächse und ist ursprünglich in Asien und Nordafrika beheimatet.

Arten

Wald-SanikelDer Wald-Sanikel ist auch in Europa zu finden. (Foto by: Mushy / Fotolia.com)

Rund 40 verschiedene Sanikel-Arten sind bekannt. Der Wald-Sanikel (Sanicula europaea) ist die einzige Art, die in Europa zu finden ist. Dieser ist bevorzugt in schattigen Laubwäldern zu finden, erreicht eine Höhe von bis zu 50 cm und trägt rötlich-weiße Blüten sowie kugelige kleine Früchte.

Synonyme

Sanikel ist auch unter folgenden Volksnamen bekannt:

  • Wundkraut
  • Bruchkraut
  • Heildolde
  • Scharnikel
  • Heiligenkraut

Erntezeit

Von Mai bis Juni (Blütezeit) und im Herbst werden das Kraut und die Wurzeln eingesammelt und verarbeitet.

Geschmack und Geruch

Sanikel besitzt einen bitteren Geschmack und weist einen kräftig würzigen Geruch auf.

Inhaltsstoffe

Die Pflanze enthält Saponine, Gerbstoffe, Flavonoide, organische Säuren, Schleimstoffe, Bitterstoffe, ätherisches Öl, Vitamin C und Allantoin.

Wirkung

Diese Inhaltsstoffe besitzen eine schleimlösende, entzündungshemmende, blutstillende, reinigende, immunstimulierend, wundheilende und antimikrobielle Wirkung.

Anwendungsformen von Sanikel

Folgende Anwendungsformen kommen zum Einsatz:

  • Fertigpräparate
  • Saft
  • Salbe
  • Tee
  • Umschlag
  • Tinktur

Sanikel Rezepte

Zubereitung Sanikel-Tee

Hierfür 1 Teelöffel der Heilpflanze mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. 2-3 Tassen pro Tag davon trinken.

Leidet man unter einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) oder Halsentzündungen, so kann mit dem Tee gegurgelt werden.

Auch bei Erkältungen, Husten und Magenbeschwerden ist Sanikel-Tee sehr wirkungsvoll.

Bei Osteoporose kann Sanikel mit Frauenmantel und Rotklee kombiniert werden. Bei einem Magengeschwür wird eine Kombination mit Ringelblume, Damiana und Blutwurz empfohlen.

Um Scheidenpilz (Vaginalpilz) oder Herpes im Genitalbereich zu behandeln kann eine Waschung mit Sanikel-Tee durchgeführt werden.

Auflage mit frischen Sanikel-Blättern

Zur Behandlung von einem Bluterguss, einer Prellung oder Quetschung wirken frische Sanikel-Blätter sehr gut. Diese zerkleinern, auf die betroffenen Stellen legen und nach einer Einwirkzeit von 15 Minuten entfernen. Diese Anwendung kann bis zu 3 mal täglich erfolgen.

Sanikel-Tinktur

Zur Herstellung einer Sanikel-Tinktur das frische Kraut zerkleinern, mit 45 prozentigem Alkohol mischen (im Verhältnis 1:5), gut verschließen und 3 Wochen ziehen lassen (dabei das Gemisch öfters durchschütteln). Anschließend die Tinktur abseihen und in dunklen Fläschchen abfüllen.

Diese Tinktur kann bei leichten Atemwegserkrankungen, Knochenbrüchen, Gastritis, Zahnfleischbluten, Wunden und Osteoporose angewendet werden.

Anwendungsgebiete

Homöopathie

In der Homöopathie wird Sanikel in Form von Globuli gegen Durchfallerkrankungen angewendet, hierfür werden die frischen, blühenden, oberirdischen Teile der Pflanze verwendet.

Sanikelsalbe

Diese ist sehr wirksam bei Hämorrhoiden und Hautproblemen, wie zum Beispiel bei einem atopischen Ekzem.

Wundbehandlung

Die im Sanikel enthaltenen Gerbstoffe sorgen für eine Reinigung der Wunden und helfen Eiterungen vorzubeugen, zudem wird die Wundheilung angekurbelt.

Um die Blutung zu stillen frisches Sanikelkraut auf die Wunden legen. Verletzungen heilen durch die Anwendung von Sanikel sehr schnell.

Bei offenen Wunden die Blätter und Blüten in Butter kochen und auf die Wunde legen.

Knochenbrüche

In früheren Zeiten wurde Sanikel als Heilwein vor allem zur Behandlung von Knochenbrüchen bei älteren Menschen angewendet. Um diese Wirkung zu verstärken, wird dieser auch heute noch zusammen mit dem Schüßler Salz Calcium phosohoricum verabreicht.

Weitere Anwendungsbereiche

Weiters kann Sanikel bei folgenden Beschwerden eingesetzt werden:

  • Blähungen
  • Blutungen im Magen- und Darmtrakt
  • Zerrungen
  • Geschwüren
  • Hautausschlägen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Nierenblutungen

Zur Prävention von Knochenbrüchen durch Osteoporose kann Sanikel vorbeugend angewendet werden. Zudem kann Sanikel bei Cellulite und gegen Viren, Bakterien und Pilzen helfen.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen mit anderen Mitteln sind kaum bekannt. Selten kann es bei Kontakt zu Hautausschlägen kommen.

Werden blutdrucksenkende Mittel oder Duiretika eingenommen, sollte Sanikel vorsichtig angewendet werden.

Es ist ratsam vor einer Behandlung mit Sanikel einen Arzt zu konsultieren, da diese Pflanze nicht überdosiert werden sollte.


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