Orgasmusstörung

Die Orgasmusstörung ist relativ weit verbreitet und kann auf eine Vielzahl körperlicher oder seelischer Gründe zurückgeführt werden. Hat man die Gründe bestimmt, dann gibt es mehrere Methoden, die Orgasmusstörung zu überwinden.

OrgasmusstörungBei einer Orgasmusstörung wird der sexuelle Höhepunkt verfrüht, verspätet oder gar nicht erlebt. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos.com)

Mediziner und Psychologen sprechen dann von Orgasmusstörung, wenn es einem Menschen nicht gelingt, trotz sexueller Erregung und ausreichender Stimulation zum sexuellen Höhepunkt zu gelangen.

Besonders Frauen leiden unter einer Orgasmusstörung; allerdings kann man das Phänomen auch bei Männern feststellen, wobei diese eher dann erst zu einem Arzt oder Psychologen gehen, wenn sie unter Impotenz (nicht ausreichende Versteifung des männlichen Gliedes während des Sexualakts) leiden. Bei einer Orgasmusstörung wird der sexuelle Höhepunkt verfrüht, verspätet oder überhaupt nicht erlebt.

Ursachen für eine Orgasmusstörung

Die Gründe für eine Orgasmusstörung sind sehr vielfältig, sie können sowohl in seelischen wie in körperlichen Ursachen gesucht werden. Deshalb ist es hilfreich, zunächst den Hausarzt zu konsultieren, der einen dann zu weiteren Fachärzten oder Psychotherapeuten überweisen kann.

Es gibt mehrere körperliche Erkrankungen, die die Orgasmusstörung beeinflussen können:

  • Aktuelle Entzündungen oder unterdrückte Krankheitssymptome lassen den allgemeinen körperlichen Stresslevel steigen und sorgen damit für eine zurückhaltende Erlebnisfähigkeit beim Sex.
  • Es ist auch zu klären, ob die Blutzuckerwerte dauerhaft zu hoch sind, ob Blutdruck, Herzfrequenz und Plus ausreichend stabil messbar sind und ob keine versteckte Organerkrankung vorliegt.
  • Schilddrüsenerkrankungen (Überfunktion oder Unterfunktion) können ebenso wie Nierenerkrankungen die Orgasmusstörung begünstigen.
  • Oft sind es aber auch ungesunde Verhaltensweisen (wie Alkohol- und Nikotinkonsum), die das sexuelle Erleben beeinträchtigen können.
  • In sehr vielen Fällen werden aber Orgasmusstörungen durch psychische Belastungsfaktoren hervorgerufen. Fehlende Liebe, Ängste vor Beziehungskonflikten, nicht verarbeiteter Stress aus früheren Traumata, nicht ansprechbare innere Konflikte, Persönlichkeitsstörungen oder psychische Erkrankungen können als Ursache wirksam werden.
  • Gelegentlich kann beobachtet werden, dass der Organismus nicht mehr gelingt, weil das sexuelle Erleben zu routinehaft geworden ist. Außerdem ist es problematisch, wenn die Partner ihre wechselseitigen Wünsche nicht zur Kenntnis nehmen oder diese nicht berücksichtigen wollen. Angst vor dem nicht gelingenden Orgasmus kann besonders bei Männern die Orgasmusstörung verstärken.

Selten wird eine Orgasmusstörung nur durch eine Ursache ausgelöst. Meist spielen mehrere Faktoren eine wichtige Rolle; nur eine ausreichend umfangreich konzipierte Therapie kann entwickeln, was die relevanten Gründe sein können und wie man Ansätze zur Überwindung der Orgasmusstörung finden kann.

Behandlung - Tipps zur Überwindung der Orgasmusstörung

Zunächst ist durch hausärztliche und fachärztliche Konsultation sicherzustellen, dass keine körperlichen Gründe für eine Orgasmusstörung vorliegen. Der Arzt wird auch auf körperliche Effekte hinweisen, die langfristig die Gesundheit stärken und die damit eine vorbeugende Funktion erfüllen können. So sollte hinsichtlich des Gewichts und hinsichtlich körperlicher Aktivitäten (Sport, Bewegung) ein Normallevel angestrebt werden. Zeigt sich allerdings keine Verbesserung, dann kann es hilfreich sein, eine Psychotherapie zu beginnen oder gezielt Hilfe bei einem Sexualtherapeuten zu suchen.

Therapie OrgasmusstörungDie Gründe für eine Orgasmusstörung können sowohl seelische als auch körperliche Erkrankungen sein. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos.com)

Der Sexualtherapeut verfolgt das Ziel, das Sexleben des Klienten in neue Bahnen zu lenken und neue Perspektiven für das sexuelle Erleben zu schaffen. So können Ängste vor dem sexuellen Zusammensein gezielt mit Entspannungstechniken angegangen werden. In bestimmten Fällen macht es Sinn, zunächst die sexuellen Interaktionen zu reduzieren; die Neuanbahnung sexuellen Erlebens macht dann nach einer gewissen Zeit wieder mehr Spaß und ist durch eine deutlichen Anstieg der sexuellen Erwartung gekennzeichnet.

Fazit

Eine Orgasmusstörung ist kein unabwendbares Schicksal, sondern nur eine von vielen Problemsituationen, die typisch für das menschliche Leben sind. Man kann mit geeigneten Methoden Schritt für Schritt die Ursachen eingrenzen und gezielt die Überwindung der Orgasmusstörung angehen.


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