Zungenbrennen - Brennen auf der Zunge

Die Zunge des Menschen ist nicht nur ein überaus sensibles, sondern auch äußerst komplex aufgebautes Organ. Die Zunge erfüllt eine ganze Reihe wichtiger Funktionen und kann bei Veränderungen ihrer Beschaffenheit zudem eine Erkennung verschiedenster Erkrankungen ermöglichen.

ZungenbrennenZungenbrennen ist eine belastende, unangenehme Empfindungsstörung. (Foto by: gstockstudio / Depositphotos)

Optisch und gefühlsmäßig wahrnehmbare Beeinträchtigungen der Zunge sind unter Umständen recht unangenehm und hartnäckig, was deren Abheilung und Linderung betrifft. Eine Beschwerde, die bei mehr Menschen auftritt, als dies häufig angenommen wird, ist das Zungenbrennen.

Beim Zungenbrennen empfinden die Betroffenen auf der Zunge einen Schmerz, der als brennend und stechend dargestellt wird und über eine längere Zeit andauern kann. Das Brennen auf der Zunge wird meist gemeinsam mit Begleiterscheinungen wie einem Taubheitsgefühl und einem Juckreiz sowie einer stechenden Auffälligkeit beschrieben.

Bei der Betrachtung der Zunge können sich gleichsam Hinweise auf eine Reizung beobachten lassen. Manchmal geht das Zungenbrennen mit denselben Erscheinungen an den Schleimhäuten des Mundes einher.

Medizinisch gesehen, handelt es sich beim Brennen auf der Zunge um eine sogenannte Gefühls- oder Empfindungsstörung. In diesem Zusammenhang kann das Zungenbrennen nicht eine alleinige Erkrankung, sondern ein Krankheitszeichen einer anderen organischen Beeinträchtigung sein.

Ursachen für Zungenbrennen - Brennen auf der Zunge

Wie schon gesagt, kann das Brennen der Zunge eine eigenständige Erkrankung sein oder durch eine andere Vorerkrankung ausgelöst werden. An sich sind die Ursachen, die zu einem brennenden Schmerz und den individuell verschiedenen Empfindungsstörungen führen, in der Medizin bekannt.

Reizung der Zunge

Die Zunge kann beispielsweise einer massiven mechanischen Reizung durch spitze Zähne unterliegen, bei denen die Kanten wie ein Messer wirken. Durch die ständige Reibung an diesen Unregelmäßigkeiten kommt es auf der Zunge zu einer schmerzhaften Reaktion.

Mikroorganismen als Ursache

Eine ganze Reihe entzündlicher Vorgänge im Mund- und Rachenraum kann sich aufgrund von Mikroorganismen auch auf die Zunge erweitern, sodass es zu typischen Entzündungszeichen kommt. Dies sind neben der leichten Schwellung und auffallenden Rötung die brennenden Schmerzen.

Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln

Verschiedene Nahrungsmittel und Getränke reizen durch spezielle Inhaltsstoffe das Oberflächenrelief der Zunge. Dies trifft ebenso auf Nikotin und einige Allergene zu.

Diabetes mellitus oder Anämie

Ein typisches Anzeichen auf eine Vorerkrankung ist das Zungenbrennen im Zusammenhang mit einem Diabetes mellitus oder einer Anämie. Insbesondere dann, wenn zu wenig Eisen oder spezifische Vitamine im Organismus fehlen, kann ein Brennen der Zunge mit chronischem Verlauf eine Folge sein.

Knötchenflechte

Eine wichtige Ursache für das Zungenbrennen kann die Knötchenflechte sein.

Psychische Erkrankungen

Erstaunlicherweise bestehen ebenso Verbindungen zwischen dem Zungenbrennen und einer Depression sowie zwischen Angstzuständen, also psychischen Faktoren.

Symptome bei Zungenbrennen - Brennen auf der Zunge

Die Symptome sind nicht immer gleich stark ausgeprägt, zumeist ist die Zunge seitlich und an der Spitze betroffen. Es kann zusätzlich jedoch auch zu einem Brennen am Gaumen oder den Lippen kommen. Oft nimmt das Zungenbrennen im Lauf des Tages zu.

Mögliche Begleitsymptome sind auch

  • Mundtrockenheit
  • ein  Taubheitsgefühl
  • Juckreiz
  • eine stechende Auffälligkeit
  • Betroffene haben oft auch einen bitteren und metallischen Geschmack im Mund.

Grundsätzlich ist ein Brennen auf der Zunge ein Begleitsymptom zu einer anderen eigenständigen Krankheit und sollte immer fachärztlich abgeklärt werden.

Untersuchungen und Diagnose

Untersuchung ZungenbrennenEin Zahnarzt oder HNO-Arzt kann der richtige Ansprechpartner bei Beschwerden wie Zungenbrennen sein. (Foto by: SimpleFoto / Depositphotos)

Um das Zungenbrennen ärztlich abklären zu lassen, ist es sinnvoll, einen Hals-Nasen-Ohrenarzt oder einen Zahnarzt aufzusuchen. Diese Fachärzte können zwar nicht immer eine exakte Sofortdiagnose stellen und die Ursachen herausfinden. Sie können aber auf eine differenzialdiagnostische Weiteruntersuchung drängen. In diesem Fall werden die Patientinnen oder Patienten meist bei einem Neurologen oder einem Dermatologen weiterbehandelt.

