Sexuelle Lustlosigkeit - Appetenzstörung

Sexuelle Lustlosigkeit: ein Problem, das Männer und Frauen gleichermaßen betrifft. Mehr zu den körperlichen und seelischen Ursachen der sogenannten Appetenzstörung - und, was wirklich dagegen hilft!

Sexuelle LustlosigkeitViel häufiger als eine körperliche Ursache sind seelische Hintergründe für sexuelle Lustlosigkeit. (Foto by: IuriiSokolov / Depositphotos)

Sexuelle Lustlosigkeit wird besonders oft von Frauen thematisiert, könnte man meinen, doch tatsächlich sind beide Geschlechter gleichermaßen stark davon betroffen. Viel häufiger als eine körperliche Ursache sind seelische Hintergründe.

Beziehungsprobleme, Alltagsstress, die Unfähigkeit, den Kopf auszuschalten und sich einfach fallen zu lassen, psychische Vorerfahrungen - all das kann zu sexueller Lustlosigkeit führen, und das in jedem Alter. Was hilft wirklich bei welcher Ursache und was kann gegen eine Appetenzstörung unternommen werden?

Ursachen für sexuelle Lustlosigkeit

Körperliche Ursachen der Lustlosigkeit

Meistens sind es keine körperlichen Ursachen, die die sexuelle Lustlosigkeit bedingen, dennoch sollte dieser Ursachenkreis frühzeitig abgeklärt werden. Wenn ein körperlicher Grund vorliegt, bedeutet das in den meisten Fällen, dass medizinischer Behandlungsbedarf besteht.

Eine häufige körperliche Ursache sind hormonelle Veränderungen, die ihrerseits verschiedene Hintergründe haben können. Schwangere Frauen oder Frauen in den Wechseljahren haben veränderte Hormonspiegel und der Körper muss sich daran gewöhnen. Oft hat er in dieser Zeit einfach keine Kapazität für sexuelle Bedürfnisse. Das ändert sich jedoch von allein, wenn sich die Hormonspiegel mit der Zeit von allein normalisieren und einpendeln - oder, wenn Medikamente unter ärztlicher Aufsicht nachgeholfen haben. Da eine körperliche Ursache aber auch einen schwerwiegenderen Hintergrund haben kann, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, der die sexuelle Lustlosigkeit genauer unter die Lupe nimmt.

Psychische Ursachen der Lustlosigkeit

Viel häufiger als ein körperlicher Auslöser sind die psychischen Hintergründe von sexueller Unlust. Beziehungsprobleme stehen hier an erster Stelle, denn wenn wir Lust haben, verspüren wir sie meistens in Bezug auf unseren festen Partner oder einen bestimmten Menschen, seltener aber unabhängig von einer Person.

Häufig verspüren wir in einer Beziehung die sexuelle Lustlosigkeit, bevor wir auf den Gedanken kommen, dass Streit, Stress und andere Alltagssorgen etwas an unseren Gefühlen geändert haben. Ob die Lust wiederkommt, hängt davon ab, wie sich parallel dazu die Gefühle für den anderen Menschen verändern und ob sie noch einmal wiederkommen.

Kann das als Grund ausgeschlossen werden, reichen auch schon starker Stress im Alltag oder schwer zu verarbeitende Ereignisse in unserem Leben, um uns jegliche Lust auf körperliche Vereinigung zu nehmen.

Was hilft gegen sexuelle Unlust?

Lust auf SexEin romantisches Ambiente oder eine Massage kann dabei helfen, den Alltagsstress zu vergessen. (Foto by: photolucky / Depositphotos)

Medikamente wie Viagra und Co. werden natürlich gern in Betracht gezogen, wenn im Bett Flaute herrscht, aber an der Lust ändern sie nichts. Vielmehr ist die Rückkehr der Lust eine Sache der Stimmung, der Emotionen und der Fähigkeit, zu entspannen.

Wenn der Partner keine Lust hat, hilft nur Verständnis. Man kann es mit aphrodisierenden Lebensmitteln versuchen, aber auch mit Lusthelfern aus der Apotheke. Vorsicht: diese dürfen nur aus der Apotheke um die Ecke oder online stammen, nicht aus dem fragwürdigen Newsletter aus den USA! Im Zweifelsfall sollte man den Hausarzt nach einem Wirkstoff fragen, der stimulierend wirkt.

Bestimmt hilft auch eine liebevolle Massage oder ein romantisches Ambiente dabei, das letzte bisschen Alltagsstress von sich abfallen zu lassen...

Sexuelle Unlust - ein Signal, dass etwas nicht stimmt

Die meisten Fälle von sexueller Lustlosigkeit sind ein Zeichen unseres Körpers und unserer Psyche. Sie wollen uns darauf aufmerksam machen, dass etwas nicht stimmt, denn gesunde Menschen in einer stabilen, funktionierenden Beziehung wollen einander spüren.

Deswegen sollte uns fehlende sexuelle Lust viel schneller dazu anregen, etwas zu unternehmen und zu überdenken, als wir es vielleicht in der Vergangenheit getan haben.

Ab wann ist es sexuelle Unlust?

Ein "normales" Lustempfinden gibt es nicht. Jeder Mensch hat ein ganz unterschiedliches Lustempfinden, das sich sogar durch den Partner noch verändern kann - es bewegt sich aber dennoch weiter in einem vollkommen normalen Umfeld. Deswegen fällt der Betroffene selbst den Verdacht auf sexuelle Lustlosigkeit, denn er muss - auch für sich selbst - erkennen, ab wann er weniger Lust hat, als er üblicherweise hat, und ob er darunter leidet oder auch nicht.

Natürlich kann ein Partner helfen und darauf aufmerksam machen, dass etwas nicht stimmt, das ist oft der erste Anstoß zur Erkenntnis. Trotzdem muss jeder Betroffene für sich selbst entscheiden, ob sich sein sexuelles Lustempfinden noch im typischen Bereich bewegt oder nicht.


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