Das Kondom: Anwendung, Vor- und Nachteile

Es ist das wohl bekannteste, und daher auch das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel auf der ganzen Welt und zudem das Verhütungsmittel, das am besten vor der Übertragung von Geschlechtskrankheiten schützt. Die Rede ist hier natürlich vom Kondom.

Verhütung mit Kondom Das Kondom schützt nicht nur vor einer Schwangerschaft, sondern auch vor Geschlechtskrankheiten. (Foto by: petrograd99 / Depositphotos)

Kurzinfos:

  • Schutz vor Geschlechtskrankheiten: Ja
  • Zuverlässigkeit: Gut
  • Ausführung: direkt bei Bedarf
  • Kosten: gering (je nach Hersteller und Marke)
  • hormonelle Beeinträchtigung: Nein

Das Kondom

Das erste aus Gummi wurde im Jahr 1855 hergestellt und ab dem Jahr 1870 in größeren Stückzahlen produziert. Diese Kondome wurden aus Kautschuk hergestellt und hatten noch eine Wandstärke von etwa zwei Millimetern.

Das erste aus Latex bestehende Kondom wurde im Jahr 1930 produziert. Diese damals hergestellten Kondome waren den heutigen Kondomen bereits sehr ähnlich, nur das heute existierende Reservoir für die Samenflüssigkeit an der Spitze des Kondoms fehlte damals noch. Heute besitzen Kondome dieses Reservoir an der Spitze, damit die Samenflüssigkeit dort aufgenommen werden kann.

Kondome sind heute das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel, da sie neben der Verhütung auch die wichtige Eigenschaft besitzen, vor übertragbaren AIDS.

Die richtige Anwendung

Zu Beginn ist es wichtig auf das Ablaufsdatum der Kondome zu achten. Sind diese nämlich zu alt, ist das Latex oft schon porös und reißt schneller. Damit verliert das Kondom den gewünschten Effekt und jeglichen Schutz.

  1. Zunächst ist es wichtig, das Kondom vorsichtig aus seiner Verpackung zu entnehmen.
  2. Am besten drückt man dann mit Daumenund Zeigefinger das Reservoir zusammen, sodass beim Überziehen keine Luft darin zurückbleibt.
  3. Das Kondom legt man dann auf die Eichel des erigierten Gliedes und rollte es dann mit der anderen Hand komplett ab. Das Kondom sollte zwar eng anliegen, sodass keine Luftblasen entstehen, jedoch sollte es aber nicht zu eng sein, damit kein unangenehmes Gefühl entsteht.
  4. Das abgerollte Kondom sollte bis zur Peniswurzel reichen und auch dort eng anliegen, sodass es nicht verrutschen kann.
  5. Sollte sich das Kondom während des Geschlechtsverkehrs wieder aufrollen, sollte es umgehend wieder abgerollt werden, bis es wieder korrekt sitzt. Rutscht das Kondom während des Geschlechtsverkehrs ganz ab, sollte es auf keinen Fall erneut verwendet werden. In dem Fall muss man ein neues Kondom verwenden.
  6. Nach dem Samenerguss sollte man das Kondom umgehend abziehen, dabei ist es hilfreich, das Kondom am unteren Ende festzuhalten, damit es nicht noch abrutschen kann. Das Abziehen sollte geschehen, bevor das Glied wieder erschlafft, da sonst das Risiko höher ist, dass es vollständig abrutscht.

Häufige Fehler

Öffnen der Verpackung

Den ersten häufigen Fehler macht man schon beim Öffnen der Verpackung. Man muss dabei unbedingt aufpassen, dass man das Kondom nicht mit den Fingernägeln beschädigt, wenn man die Verpackung aufreißt.

Aufrollen des Kondoms

Weiterhin sollte man auch von Techniken, bei denen die Partnerin das Kondom mit dem Mund überrollt, absehen. Dabei kann das Kondom mit den Zähnen beschädigt werden.

Verwendung von Gleitmittel oder Massageöl

Ebenfalls vorsichtig muss man sein, wenn man oder Massageöl verwendet. Nicht alle diese Produkte sind dazu geeignet, mit Kondomen in Berührung zu kommen. Kondome können dadurch beschädigt werden, da sie beispielsweise brüchig werden oder kleine Risse bekommen.

Wenn man also oder Massageöl verwendet, sollte man darauf achten, dass dies in Verbindung mit Kondomen verwendet werden kann. Einen solchen Hinweis findet man auf der Verpackung. Hat die Verpackung keine entsprechenden Hinweise, sollte man auf die Verwendung verzichten, da sonst kein ausreichender Schutz gewährleistet ist.

Auf die Größe achten

Ein weiterer Fehler, der oft gemacht wird, ist die Verwendung der falschen Größen der Kondome. Kondome sind in verschiedenen Größen erhältlich, sodass es für jeden das passende Kondom gibt. Ein zu großes Kondom kann abrutschen, ein zu kleines Kondom kann schneller reißen, sodass auch dann der Schutz nicht mehr gegeben ist.

Die Vor- und Nachteile des Kondoms

Kondom Kondome sind heute das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel (Foto by: vadimphoto1@gmail.com / Depositphotos)

Vorteile:

  • Schützt vor Geschlechtskrankheiten
  • Schützt vor Schwangerschaft
  • rezeptfrei in Drogerien erhältlich
  • frei von Hormonen
  • leicht und schnell anzuwenden
  • wenig Nebenwirkungen (ausgenommen Latexallergie)

Nachteile:

  • Anwendungsfehler möglich
  • licht- und wärmeempfindlich
  • Qualität variiert
  • schlecht in Verbindung mit chemischen Verhütungsmitteln

Fazit

Auch wenn es vielleicht manchen etwas unangenehm ist, ein Kondom zu verwenden, sollte man sich dennoch dafür entscheiden.

Das Kondom ist ein sicherer Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten, die heute jeden treffen können. Da es mit dem Kondom sehr einfach ist, sich zu schützen, sollte man diesen Schutz auch unbedingt verwenden und dankbar dafür sein, dass Schutz so einfach ist.


Bewertung: Ø 4,8 (22 Stimmen)

Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 14.10.2009
Überarbeitet am: 25.08.2020

Quellen:

Informationsportal https://www.gesundheit.gv.at/leben/sexualitaet/verhuetung/verhuetungsmittel/mechanische-verhuetung/kondom (letzter Aufruf 25.08.2020)

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