Heilpflanze Giersch: Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Giersch ist sehr gesund und wird sowohl als Heilpflanze aber auch als Wildgemüse für die Zubereitung verschiedener Speisen sehr geschätzt.

Heilpflanze GierschGiersch überzeugt durch seine entzündungshemmende Wirkung. (Foto by: vaivirga / Depositphotos)

Steckbrief, Merkmale und Herkunft

Der Giersch (lateinischer Name: Aegopodium podagraria) stammt aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und ist ursprünglich in Europa, in Nordamerika und auf der Iberischen Halbinsel beheimatet.

Weitere Bezeichnungen für dieses Heilkraut sind: Gichtkraut, Zipperleinkraut, Geißfuß, Podagrakraut, Dreiblatt oder Zaun-Giersch.

Giersch zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • der Giersch erreicht eine Höhe von bis zu 90 cm
  • die Blätter sind doppelt dreizähnig
  • der Stengel ist hohl und kantig
  • der Giersch trägt weiße Blüten und eierförmige Früchte

Für Heilzwecke werden die Blätter, die Sprossen, die Wurzeln und die Früchte verwendet. Die Blätter und die Sprossen werden von Mai bis Juli, die Wurzeln im Frühling und im Herbst und die Früchte von Juli bis August gesammelt.

Verwechslungsgefahr

Leider wird Giersch sehr oft mit der Bibernelle, dem Wald-Engelwurz, dem gifiten Bärenklau oder dem giftigen Schierling verwechselt.

Damit es zu keiner Verwechslung kommt, sollte man sich an folgenden Merkspruch orientieren: "Drei, drei, drei - bist beim Giersch dabei." Das heißt:

  1. Der Blattstiel ist dreikantig
  2. Das Blatt ist dreigeteilt
  3. Die Einzelblätter sind ebenso dreigeteilt

Zerriebene Blätter erinnern an die Petersilie.

Teezubereitung

Für eine Tasse Tee zwei Esslöffel Giersch (Kraut) mit ca. 250 ml heißem Wasser aufgießen und ca. 5 Minuten ziehen lassen.

Gegen Gicht und Rheuma sollte der Tee mit dem getrockneten Kraut zubereitet werden. Für eine Frühjahrskur werden die frischen Triebe verwendet.

Inhaltsstoffe

Giersch enthält ätherische Öle, Chlorogensäure, Phenolcarbonsäuren, Polyine, Cumarine, Flavonolglykoside, Harz, Hyperosid, Provitamin A, Isoquercitrin, Saponin, Kaffeesäure, Kalium, Magnesium, Calcium, Mangan, Kupfer sowie Proteine.

Zudem ist Giersch eine wahre Vitamin-C-Bombe. Die Heilpflanze enthält mindestens vier mal so viel Vitamin C wie die Zitrone und sogar 15-mal so viel wie Kopfsalat.

Wirkung

Diese Inhaltsstoffe wirken folgendermaßen auf den Körper:

  • abführend
  • harntreibend
  • entzündungshemmend
  • beruhigend
  • entwässernd
  • antirheumatisch
  • harnsäurelösend
  • verdauungsanregend
  • appetitanregend
  • blutstillend
  • entgiftend

Die Anwendung

Bei folgenden Krankheiten bzw. Beschwerden kann die Heilpflanze Giersch angewendet werden: Bei einer Blasenentzündung, Durchfall, Hämorrhoiden, Husten, Insektenstiche, Ischias, Hautverletzungen, Krampfadern, Verstopfung, Skorbut, Übergewicht, GichtArthrose und Rheuma.

Giersch kann auf vielfältige Weise eingesetzt werden, zum Beispiel in Form von Tee, als Badezusatz oder als Umschlag.

Rheuma, Gicht, Arthrose

Giersch ist eine beliebte Heilpflanze zur Behandlung von Gelenkserkrankungen, wie Gicht oder Rheuma, denn Giersch löst abgelagerte Harnsäurekristalle im Körper und schwemmt diese aus.

Für einen Umschlag gegen Gicht, Rheuma oder Arthrose das frische, zerdrückte Kraut auf die betroffenen Körperstelle auflegen.

Blasenentzündung

Dank seiner harntreibenden und entzündungshemmenden Wirkung kann Giersch wirkungsvoll gegen Blasenentzündung angewendet werden.

Insektenstiche und Sonnenbrand

Etwas zerstoßene Giersch-Blätter auf die betroffene Hautstelle auflegen. Durch seine entzündungshemmende, kühlende und beruhigende Wirkung ist diese Anwendung bei Insektenstichen und Sonnenbrand sehr beliebt und wirkungsvoll.

Badezusatz

Als Badezusatz kann Giersch bei Hämorrhoiden, Gicht, Rheuma oder Ischias helfen.

Hierfür 150 Gramm getrocknete Gierschwurzel und frische Blätter mit einem Liter Wasser aufgießen, zum Kochen bringen, 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Den Absud zum Badewasser geben und darin ca. eine viertel Stunde baden. Den Körper anschließend warm halten und ihm Ruhe gönnen.

Weitere Anwendungsgebiete

Die Harnorgane und der Stoffwechsel werden positiv beeinflusst.

Durch die Einnahme kann einem Schlaganfall vorgebeugt und die gesamte Verdauung positiv beeinflusst werde. Zudem entsäuert Giersch den Körper und stärkt das Bindegewebe.

Beliebtes Wildgemüse

Auch in der Küche wird der Giersch sehr geschätzt. Aus den jungen wohlschmeckenden Blättern und frischen Trieben können gesunde Gerichte wie zum Beispiel Suppen, Aufstriche, Smoothies und vieles mehr gezaubert werden. Zudem dient Giersch als beliebte Alternative zu Spinat.

Die frischen oder getrockneten Samen sind ein beliebtes Gewürz.

Giersch wird gerne als Salatzutat verwendet. Hierfür einige junge Blätter unter den Salat mischen oder zusammen mit jungen Löwenzahnblättern servieren.

Giersch richtig trocknen

Wer Giersch trocknen möchte, sollte die Pflanze kurz vor der Blüte sammeln. Das Kraut bündeln und trocknen lassen. Dabei ist ein schattiger, luftiger Ort empfehlenswert. Anschließend das Kraut in Stoff- oder Papiersäckchen aufbewahren.

Nebenwirkungen

Die fadenartigen Wurzeln sind leicht giftig. Jedoch sind diese für gesunde Erwachsene nicht gefährlich. Bei Hautkontakt kann es zu Hautreizungen führen.


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