Sommergrippe

Unter dem Terminus "Sommergrippe" versteht man im Allgemeinen einen grippalen Infekt bzw. eine starke Erkältung während der Sommermonate. Allerdings hat die Sommergrippe nichts mit der "echten" Grippe, die hauptsächlich im Winter auftritt, zu tun.

kranke Frau im SommerIm Normalfall verläuft eine Sommergrippe wie ein grippaler Infekt. (Foto by: michaelpuche / Depositphotos)

Eine Sommergrippe ist von der Grippe, ausgelöst durch Influenza-Viren, grundsätzlich zu unterscheiden. Man kann sich gegen eine Sommergrippe nicht impfen lassen.

Im Normalfall verläuft eine Sommergrippe wie ein grippaler Infekt, wobei die Ansteckung über eine Tröpfcheninfektion, wie zum Beispiel Niesen oder Husten, erfolgt. Aber auch durch die Berührung einer Türklinke oder eines Einkaufswagens können die Krankheitserreger auf die Schleimhäute gelangen. Speziell bei Personen, die täglich mit vielen anderen in Kontakt kommen, steigt die Gefahr, sich mit einer Sommergrippe zu infizieren.

Ursachen für eine Sommergrippe

Eine Sommergrippe wird durch Viren ausgelöst, wobei es rund 200 unterschiedliche Virenarten gibt, die den Infekt verursachen können. Einige davon sind speziell bei höheren Temperaturen äußerst aktiv und unempfindlich gegen UV-Licht bzw. Austrocknung. Sehr häufig wird die Infektion durch so genannte Enteroviren (oder Coxsackievieren) ausgelöst, allerdings wird der menschliche Körper von Viren erst dann angegriffen, wenn das Immunsystem bereits geschwächt ist.

Ein Auslöser dafür kann eine Stressreaktion des Körpers sein. Dabei handelt es sich jedoch nicht um psychischen Stress, sondern um

  • hohe Temperaturunterschiede
  • übermäßiges Sonnenbaden und sofortige Abkühlung
  • starkes Schwitzen
  • zu geringe Flüssigkeitsaufnahme

wodurch der menschliche Körper gezwungen ist, auf Hochtouren zu laufen. Nun können sich die Viren einnisten und der Körper versucht, die Fremdkörper wieder loszuwerden, indem er mit Schnupfen, Husten und Unwohlsein darauf reagiert.

Symptome einer Sommergrippe

Wer sich mit einer Sommergrippe angesteckt hat, leidet an den typischen Symptomen einer Erkältung wie Schnupfen, Husten, Hals- und Kopfschmerzen, Fieber sowie Gliederschmerzen. Darüber hinaus können auch Schüttelfrost oder Ohrenschmerzen bzw. ein generelles Gefühl von Kraftlosigkeit und Abgeschlagenheit hinzukommen.

Da man im Sommer stärker schwitzt, trocknet der Körper rasch aus, dadurch ist eine Sommergrippe sehr häufig auch von Durchfall und Erbrechen begleitet.

Untersuchungen und Diagnose

Auf Grund der vielen verschiedenen Symptome einer Sommergrippe ist es notwendig, die Ursache dafür abzuklären. Ein Schnupfen kann beispielsweise auch auf eine Nasennebenhöhlenentzündung hinweisen, hinter Ohrenschmerzen kann unter Umständen auch eine Mittelohrentzündung stecken. Daher sollte beim Auftauchen unterschiedlicher Symptome auch immer eine genaue Diagnose erfolgen.

Vor allem wer zuvor im tropischen Ausland war, sollte bei grippeähnlichen Symptomen auch an Malaria oder Dengue-Fieber als Ursache dafür denken. Außerdem ist es empfehlenswert, seinen Körper auf Zeckenbisse zu untersuchen, da auch die Hirnhautentzündung FSME, die durch Zecken übertragen wird, mit denselben Anzeichen wie eine Sommergrippe beginnt.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Tee trinken bei SommergrippeEinfache Hausmittel können bei einer Sommergrippe für Linderung sorgen. (Foto by: gresey / Depositphotos)

Normalerweise kann das menschliche Immunsystem eine Sommergrippe alleine bekämpfen, sodass sie nach ein bis maximal zwei Wochen wieder verschwindet. Eine Behandlung hat das Ziel, die unterschiedlichen Symptome des Infekts zu mildern. Allerdings ist eine Therapie mit Antibiotika überflüssig, da diese nur bakterielle Infekte bekämpfen, eine Sommergrippe aber hauptsächlich durch Viren ausgelöst wird.

