Schröpftherapie

Die Schröpftherapie ist ein Naturheilverfahren, das sich in verschiedenen Kulturen unterschiedlich weiterentwickelte. Die Saugglocken werden auf bestimmte Körperpunkte aufgesetzt, dadurch wird ein Reiz ausgelöst, der viele Beschwerden und Störungen verbessern soll. Allerdings fehlen Belege über eine tatsächliche Wirksamkeit der Schröpftherapie.

SchröpftherapieBei einer Schröpftherapie werden Saugglocken auf bestimmte Körperpunkte aufgesetzt (Foto by: SimpleFoto / Depositphotos)

Die Schröpftherapie gilt auch heute noch in vielen Ländern wie Vietnam, Russland oder China als altbewährtes Naturheilmittel. Auch bei den Hollywoodstars, wie Jennifer Aniston und Co ist die Schröpftherapie sehr beliebt. Beim Schröpfen wird im Grunde erst Luft in einem gläsernen Behälter (oder einer Glasglocke) erhitzt, danach wird die Glocke rasch auf die bestimmte Hautstelle aufgebracht.

Kühlt sich die Luft in der Saugglocke ab, entsteht ein Vakuum. Durch den dadurch entstehenden Sog wird die Haut und das darunter liegende Weichgewebe, in die Glocke gezogen. Das Ziel des Schröpfens ist das Aktivieren und Stärken der Selbstheilungskräfte. Durch den Unterdruck wird eine Ausleitung von Schadstoffen über die Haut ermöglicht, bzw. gewünscht.

Es werden drei Schröpfmethoden unterschieden:

  • Das unblutige Schröpfen (wird auch in der traditionellen chinesischen Medizin zum Stimulieren der Akupunkturpunkte angewendet)
  • Die Schröpfmassage
  • Das blutige Schröpfen (die Haut wird dabei angeritzt, Blut aus den Hautmikrogefäßen gesogen; war in Zeiten des Aderlasses in Europa sehr beliebt). Dabei gilt es zu beachten, dass es nur in einer Arztpraxis durchgeführt wird.

Mit der Schröpftherapie kann eine Reihe von verschiedenen Leiden behandelt werden. Das Schröpfen sollte aber keineswegs als "alles heilende Methode" gesehen werden, oft wird das Schröpfen begleitend zu anderen Behandlungen oder dem Einsatz von Medikamenten angewendet.

Auch wenn die Schröpftherapie an sich eine einfach auszuführende Maßnahme ist, gehört das Verfahren in die Hände eines erfahrenen Therapeuten. Naturheilkundler, Akupunkteure oder Chiropraktiker sind die richtigen Ansprechpartner.

Anwendungsgebiete, Ausführung und Nebenwirkungen

Eine Schröpftherapie kann bei einer Reihe von Beschwerden angewendet werden:

  • Bei Erkältungen
  • Bei Problemen mit der Verdauung
  • Bei rheumatischen Erkrankungen
  • Bei Störungen des weiblichen Zyklus
  • Bei Entzündungen der Harnwege
  • Bei Halsschmerzen
  • Bei Migräne und anderen Kopfschmerzarten
  • Bei Asthma bronchiale, Bronchialkatarr oder Grippe
  • Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Kreislaufstörungen
  • Bei Cellulite (besonders die Schröpfmassage)
  • Bei Ekzemen
  • Bei Gelenks- und Muskelproblemen, u.v.m.

SchröpfenDurch das Schröpfen sollen Schadstoffe aus dem Körper geleitet werden. (Foto by: AndreyPopov / Depositphotos)

Für eine Schröpftherapie-Sitzung werden in der Regel 20 Minuten anberaumt, meist braucht es mehrere Behandlungen. An dieser Stelle sei nochmals angemerkt, dass nur ein erfahrener Therapeut aufgesucht werden sollte, denn eine Saugglocke darf beispielsweise nicht an großen Gefäßen wie der Halsschlagader angesetzt werden oder direkt ober den Eingeweiden.

Auch Heim-Schröpf-Sets kann man erwerben, doch ohne Anleitung eines Therapeuten oder Arztes sollten diese nicht zum Einsatz kommen. Die Risiken von Nebenwirkungen sind bei richtiger Anwendung gering, allerdings kann es zu typischen runden Blutergüssen kommen. Die blutige Schröpf-Version kann allerdings zu Infektionen führen, eine sorgfältige Wundbehandlung ist vonnöten.

Fazit

  • Auch wenn das Schröpfen eine lange Geschichte hat und heute in vielen Ländern praktiziert wird, tatsächliche Belege für eine positive Wirkung gibt es nicht.
  • Wichtig ist es, wenn man sich als unterstützende Maßnahme für eine Schröpftherapie entscheidet, einen erfahrenen Therapeuten zu suchen.
  • Nach den Befürwortern der Schröpftherapie reagiert der Körper schon ein paar Stunden nach der Behandlung positiv auf die Maßnahme.
  • Schröpfen wird von alternativen Therapeuten wie Chiropraktikern oder Akupunkteuren praktiziert. Das blutige Schröpfen darf in Österreich nur von Ärzten/Ärztinnen ausgeführt werden.


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