Cupping: Tipps und Wissenswertes über das Schröpfen

Cupping ist die englische Bezeichnung für Schröpfen. Diese alternative Heilmethode wird bereits seit Jahrtausenden genutzt. Gemeint ist damit ein örtliches Blutsaugen. Dabei gelangt Unterdruck auf einem begrenzten Hautareal zur Anwendung. Großer Beliebtheit erfreut sich das Cupping bzw. Schröpfen bei Heilpraktikern und Alternativmedizinern, die es zu den ausleitenden Verfahren rechnen. Zur Anwendung soll es bereits vor 5300 Jahren in Mesopotamien gekommen sein. Obwohl es bis heute noch keinen wissenschaftlichen Beweis für die medizinische Wirkung des Schröpfens gibt, schwören zahlreiche Menschen auf diese alternative Behandlungsmethode.

Schröpfen Durch das Schröpfen sollen Schadstoffe aus dem Körper geleitet werden. (Foto by: AndreyPopov / Depositphotos)

Wozu dient das Cupping?

Durch das Schröpfen werden giftige Stoffe durch das Stimulieren von körpereigenen Prozessen aus dem Körper geleitet. Gleichzeitig lassen sich die Heilungsprozesse des Organismus anregen.

Positive Effekte werden dem Cupping bei schmerzenden oder verhärteten Muskeln nachgesagt. Außerdem lindert es u. a. Verdauungsprobleme, Migräne, Depressionen, Bluthochdruck und Asthma bronchiale.

Des Weiteren gilt das Schröpfen als effektive Entspannungsmethode.

Cupping als Trend

In der heutigen Zeit ist das Cupping bzw. Schröpfen wieder angesagt. So setzen zum Beispiel Prominente wie der ehemalige amerikanische Weltklasse-Schwimmsportler Michael Phelps oder Schauspielerinnen wie Gwyneth Paltrow auf die positive Wirkung des Cupping.

Was wird zum Cupping benötigt?

Für das Cupping braucht der Anwender glockenförmige Gefäße, die aus Glas oder Kunststoff bestehen. Sie werden auch als Cups, Schröpfgläser oder Schröpfköpfe bezeichnet. Zur Anwendung lassen sie sich auf der bloßen Haut des Patienten platzieren.

Eine moderne Variante der Schröpfgläser stellen Cups aus Silikon dar. Sie gelten als pflegeleicht und lassen sich einfach mit der Hand zusammendrücken. Außerdem haben sie gegenüber den klassischen Schröpfgläsern den Vorteil, nicht zu zerbrechen. Auch ihre Reinigung ist kein großes Problem.

Wie funktioniert das Schröpfen?

Beim Schröpfen wird die Luft, die sich im Inneren der Cups ansammelt, erhitzt. Der Therapeut entflammt zu diesem Zweck einen Wattebausch, den er zuvor in Äther tränkt. Danach hält er die Watte kurz in das Innere des Schröpfglases.

Das auf diese Weise erhitzte Schröpfgefäß wird mit seiner Öffnung anschließend auf die zu therapierende Körperstelle gesetzt. Dabei handelt es sich in der Regel um Stellen auf dem Rücken, den Beinen oder dem Bauch. Haben die Cups ihre Position eingenommen, kann der Heilungsprozess seinen Anfang nehmen.

Die Luft, die sich im Inneren des Schröpfglases erhitzt hat, kühlt sich wieder ab. Infolgedessen entsteht zwischen der Oberfläche der Haut und dem Inneren des Cups ein Vakuum, das wiederum einen intensiven Unterdruck hervorruft. Die Haut saugt sich deshalb an das Glas an.

Ablauf

Schröpftherapie Bei einer Schröpftherapie werden Saugglocken auf bestimmte Körperpunkte aufgesetzt (Foto by: SimpleFoto / Depositphotos)

Zunächst muss der Therapeut die Haut des Patienten abtasten, damit er Erhebungen, Verhärtungen oder Veränderungen des Muskeltonus auf die Spur kommt. Findet er behandlungsbedürftige Körperstellen, kann das Cupping beginnen.

Insgesamt werden zwischen sechs und zehn Cups auf den betreffenden Hautstellen platziert. Das Ansaugen der Schröpfgläser führt dazu, dass sich die Blutgefäße weiten und verstärkt Blut aus dem Gewebe von Muskel- und Hautschichten fließt, was auch für den Lymphfluss gilt. Durch dieses Vorgehen läuft der Stoffwechsel intensiv ab, sodass der Lymphkreislauf die giftigen Stoffe aus dem Körper leiten kann.

Moderne Varianten

Beim Cupping muss aber nicht immer ein brennender Wattebausch zum Einsatz kommen. So greifen einige Therapeuten mittlerweile auch auf mechanische Absaugvorrichtungen wie Pumpbälle oder elektrische Pumpen zurück. Bei diesen Varianten entsteht der Unterdruck nicht durch Wärme, sondern durch das Absaugen aus dem Gefäß. Mithilfe eines Ventils lässt sich das Eindringen von Luft in das Glas unterbinden. Außerdem löst es den Unterdruck auf.

Der positive Effekt des Cupping

Der Unterdruck, der von den Cups erzeugt wird, bewirkt die Anregung der Durchblutung. Ebenso wird der Lymphfluss stimuliert und die Schmerzen lassen sich gewissermaßen wegmassieren.

Das Schröpfen lockert die schädlichen Stoffe, die sich im Gewebe des Körpers befinden und leitet sie via Entgiftungsorgane aus dem Organismus.

Cupping bringt einige Vorteile mit sich. Cupping bringt einige Vorteile mit sich. (Foto by: SIphotography / Depositphotos)

Stimulation der Reflexzonen

Das Schröpfen lässt sich ebenso zur Stimulation der Reflexzonen, die sich auf dem Rücken befinden, nutzen. Dies wirkt sich ähnlich wie bei der Akupunktur positiv auf den Heilungsprozess aus.

