Knötchenflechte (Lichen ruber planus)

Die Knötchenflechte ist eine entzündliche Erkrankung der Haut und Schleimhäute, die schubweise verläuft. Die Betroffenen befinden sich in der Regel im mittleren Alter. Eine Knötchenflechte entwickelt sich nach längerem Bestehen meist spontan zurück.

Symptome Knötchenflechte Die Knötchenflechte ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Haut und Schleimhäute. (Foto by: belchonock / Depositphotos)

Schnell-Übersicht

  • Was sind Knötchenflechten: Dabei handelt es sich um eine chronsich entzündliche Erkrankung der Haut und der Schleimhäute.
  • Symptome: Es bilden sich blaue bis rötliche Papeln auf der Haut. Die Knötchen können jucken und breiten sich meist auf die Handgelenksbeugen, die Unterschenkeln und bei den Fußknöcheln aus. Bei den Haaren kann es zu Schuppenbildung kommen.
  • Ursachen: Eine genaue Ursache ist unbekannt. Vermutet wird ein Zusammenhang mit Arzneimitteln, Chemikalen oder Viruserkrankungen.
  • Behandlung: Meist werden nur die Symptome behandelt, die Flechten vergehen oft von alleine. Jedoch müssen auslösende Medikamente eingestellt werden. Möglich wäre auch eine lokale Lichttherapie.

Was ist eine Knötchenflechte?

Bei der Knötchenflechte (Lichen ruber planus) handelt es sich um eine chronisch entzündliche Hauterkrankung und Erkrankung der Schleimhäute, die schubweise verläuft. An den betroffenen Hautstellen zeigen sich charakteristische Papeln (Knötchen), die entweder einzeln oder im Verbund und dicht zusammenstehend auftreten.

Typisches Merkmal der Knötchenflechte ist die netzartige Zeichnung an der Hautoberfläche, die sich milchig-weiß zeigt und insbesondere bei einer befallenen Mundschleimhaut deutlich erkennbar ist. In der Regel sind Menschen in den mittleren Lebensjahren, zwischen 30 und 60 Jahren, von einer Knötchenflechte betroffen, Frauen gleich häufig wie Männer.

Die Ursachen für eine Knötchenflechte

Die genauen Ursachen für die Entstehung der Knötchenflechte (Lichen ruber planus) sind, wie bei vielen anderen Hautkrankheiten, weitestgehend unbekannt.

Ein Zusammenhang zu auslösenden Krankheitsschüben mit bestimmten Arzneimitteln oder Chemikalien, sowie mit Viruserkrankungen konnte beobachtet werden.

Die Symptome bei Knötchenflechten

Die Knötchenflechte zeigt sich vor allem auf der Haut, den Hautanhangsgebilden wie den Nägeln und Haaren und auf den Schleimhäuten.

An den betroffenen Stellen kommt es zur Bildung von blass-blau-rötlichen, in etwa 2 bis 12 mm großen Papeln (Knötchen), die oberflächig eine netzförmige Zeichnung erkennen lassen.

Die Knötchen jucken unterschiedlich stark und treten häufig in den Handgelenksbeugenregionen, an den Unterschenkeln und im Bereich der Fußknöchel auf. Bei einer ausschlagartigen Bildung der Hautkrankheit (exanthematische Knötchenflechte) können sich die juckenden Knötchen am ganzen Körper ausbreiten.

Die Nägel der Betroffenen können sich spalten, verdünnen oder längsriffeln. Sehr selten fallen sie ganz aus. Im Bereich der Haare kann es zu einer Schuppung sowie verkrusteten Haarausführungsgängen kommen.

Etwa ein Drittel der Fälle sind von einem zusätzlichen Befall der Schleimhäute, insbesondere der Mundschleimhaut und Genitalschleimhaut, betroffen. Typische Symptome sind ebenso die netzartigen weißlichen Streifen bis hin zu gleichmäßigen weißlichen Stellen.

Die Behandlung einer Knötchenflechte

Behandlung Knötchenflechte Ein Dermatologe ist der richtige Ansprechpartner bei der Behandlung von einer Knötchenflechte. (Foto by: Syda_Productions / Depositphotos)

Juckreiz mildern

In den meisten Fällen ist eine Behandlung der Knötchenflechte nicht erforderlich, da sie selbständig abheilt und nur milde Symptome hervorruft. Hilfreich gegen den Juckreiz können kühle Umschläge oder kalte Gelkissen wirken. Auch Antihistaminika helfen bei starkem, unangenehmen Juckreiz.

Medikamente

Es gilt im Falle von Medikamenten, die die Knötchenflechte auslösen, diese einzustellen bzw. auf vergleichbare Medikationen umzusteigen.

Kortison

Ist der Befall chronisch und ausgeprägt, werden einzelne Hautstellen mit Kortisonsalben oder Kortison-Pflastern behandelt. Bei sehr starkem Befall können Kortison-Kristalllösungen gespritzt werden, hilfreich sind auch teerhaltige Präparate oder Vitamin A-Säurepräparate.

Lichttherapie

Ebenso kann eine lokale Lichttherapie wirksam sein, selten werden immunsuppressive Mittel wie Ciclosporin eingesetzt.

Eine chronische Knötchenflechte erfolgreich zu therapieren ist mitunter schwierig. Vorsicht ist geboten, wenn sich die Erkrankung über Jahre hinzieht und besonders die Schleimhäute betrifft. Dort kann sich ein bösartiger Tumor bilden, darum sind regelmäßig Untersuchungen bei einem Dermatologen oder Zahnarzt erforderlich. Vorbeugungsmaßnahmen gegen einen Befall sind nicht bekannt.

Weitere Informationen zur Knötchenflechte

Der Befall mit der Knötchenflechte kann langwierig und belastend sein. Darum haben sich Selbsthilfegruppen gebildet, die mit guten Tipps und aktuellen Informationen zu Medikamenten oder alternativen Heilmitteln weiterhelfen. Fachlich kompetent ist ein Dermatologe, er stellt auch die Diagnose. Manche der oben genannten Therapien sind nur unter ärztlicher Kontrolle auszuführen, darum ist der Weg zum Arzt unumgänglich.


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Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 02.02.2010
Überarbeitet am: 06.11.2020

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