Die Spirale als Verhütungsmittel: Informationen, Arten, Wirkung und Nebenwirkungen

Die Spirale hat die Form eines Ts, einer 7 oder eines Hufeisens und besteht aus Plastik, welches mit einem feinen Kupferdraht umwickelt ist. Die Wirkung der in die Gebärmutter eingesetzten Spirale ist das Verhindern des Einnistens der Eizelle. Nach der Pille und dem Kondom ist die Spirale das häufigst angewendete Verhütungsmittel.

Spirale VerhütungIn der Regel ist die Spirale sehr sicher, bei Unverträglichkeit muss sie jedoch entfernt werden. (Foto by: g_studio / Depositphotos)

Bei der Spirale handelt es sich um einen Fremdkörper, der in die Gebärmutter eingesetzt wird. Sie verhindert das Einnisten der Eizelle.

Die Spirale besteht aus Plastik, ist ein kleiner Stab mit einem Kupferdraht umwickelt und hat die Form eines Ts, eines Hufeisens oder einer 7.

Die Spirale wird in dieser modernen Form bereits seit 25 Jahren als sicheres Verhütungsmittel angewendet und kommt nach der Antibabypille am häufigsten zum Einsatz. Die Spirale kann auch in der Stillzeit angewendet werden.

Arten

Kupferspirale

Die Kupferspirale ist eine hormonfreie Verhütungsmethode. Diese besteht aus einem weichen Kunststoffstäbchen in T-Form, das mit Kupfer umgeben ist.  Diese wird während der Perioe in die Gebärmutter eingesetzt. Als Verhütungsmittel ist diese zwischen drei und fünf Jahren wirksam. Dazu zählen unter anderem:

  • Kupferkettchen (Gynefix): Diese Art von Spirale  besteht aus kleinen, aneinandergereihten Kupferzylindern, die an der Gebärmutterwand befestigt werden.
  • Kupferspiralenschnur (IUB): Bei dieser Verhütungsmethode handelt es sich um eine neue, schonende Art mit weniger Nebenwirkungen. Hierbei sind die Kupferperlen auf einem Faden aufgefädelt. Wird die Spirale in die Gebärmutter eingesetzt, nimmt diese die Form einer Kugel ein.
  • Goldspirale

Hormonspirale

Die Hormonspirale besteht aus Kunststoff und enthält Gestagen (Gelbkörperhormon). Sie besitzt die Form eines T´s. Vor allem Frauen mit einer starken Periode wird diese Variante empfohlen.

Das Einsetzen der Spirale: Der beste Zeitpunkt und Dauer

Eingesetzt wird die Spirale mithilfe eines dünnen Röhrchens im Zuge einer gynäkologischen Untersuchung. Sobald der Arzt bzw. die Ärztin das Röhrchen wieder herauszieht, entfaltet sich die Spirale. Zum Schluss wird das Ergebnis nochmal bei einer Ultraschalluntersuchung kontrolliert.

An sich dauert das Einsetzen nur kurz, es kann von einem krampfartigen, ziehenden Schmerz begleitet sein. Jedoch klingt dieser normalerweise rasch wieder ab.

Nimmt man ca. eine Stunde vor dem Eingriff eine Schmerztablette, entspannt dies die Gebärmutter und der Schmerz kann dadurch entsprechend verringert werden.

Der beste Zeitpunkt zum Einsetzen der Spirale ist am Ende der Menstruation oder kurz danach. Eine Spirale kann ebenso direkt nach einer abgebrochenen Schwangerschaft eingesetzt werden, nach einer Geburt müssen rund 8 Wochen abgewartet werden.

Wirkung und Dauer der Wirkung

Die Wirksamkeit einer Spirale liegt bei 5 Jahren, sie wirkt sofort nach dem Einsetzen und spezielle Kontrollen sind eigentlich nicht notwendig, doch empfehlenswert. Wenn die erste Periode nach dem Einsetzen der Spirale vorbei ist, sollte der Sitz vom Gynäkologen/der Gynäkologin überprüft werden. Manchmal wird der Fremdkörper abgestoßen.

Wirkung

Durch die Spirale entsteht eine ungefährliche Entzündung in der Gebärmutterschleimhaut, wodurch Spermien direkt abgebaut werden und eine Einnistung verhindert wird.