Einfache Mittel gegen Schnupfen, Husten, Kopf- oder Gliederschmerzen reichen im Normalfall daher völlig aus, um die Symptome zu lindern. Darüber hinaus sollte man bei einer Sommergrippe sehr viel Flüssigkeit aufnehmen, besonders wenn auch Durchfall oder Erbrechen auftreten. Ideal geeignet sind Wasser, verdünnter Fruchtsaft oder auch Kräuter- bzw. Früchtetees. Zu beachten ist, dass die Getränke nicht eisgekühlt sein sollten, da der Temperaturunterschied zwischen Flüssigkeit und Körpertemperatur sonst zu groß ist und den Körper nur zusätzlich stresst.

Ratsam sind auch Suppen, da sie das Gleichgewicht des Elektrolythaushaltes wieder herstellen. Auch Hausmittel helfen bei Erkältungssymptomen. So wirkt Kamillen- oder Salbeitee abschwellend auf die Schleimhäute, entzündungshemmend und kühlend sind auch Topfenwickel, die man um den Hals legt. Eine sehr positive Wirkung hat auch die Ingwerwurzel, da sie die Abwehrkräfte des menschlichen Körpers wieder stärkt. Fieber kann man sehr gut mit Wadenwickeln bzw. Lindenblütentee oder Holunderblütentee behandeln.

Lutschbonbons auf Salbeibasis mildern Halsschmerzen und tragen zur Befeuchtung der Schleimhäute bei. Gegen Schnupfen helfen Nasensprays aus Salzwasser oder Inhalationsbäder mit ätherischen Ölen oder Kamille. Bei Fieber und Gliederschmerzen hilft Paracetamol oder der Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Chlorphenamin mildert den Hustenreiz und wirkt abschwellend auf Hals- und Nasenschleimhäute. Zur Unterstützung des Immunsystems ist auch Vitamin C sehr gut geeignet. Vor allem sollte dem Körper auch viel Ruhe gegönnt werden, denn auch wenn das Wetter sehr verlockend ist, muss der grippale Infekt auch im Sommer richtig auskuriert werden.

Prävention und was ich selbst tun kann

Wird der Körper während der heißen Sommermonate nur gering belastet, so erkrankt man normalerweise kaum an einer Sommergrippe.

  • Daher ist anzuraten, speziell in der Mittagshitze auf Sonnenbaden oder jede körperliche Anstrengung zu verzichten. So sollte man sich während der ersten Sonnenbäder nicht mehr als 15 Minuten in der Sonne aufhalten.
  • Wer im Wasser fröstelt, sollte es unverzüglich verlassen, da dies ein Hinweis darauf ist, dass der Körper schon sehr weit abgekühlt ist. Nach dem Schwimmen sollten darüber hinaus die Badesachen gewechselt und der Körper in ein Badetuch eingewickelt werden. Um einem sommerlichen grippalen Infekt vorzubeugen, ist auch das rasche Wechseln von nasser bzw. verschwitzter Kleidung anzuraten.
  • Auch eiskalte Getränke sind nicht empfehlenswert, da auch sie auf Grund des hohen Temperaturunterschiedes zwischen Getränk und Körper Stress hervorrufen. Wichtig ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr, die an sehr heißen Tagen drei Liter oder mehr betragen sollte.
  • Auch ein langer Aufenthalt in Räumen mit Klimaanlagen kann das Immunsystem schwächen. In der Regel sollte die Raumtemperatur nicht mehr als 5 Grad unter der Außentemperatur liegen, da der Körper sonst einem Hitzeschock ausgesetzt wird.
  • Des Weiteren ist auch auf eine vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung zu achten, da zu schwere Nahrungsmittel die Verdauung des Körpers antreiben und ihn dadurch wiederum stressen.
  • Um dem grippalen Infekt vorzubeugen, kann das Immunsystem auch mit Methoden wie Kneippschen Güssen, Wechselduschen, regelmäßigem Sport oder Saunieren gestärkt werden.


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