Darmkrebs

Darmkrebs zählt zu den häufigsten und schwersten Krebserkrankungen. Er ist ein stiller Krebs und macht oft erst im fortgeschrittenen Stadium Symptome. Dennoch ist die Diagnose Darmkrebs kein Todesurteil; es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten und auch viele Methoden der Entstehung von Darmkrebs vorzubeugen.

DarmkrebsSymptome treten bei Darmkrebs oft erst in einem fortgeschrittenem Stadium auf. (Foto by: AndreyPopov / Depositphotos)

Bei Darmkrebs handelt es sich um entartetes Gewebe im Darm, welches im weiteren Verlauf Metastasen in den umliegenden Organen, wie etwa der Leber, bilden kann. Darmkrebs gehört in Industrieländern zu den häufigsten Krebserkrankungen.

In Österreich ist Darmkrebs bei Männern die dritthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung. Meist entsteht ein Darmtumor, wenn sich die Schleimhautzellen im Darminneren unkontrolliert zu vermehren beginnen. Dabei bildet sich zuerst eine gutartige Wucherung, ein Darmpolyp, welcher sich dann in einen bösartigen Tumor umwandeln kann.

Es dauert jedoch viele Jahre bis sich aus einem gutartigen Polypen ein Darmtumor entwickelt. Wird der Polyp rechtzeitig entfernt, kommt es zu keiner Krebserkrankung. Obwohl alle Teile des Darms von Krebs befallen sein können, bilden sich Tumore meist im Enddarm oder im Dickdarm, man spricht dann vom Rektumkarzinom oder vom Kolonkarzinom. Der Dünndarm ist nur in seltenen Fällen betroffen.

Ursachen für Darmkrebs

Ungesunde Ernährung

Die Entstehung von Darmkrebs ist multifaktoriell, das bedeutet, dass verschiedene Faktoren zusammen kommen müssen, damit es zu einer Erkrankung kommt. Bei Tumoren im Darm spielen Umwelteinflüsse eine wesentliche Rolle. Obwohl es noch nicht endgültig belegt werden konnte, wird vermutet, dass durch eine zu fett- und fleischreiche Ernährung das Darmkrebsrisiko erhöht wird.

Alkohol und Nikotin

Weiters sind der Konsum von Alkohol und Nikotin bekannte Risikofaktoren.

Darmpolypen

Menschen mit gutartigen Wucherungen des Dickdarms, so genannten Darmpolypen, haben ein erhöhtes Risiko an Darmkrebs zu erkranken, da sich Darmpolypen zu bösartigen Tumoren entwickeln können. In den meisten Fällen werden Polypen im Darm daher sofort nach ihrer Entdeckung entfernt.

Chronische Darmerkrankungen

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erhöhen ebenso das individuelle Risiko an Darmkrebs zu erkranken, allerdings konnte in diesem Zusammenhang noch nicht festgestellt werden wie sehr sich das Risiko zu erkranken wirklich erhöht.

Vererbbare Formen

Obwohl der Großteil der Darmkrebsfälle hauptsächlich umweltbedingt ist, gibt es auch vererbbare Formen. Es kann in Familien gehäuft zum Auftreten Darmkrebserkrankungen kommen. Die Ursache dafür kann etwa ein bestimmtes Gen sein, welches bei der Mehrheit der Patienten, bei denen es vorliegt, letztlich zu Dickdarmkrebs führt. Das Auftreten von Darmpolypen kann ebenso genetisch bedingt sein. Dadurch wird das Darmkrebsrisiko erhöht, weil sich diese Polypen in Tumore umwandeln können.

Allgemein kann gesagt werden, dass die Wahrscheinlichkeit im Laufe seines Lebens an Darmkrebs zu erkranken etwa dreimal so hoch wie bei der Normalbevölkerung ist, wenn einer der beiden Elternteile Darmkrebs hatte.