Nach Auffassung der Alternativmedizin besteht eine dichte Wechselbeziehung zwischen den unterschiedlichen Reflexzonen und den einzelnen Organen. Durch das Reizen des Bindegewebes aufgrund des Unterdrucks, kommt es zum Weiterleiten des Impulses zu dem Organ, mit dem es eine Verbindung gibt. Mit dem Cupping versuchen die Alternativmediziner, das jeweilige Organ positiv zu beeinflussen.

Wie lange dauert das Schröpfen?

Eine Cupping-Behandlung nimmt je nach Beschwerdebild etwa 15 bis 30 Minuten in Anspruch. Die Sitzungen werden in den folgenden Wochen zwischen zwei und zehn Mal wiederholt, was sich ebenfalls nach den individuellen Beschwerden richtet. Erst nach mehreren Anwendungen ist eine gesundheitliche Besserung zu verspüren.

Unterschiedliche Cupping-Formen

Beim Cupping gilt es zwischen mehreren Formen zu unterscheiden. Dies sind:

  • das blutige Schröpfen
  • das trockene Schröpfen
  • die Schröpfkopfmassage

Blutiges Schröpfen

Das sogenannte blutige oder nasse Schröpfen war bereits in der Antike in Mesopotamien bekannt. Vor dem Aufsetzen des Glases ritzt der Therapeut die Haut mit einer Blutlanzette an. Durch den Unterdruck kommt es zum verstärkten Herausziehen des Blutes aus der Haut.

Das blutige Schröpfen gilt zur Behandlung von akuten Schmerzen als sinnvoll.

Trockenes Schröpfen

Eine schonendere und moderne Cuppingvariante ist das trockene Schröpfen. Dabei setzt man das Schröpfglas auf unversehrte Stellen der Haut.

Seit einigen Jahren lässt sich das Schröpfen auch ohne Glas durchführen. Dabei gelangen Applikationen aus biokompatiblem Silikon zum Einsatz. Das Vakuum über der Haut entsteht durch das Aufsetzen oder Zusammendrücken. Ebenso ist die Anwendung einer Silikonpumpe möglich. Verwendung finden u. a. spezielle Vierkammersauger oder Matten, die mit mehreren Saugnäpfen ausgestattet sind.

Das trockene Schröpfen eignet sich zur Therapie von chronischen Beschwerden oder zur Prävention.

Schröpfkopfmassage

Die Schröpfkopfmassage wird auch als Saugwellenmassage bezeichnet. Die Hautstellen, auf denen man einen Cup platziert, werden zuvor eingeölt oder mit einer Schröpfsalbe versehen. Anschließend findet das Verschieben des Schröpfkopfes auf eine bestimmte Hautstelle statt. Die Förderung der Durchblutung fällt dadurch stärker aus als bei der konventionellen Massage.

Für wen eignet sich das Cupping?

Cupping eignet sich für fast jedermann, der unter stressbedingten Beschwerden wie zum Beispiel Nackenschmerzen leidet.

Die Anwendung der modernen Cups aus Silikon lässt sich auch bequem zu Hause durchführen. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich. Die Cups werden gezielt auf die schmerzenden Bereiche aufgebracht und sorgen für Linderung. Auf diese Weise ist eine selbstständige Behandlung möglich. So verbessert sich die Durchblutung, die Schmerzen gehen zurück, die Haut wirkt straffer und der Anwender fühlt sich gesünder und entspannter.

Auch bei Sportlern erfreut sich das Cupping großer Beliebtheit. Das Verfahren wird von ihnen zur Regeneration sowie zum Lindern von klassischen Sportlerproblemen wie Muskelverspannungen, einer Kniearthrose oder Bandscheibenvorfällen benutzt.

Als hilfreich gilt das Cupping zur Behandlung von folgenden Beschwerden:

Nachteile des Schröpfens

Durch das Schröpfen entstehen Blutergüsse auf der Haut. Durch das Schröpfen entstehen Blutergüsse auf der Haut. (Foto by: leungchopan / Depositphotos)

Zu den Nachteilen des Cuppings gehört das Zurückbleiben von Blutergüssen auf der Haut. Nach kurzer Zeit bilden sie sich allerdings wieder zurück.

Manchmal zeigen sich auf empfindlicher Haut auch Narben. Insgesamt gelten die unerwünschten Nebeneffekte des trockenen Schröpfens jedoch als harmlos.

Um eventuelle Schäden an den Blutergüssen zu vermeiden, wird empfohlen, vier Stunden nach der Behandlung nicht zu duschen. Außerdem ist es ratsam, die Cups bei der nächsten Sitzung nicht wieder an den gleichen Hautstellen zu platzieren.

Schwieriger sieht es mitunter beim blutigen Schröpfen aus. Dort besteht das Risiko einer Infektion mit gesundheitsschädlichen Keimen. Diese können eine Infektion oder Entzündung der behandelten Hautstellen verursachen. Daher muss das blutige Schröpfen stets nach strengsten hygienischen Vorgaben ablaufen.

Kontraindikationen

Menschen, die kein Blut sehen können, ist das blutige Schröpfen nicht zu empfehlen.

Schwangere Frauen müssen bis zum 4. Schwangerschaftsmonat auf trockenes Cupping verzichten.

Die Cups dürfen nicht auf Hautstellen platziert werden, an denen frische Verletzungen, Sonnenbrand, Brandwunden oder Tumore bestehen.

Auch Personen, die blutgerinnungshemmende Arzneimittel zu sich nehmen, sollten Abstand vom Schröpfen nehmen.


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