Propolis: gesundes Antibiotikum aus der Natur

Propolis ist ein gesundes Antibiotikum aus der Natur. Die keimfreie Substanz kam schon bei den Ägyptern zur Anwendung und wird in Europa schon jahrhundertelang bei zahlreichen Beschwerden als Heilmittel angewandt. Heutzutage ist Propolis ein natürliches Heilmittel, das bei zahlreichen Beschwerden und Krankheitsbildern eingesetzt wird.

PropolisPropolis kann unter anderem als Granulat angewendet werden. (Foto by: grafvision / Depositphotos)

Was ist Propolis?

Propolis kommt in der Tierwelt an Fluglöchern von Bienenstöcken vor. Sie hat unterschiedliche Bezeichnungen, so ist sie gelegentlich unter dem Begriff Bienenharz, Kittharz, Bienenleim oder Stopfwachs bekannt.
 
Die harzartige Masse wird von Honigbienen gebildet. Sie hat eine antibiotische, eine antivirale sowie eine antimykotische Wirkung. Das bedeutet, dass die bienenstarke Waffe Mikroorganismen, Viren und Pilze abtöten und das Wachstum einschränken kann.

Propolis: natürliche Keimbarriere für Bienen

Bienenstöcke sind fortwährenden mikrobiologischen Angriffen ausgesetzt. Im Inneren herrschen Temperaturen von bis zu 35 Grad. Da viele Bienen auf engem Raum zusammenleben, finden Bakterien, Krankheitserreger, Pilze und Viren einen idealen Lebensraum in der feuchtwarmen Umgebung vor.
 
Propolis unterstützt Bienen dabei, Mikroorganismen abzuwehren. Es wird in den Wachsdrüsen der Insekten gebildet und bei Bedarf abgesondert. Mithilfe der harzartigen Masse werden ebenfalls kleine Ritzen, Öffnungen und Spalten abgedichtet, sodass kleine Fremdkörper und Parasiten nicht in Bienenstöcke eindringen können. Auch das Innere der Wabenzellen wird mit einem hauchdünnen Film ausgekleidet, um die Brut vor Mikroben zu schützen.

Propolis besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Stoffe, deren Zusammensetzung je nach Bienenvolk stark variiert. In einzelnen Proben haben Untersuchungen bis zu 300 verschiedene Inhaltsstoffe nachgewiesen.
 
Der Grundstoff ist eine harzartige Substanz, die an Blütenknospen oder an Wunden von Baumrinden vorkommt. Sie wird von Bienen gesammelt und weiterverarbeitet. Der klebrige Grundstoff weist hohe Anteile an Naturharz sowie an Pollenbalsam auf. Er wird von den Bienen mit Wachs, Pollen, ätherischen Ölen aus Knospen sowie mit Speichelsekret angereichert. Propolis enthält Dutzende chemischer Verbindungen und Bestandteile, die für Tier und Mensch gleichermaßen wertvoll sind.
 
Weiters sind Flavonoide, Vitamine, Mineralstoffe (Zink, Eisen, Silizium, Kupfer), Eiweißbausteine und Spuren von Zucker enthalten.

Die Propolisgewinnung

Häufig kratzen Imker die Propolis an verschiedenen Stellen der Bienenkästen ab, meist an den Orten, wo die Insekten Löcher und Risse verstopft haben.
 
Effizienter wird die Substanz jedoch mithilfe eines speziellen Kunststoffgitters gewonnen. Die Bienen verkitten dabei störende Zwischenräume des feinmaschigen Gewebes. Hat sich eine ausreichende Menge gebildet, wird das Gitter in einen Gefrierschrank gelegt. Die tiefe Temperatur bewirkt, dass sich die Konsistenz von Propolis ändert. Es wird sehr spröde und haftet nicht mehr am Kunststoffgitter.

Die Wirksamkeit von Propolis

Studien belegen, dass die Bestandteile von Propolis eine antibiotische Wirkung gegenüber verschiedenen Krankheitserregern erzielen. Auch haben sie positiven Einfluss auf den Stoffwechsel sowie auf das Immunsystem und bieten Schutz vor freien Radikalen im Organismus.
 