Bei der Hormonspirale beeinflusst das Hormon den Gebärmutterhalsschleim, bei der Kupferspirale ist es das Kupfer. Beides sorgt dafür, dass dieser verdickt bleibt und Spermien somit nicht in die Gebärmutter vordringen können. Gelingt es den Spermien jedoch in die Gebärmutter zu gelangen, werden sie durch das Gelbkörperhormon in ihrer Funktion und Beweglichkeit eingeschränkt.

Für wen ist die Spirale geeignet?

Unterleibsschmerzen durch SpiraleNebenwirkungen der Spirale können Unterleibsschmerzen oder starke Monatsblutungen sein. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Am besten geeignet ist die Spirale für Frauen die bereits Kinder haben. Es kann ansonsten zu wehenartigen Unterbauchschmerzen kommen. Für junge Frauen empfiehlt sich die Kupferspirale.

Bakterielle Infektionen, die im Übrigen häufig bei Spiralenträgerinnen vorkommen, können bei Nicht-Müttern zu Unfruchtbarkeit führen.

Sicherheit

Die Sicherheitsquote der Spirale liegt bei 98 bis 99%.

Vorteile

Ein großer Vorteil ist die Wirksamkeit und dass sich Frau über einen längeren Zeitraum keine Gedanken um das Thema Verhütung machen muss. Zudem ist diese Art von Verhütung hormonfrei (außer die Hormonspirale) und Anwendungsfehler sind ausgeschlossen.

Besonders Frauen, die unter Regelschmerzen bzw. an einer starken Menstruation leiden, kann die Hormonspirale für eine Minderung der Beschwerden sorgen. Bei Kinderwunsch kann die Frau sofort schwanger werden, nachdem die Hormonspiral entfernt wird.

Mögliche Nebenwirkungen

Es kann zu lang anhaltenden, schweren Monatsblutungen kommen. Es kann auch zu Zwischenblutungen kommen.

Spirale kann verrutschen

Die Spirale kann verrutschen, was zu Unterleibsschmerzen führt. Ist das der Fall, muss die Spirale entfernt werden.

Trägerinnen von Spiralen sind anfälliger für Unterleibsinfektionen, ausgelöst beispielsweise durch Chlamydien.

Infektionsrisiko

Praktiziert die Spiralen-Trägerin häufig Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern, wird das Risiko einer Infektion erhöht. Handelt es sich um akute Infektionen der Eileiter oder im Gebärmutterhals, muss die Spirale umgehend entfernt werden und Antibiotika kommt zum Einsatz.

Die Spirale "danach"

Ähnlich wie die Pille danach gibt es auch die Spirale danach, welche bis zu fünf Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr oder bei einer Verhütungspanne angewendet werden kann.

Dabei wird eine Kupferspirale in die Gebärmutter eingesetzt. Dabei kann diese, sofern eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden kann, bis zu fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben.

Eine Schwangerschaft lässt sich somit mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent vermeiden.

Kosten

Die Kosten werden von der Krankenkasse nicht übernommen und müssen von jeder Frau selbst getragen werden.

Fazit

Die Spirale wird sehr gern als Verhütungsmittel verwendet, denn für einen langen Zeitraum braucht Frau sich keine Gedanken um die Verhütung machen.

Viele Frauen schreckt jedoch das Einsetzen des Fremdkörpers ab. Das Für oder gegen die Spirale muss Frau gemeinsam mit dem behandelnden Facharzt/Fachärztin individuell absprechen.

In der Regel ist die Spirale sehr sicher, bei Unverträglichkeit oder Infektion muss sie entfernt werden.

Kommt es zu Anzeichen wie Blutungsstörungen, Ausbleiben der Menstruation, Brustspannen oder Übelkeit, kann eine Schwangerschaft vorliegen. Es ist sofort der Arzt/die Ärztin aufzusuchen.


Bewertung: Ø 2,6 (10 Stimmen)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Koitus interruptus - Verhütungsmethode

Koitus interruptus - Verhütungsmethode

Die Bezeichnung Coitus interruptus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie „unterbrochener Geschlechtsverkehr“. Der Mann seinen Penis kurz vor dem Samererguss aus der Scheide seiner Partnerin.

weiterlesen
Diaphragma

Diaphragma

Ein Diaphragma besteht heutzutage aus einer kuppelartigen Latex-Gummi-Membran, die mit einer elastischen Flach- oder Spiralfeder in die Scheide eingeführt wird.

weiterlesen

User Kommentare