Symptome von Darmkrebs

Meist wachsen Tumore im Darm nur sehr langsam wodurch sie auch erst spät Symptome verursachen. Dies ist besonders bei der Therapie und den Heilungschancen von Darmkrebs ein Problem, da der Krebs in vielen Fällen schon lange wachsen konnte bevor er entdeckt wurde und dadurch die Heilungschancen sinken. Im Großteil der Fälle kann Darmkrebs geheilt werden, wenn er in einem Frühstadium festgestellt wurde.

Typische Symptome von Darmkrebs sind:

Veränderungen beim Stuhlgang können Blut im Stuhl beinhalten oder sich auch einfach nur auf veränderte Gewohnheiten beim Stuhlgang beziehen. So sollte ein Gastroenterologe aufgesucht werden, wenn ein Patient unter anhaltenden Durchfällen oder Verstopfungen ohne ersichtliche Ursache leidet.

Charakteristisch für Darmkrebs ist der plötzliche Wechsel von Verstopfung zu Durchfall oder umgekehrt. Es können auch starke krampfartige Bauchschmerzen auftreten, die wochenlang nicht aufhören.

Manche Betroffene leiden unter starken Blähungen, die nicht erklärbar sind oder Schmerzen im Anus. Kommt es zu einer auffallenden Blässe, kann dies ein Indiz für eine Blutarmut sein, welche durch unbemerkte Blutungen im Darm zustande kommt.

Bei sehr weit fortgeschrittenem Darmkrebs kann es zu einem Darmverschluss durch das Tumorgewebe oder auch zu einem Darmdurchbruch kommen. Durchbricht der Tumor die Darmwand kann dies zu lebensbedrohlichen Entzündungen führen.

Untersuchungen und Diagnose

Bei dem Verdacht auf Darmkrebs gibt es verschiedene Untersuchungen, die von Fachärzten durchgeführt werden, um eine endgültige Diagnose stellen zu können. Interdisziplinarität spielt besonders bei der Diagnostizierung von Darmtumoren eine wesentliche Rolle. Eine Diagnose von Darmkrebs kommt durch die enge Zusammenarbeit von Gastroenterologen, Radiologen, Onkologen und Pathologen zustande.

Da Darmkrebs häufig erst erkannt wird, wenn er sich bereits stark ausgebreitet hat, sind Vorsorgeuntersuchungen ein wichtiges Mittel, um Tumore im Darm möglichst früh erkennen zu können. Grundsätzlich gilt, je früher der Krebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Zur Diagnose von Darmkrebs wird zuerst eine Darmspiegelung durchgeführt.

Finden sich hier Wucherungen im Darm, wird eine Biopsie durchgeführt und das entnommene Gewebe wird von einem Pathologen untersucht. Weiters wird eine Blutuntersuchung sowie eine Stuhluntersuchung gemacht. Auch Röntgenuntersuchungen und Ultraschalluntersuchungen können zur Abklärung und Bestimmung der Position des Tumors eingesetzt werden.

Es ist auch wichtig etwaige Metastasen zu finden und genau zu lokalisieren. Hierbei können Verfahren wie Computertomographien oder Positronen-Emissions-Tomographien eingesetzt werden, welche eine sehr genaue Lokalisation des Tumors und der Metastasen ermöglichen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Behandlung DarmkrebsBei Darmkrebs wird das betroffene Gewebe operativ entfernt. (Foto by: stockasso / Depositphotos)

Ist die Position des Tumors genau bestimmt, wird dieser wenn möglich operativ entfernt. Die Entfernung des entarteten Gewebes ist umso schwieriger und birgt umso mehr Gefahren, je weiter sich der Tumor schon ausbreiten konnte. Ist der Tumor nicht gut vom übrigen Gewebe abgegrenzt, wird häufig eine komplette Resektion, also eine Entfernung des Darms, vorgenommen.