Die entzündungshemmende Wirkung ist vor allem bei der Wundheilung von Vorteil. Propolispräparate gellten im Allgemeinen nicht als medizinische Arzneimittel. Der Wirkstoff kommt vorwiegend in Kosmetika, Cremes, Nahrungsergänzungsmitteln und in der Homöopathie zum Einsatz.

Frei verkäufliche Propolisprodukte

Propolis gehört zu den populären Naturprodukten, die in der Alternativmedizin Anklang finden. Der Wirkstoff wird im Handel in vielen unterschiedlichen Darreichungsformen angeboten. Wer von der gesundheitsfördernden Wirkung profitieren möchte, kann auf Granulat, Kapseln, Tabletten, Mundwässer, Salben, Tinkturen oder auch auf Nasensprays zurückgreifen.
 
Da die Zusammensetzung der verwendeten Propolis stark variiert, gibt es qualitative Unterschiede bei den einzelnen Präparaten. Auch die Anwendungsgebiete und Dosierungen unterscheiden sich erheblich voneinander. Produkte mit dem Wirkstoff Propolis sind bis auf wenige Ausnahmen nicht verschreibungspflichtig und sind in vielen Apotheken frei verkäuflich.

Anwendungsgebiete von Propolis

Hautpflege

Salben, Tinkturen und Sprays werden auf die Haut aufgetragen. Die zahlreichen Inhaltsstoffe pflegen und schützen die Haut vor Umwelteinflüssen.

Wundheilung

Zudem unterstützt Propolis die Wundheilung und lindert Juckreiz. An offene Wunden und Verletzungen sollten die Präparate jedoch nicht angewandt werden.
 
Da die enthaltenen Wirkstoffe in medizinischer Hinsicht weitgehend unbedenklich sind, darf die Behandlung mit Propolisprodukten auch mehrmals täglich erfolgen.

Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Halsschmerzen

Aufgrund der antiseptischen und antibakteriellen Wirkung eignen sich Propolismundspülungen, um Entzündungen im Mund- und Rachenraum zu lindern.
 
Dies gilt insbesondere bei Zahnfleischentzündungen und bakteriologisch bedingten Halsschmerzen. Optional können ebenso Propolispastillen zum Lutschen eingenommen werden.

Magenschleimhautentzündung

In der Naturheilkunde wird Propolis gerne zur Behandlung von einer Gastritis, Magenschleimhautentzündung angewendet, da es deren Auslöser (Bakterien des Stammes helibacter pylori) hemmt.

Bei Hautproblemen und Hautkrankheiten

Das Naturheilmittel kann auch bei Hautproblemen, wie Akne bzw. Pickel, Warzen, Herpes, Nagelpilz, Ekzem, Fußpilz oder Neurodermitis angewendet werden. Meist kommen hierbei Salben oder Umschläge (Tinkturen mit Wasser verdünnt) zum Einsatz. Bei Akne und Pickel kann eine verdünnte Propolis Tinktur auf die betroffene Stelle aufgetragen werden.

Lippenpflege

Auch als perfekte Pflege für die Lippen kann Propolis angewendet werden. Ein Lippenbalsam kann auch einfach selbst hergestellt werden. Hierfür werden folgende Zutaten benötigt:

  • 240 ml Olivenöl
  • 50 Gramm Bienenwachs
  • 15 Gramm Honig
  • 50 Tropfen Kamillenöl
  • 10 ml Propolislösung

Das Bienenwachs in einem Glas im Wasserbad schmelzen lassen. Von der Herdplatte nehmen und das Olivenöl und anschließend den Honig (die Masse sollte jedoch nicht mehr über 40 Grad haben) einrühren. Nun noch die Propolislösung und das Kamillenöl hinzufügen. Das Glas aus dem Wasserbad nehmen und in kleine Behälter abfüllen und abkühlen lassen.

Als Nahrungsergänzung

Kapseln, Pulver und Lösungen die Propolis enthalten, sind häufig Nahrungsergänzungsmittel. Die Einnahme erfolgt oral, wobei die Dosierung abhängig von der Zielsetzung wie auch vom jeweiligen Produkt ist.
 