Visuelle Begutachtung

Die Diagnose beim Brennen der Zunge basiert überwiegend auf der visuellen Begutachtung der Zunge und der Angabe der aktuellen Beschwerden durch die Betroffenen. Diese Symptome können beispielsweise auch eine quälende Mundtrockenheit beinhalten.

Sichtbar werden bei der Betrachtung einer brennenden Zunge die oberflächlichen Strukturen, die abnormal geformt sein können. Unter diesen Umständen unterscheidet die Medizin neben der sogenannten Landkartenzunge eine Faltenzunge. Darüber hinaus erkennt der Facharzt auch auf der Zunge manifestierte Knötchenflechten und nicht pathologische Veränderungen der Schleimhäute. Bei der Befragung der von einem Zungenbrennen Betroffenen stellt sich oftmals heraus, dass zu dem eigentlichen brennenden Schmerz gleichermaßen eine Unverträglichkeit von Prothesen auftreten kann.

Tests

Um die optischen Auffälligkeiten durch eine weiterer Differentialdiagnose untermauern und abzugrenzen, werden zusätzliche labortechnische Tests auf eine bestehende Allergie und mikrobiologische Untersuchungen durchgeführt.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Da das Zungenbrennen aufgrund der nervenden Beschwerden in der Regel einen großen Leidensdruck auf die Betroffenen auslöst, wird früher oder später ein Arzt aufgesucht. Sind alle mechanischen Ursachen ausgeschlossen, welche für das Zungenbrennen verantwortlich wären, kann eine Therapie fortgeführt werden, innerhalb derer sich der Facharzt auf die anderen Kausalitäten konzentriert.

Behandlung von Vorerkrankungen

Bestehen Vorerkrankungen, die nachgewiesen worden sind, können diese bei der Behandlung zuerst in Angriff genommen werden. Dies betrifft beispielsweise allergische Erkrankungen oder eine Blutarmut. Mangelerscheinungen in Bezug auf spezielle Vitamine und Eisen können bei einem Zungenbrennen durch eine ausgewogene Ernährung ausgeglichen werden.

Medikamentöse Behandlung

Behandlung ZungenbrennenAuch homöopathische Mittel können bei Zungenbrennen helfen. (Foto by: Slast / Depositphotos)

Neben der schulmedizinischen Behandlung kommen gegen das lästige Zungenbrennen gleichermaßen alternative Therapiemethoden aus der Naturheilkunde oder der Homöopathie in Betracht.

Um die Missempfindungen auf der Zunge zu reduzieren, können wirksame pharmazeutische Produkte verschrieben werden. Eine ganze Auswahl an Mundspülungen aus den Extrakten schmerz- und entzündungslindernder Pflanzen kann ebenfalls gegen das Zungenbrennen helfen, das bei der Glossodynie auftritt.

Diverse Lutschtabletten und die Verschreibung von künstlichem Speichel sind eine weitere therapeutisch unterstützende Variante gegen das Zungenbrennen.

Bei der Behandlung des Zungenbrennens sollte zudem auf verschiedene Pflegeprodukte verwiesen werden, deren Weglassen oftmals eine Besserung mit sich bringt. Diabetes mellitus als Auslöser für Zungenbrennen kann zwar nicht vermieden werden. Dennoch spielt sicher eine optimale Einstellung des Blutzuckerwertes sinnvoll, um dem Zungenbrennen zu begeben.

Hat der Facharzt eine Landkarten- oder Faltenzunge oder ein Lichen ruber planus festgestellt, muss eine entsprechende Behandlung dieser Erkrankungen eingeleitet werden, um das Zungenbrennen zu beseitigen. Leider ist die Therapie dieser Zungenkrankheiten nicht einfach, weil es sich um eine chronische Krankheit handelt.

Prävention und was ich selbst tun kann

Die Vorbeugung eines Zungenbrennens lässt sich mit zum Teil erstaunlich einfachen Maßnahmen umsetzbar, die bereits in den Alltag integriert werden können. In diesem Zusammenhang gelten verschiedene Zusätze in Mundwassern und Getränken als Reizstoffe, welche durchaus ein Zungenbrennen bedingen können. In den meisten Fällen werden gerade Mundwasser und Zahnspülungen oftmals nicht genug verdünnt, sodass es sogar zu leichten Verätzungen der Zungenoberfläche kommen kann.

  • Eine Vielzahl an Inhaltsstoffen in Lebensmitteln wirken gleichermaßen recht aggressiv auf das Zungenrelief. Neben den Früchten, die reich an Zitronensäure sind und scharfen Gemüsearten kann Essigsäure in Salaten ebenso ein Zungenbrennen verursachen.
  • Vielfach leiden starke Raucher unter einem Brennen auf der Zunge, weil diese durch die Teerstoffe und das Nikotin gereizt wird.
  • Damit die Zunge keinen brennenden Schmerz verursacht, ist ein regelmäßiger Besuch beim Zahnarzt sinnvoll. Der Facharzt kann hartnäckige Beläge wie Zahnstein entfernen, welche die Zunge aufgrund ihrer Scharfkantigkeit beeinträchtigen.
  • Wer oft unter Zungenbrennen leidet, kann prophylaktisch den Mund regelmäßig mit entzündungshemmenden und die Schleimhaut beruhigenden Tees aus pflanzlichen Inhaltsstoffen benetzen. Auf alkoholische Bestandteile in oralen Flüssigkeiten sollte verzichtet werden.


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