In frühen Stadien genügt es meist den betroffenen Darmabschnitt sowie die in der Nähe befindlichen Lymphknoten chirurgisch zu entfernen. Ist die Erkrankung bereits zu weit fortgeschritten, sodass eine Entfernung des Tumors nicht mehr möglich ist, wird zuerst eine Chemotherapie begonnen, um den Tumor zu schrumpfen.

Treten Komplikationen auf, ist manchmal nach einer Darmoperation das Schaffen eines vorübergehenden künstlichen Darmausgangs nötig. Bei Rektumkarzinomen ist es häufig notwendig einen dauerhaften künstlichen Darmausgang zu legen. Auch wenn der Tumor gut lokalisierbar ist, kann es sinnvoll sein zusätzlich zur Operation eine Strahlentherapie oder Chemotherapie zu beginnen, um die möglicherweise nach der Operation verbleibenden Krebszellen am Wachsen zu hindern.

Ist der Tumor im Darm zu groß und sind auch Metastasen in Leber und Lunge vorhanden, ist eine Heilung meist nicht möglich. Es kann jedoch durch eine teilweise Entfernung des Tumors sowie durch Strahlen- oder Chemotherapie das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt werden.

Prävention und was ich selbst tun kann

Anders als bei vielen anderen Krebserkrankungen können verschiedenste Maßnahmen unternommen werden um die Entstehung von Darmkrebs effektiv zu verhindern. Dazu zählt vor allem eine gesunde Lebensweise, welche natürlich auch das Risiko an anderen Krebsarten zu erkranken verringern kann.

Bei der Vorbeugung von Darmkrebs spielt besonders die richtige Ernährung eine entscheidende Rolle:

  • Es wird empfohlen hauptsächlich Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und fettreduzierte Milchprodukte zu sich zu nehmen.
  • Am wichtigsten ist es jedoch darauf zu achten, was einem an Nahrungsmitteln gut tut. Verträgt jemand keine Vollkornprodukte, ist es nicht empfehlenswert diese trotzdem zu konsumieren.
  • Weiters sollte eher weißes als rotes Fleisch verzehrt werden und generell auf eine kalorienarme Ernährung geachtet werden.

Übergewicht kann zur Entstehung von Darmkrebs beitragen und sollte durch die entsprechende Ernährung und tägliche Bewegung vermieden werden.

Ab dem 50. Lebensjahr steigt die statistische Wahrscheinlichkeit an Darmkrebs zu erkranken, daher ist es ratsam sich ab diesem Alter regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zu unterziehen. Durch die Vorsorgeuntersuchungen kann der Krebs nicht nur in einem Frühstadium erkannt werden, sondern tatsächlich auch seine Entstehung verhindert werden.

So können im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung Polypen im Darm entdeckt werden, welche dann entfernt werden können bevor sie sich zu Krebsgeschwüren weiterentwickeln.

Die Darmkrebsvorsorgeuntersuchungen beinhalten meist:

  • eine Darmspiegelung
  • ein Abtasten des Bauches
  • einen Hämoccult-Test, bei dem Blut im Stuhl festgestellt werden kann


Bewertung: Ø 3,4 (7 Stimmen)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Speiseröhrenkrebs

Speiseröhrenkrebs

Die frühen Formen von Speiseröhrenkrebs verursachen noch keine Beschwerden. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

weiterlesen
Magenkrebs

Magenkrebs

Magenkrebs bezeichnet die Ausbildung von schädlichen Krebszellen im Magen. Die Ursachen sind nicht völlig geklärt, es gibt aber Risikofaktoren.

weiterlesen
Weißer Hautkrebs

Weißer Hautkrebs

Die Hauptursache für weißen Hautkrebs ist eine lang andauernde Einstrahlung von UV- Licht auf die Haut.

weiterlesen
Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenkrebs

Bei Schilddrüsenkrebs handelt es sich um einen seltenen, bösartigen Tumor der Schilddrüse. Zu den Ursachen zählen unter anderen ein Jodmangel und genetische Faktoren.

weiterlesen

User Kommentare