Bei den Darreichungsformen stehen vor allem der antioxidative Effekt sowie die allgemein gesundheitsfördernde Wirksamkeit im Vordergrund.

Rheuma, Arthrose und Gelenksschmerzen

Auch bei Gelenksschmerzen, Arthrose und Rheuma kann Propolis in Salbenform oder als Umschlag wirkungsvoll eingesetzt werden.

Immunbooster

Um das körpereigene Immunsystem zu stärken, kann Propolis in Tropfenform eingenommen werden. Dafür je kg Körpergewicht 1 Tropfen Propolis in ein Glas Wasser geben und trinken. Rund 3 bis 4 Gläser können davon über den Tag verteilt getrunken werden. Diese Empfehlung gilt für Erwachsene.

Erkältung

Um eine Erkältung zu bekämpfen kann Propolis in Kapselform eingenommen werden. Bei Schnupfen hilft ein Nasenspray mit Propolis.

Sonnenbrand

Durch die zellerneuernde Wirkung von Propolis kann diese wirkungsvoll bei Verbrennungen und Sonnenbrand in Salbenform angewendet werden.

Blasenentzündung

Propolis kann dabei helfen die Bakterien, die für eine schmerzhafte Blasenentzündung verantwortlich sind, von innen her zu bekämpfen.

Propolis und andere ProdukteNicht nur Propolis ist sehr gesund, auch andere Bienenerzeugnisse, wie Honig. (Foto by: grafvision / Depositphotos)

Hexenschuss

Symptome eines Hexenschuss sind meist akut auftretende Rückenschmerzen und eine "Unbeweglichkeit". Umschläge mit einer Propolis Salbe könnn hierbei sehr wirkungsvoll sein. Auch Wärme ist sehr wichtig. Bei Lähmungserscheinungen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Krampfadern

Propolis ist ein beliebtes Hausmittel um Beschwerden bei Krampfadern (Varizen) zu lindern.

In der Homöopathie

Propolispräparate kommen häufig in der Homöopathie zum Einsatz. In Form von Tinkturen, Globuli und Lösungen sollen sie eine beachtliche Zahl an Beschwerden heilen oder lindern. Eine Wirksamkeit ist jedoch in vielen Fällen aus wissenschaftlicher Sicht nicht nachweisbar.

Nebenwirkungen und allergische Reaktionen

Im Allgemeinen lassen sich Nebenwirkungen bei der Verwendung von Propolispräparaten ausschließen.
 
Eine Ausnahme sind allergische Reaktionen, die ebenso durch enthaltene Farb-, Duft- und Zusatzstoffe hervorgerufen werden können. Insbesondere bei der Anwendung von Salben kann es in Einzelfällen bei empfindlichen Personen zu Kontaktallergien kommen.
 
Menschen, die allergisch auf einen der enthaltenen Stoffe oder auf Bienen- und Wespenstiche reagieren, sollten vorsorglich Propolispräparate meiden.

Propolis während der Schwangerschaft und Stillzeit

Vorsichtshalber sollten Frauen während der Schwangerschaft und innerhalb der Stillzeit Propolis nicht einnehmen. Zwar kann nicht von einer gesundheitsgefährdenden Wirkung ausgegangen werden, jedoch haben wissenschaftliche Studien bislang nicht das Gegenteil bewiesen.
 
Sofern Propolis schädigende Stoffe enthält, können diese über den Blutkreislauf oder über die Muttermilch in den kindlichen Organismus gelangen.

Propolis gegen Krebs

In experimentellen Studien, in denen Wirkstoffe aus Propolis isoliert, gereinigt und an Zellkulturen getestet wurden, hob sich der Inhaltsstoff Kaffeesäure-Phenethyl-Ester (CAPE) hervor. Dieser soll das Auftreten von Chemotherapieresistenzen mindern. In aussagekräftigen klinischen Studien konnten jedoch therapeutische Erfolge bisher nicht belegt werden. Auch präventiv scheint Propolis nicht wirksam zu sein.
 

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