Wie sinnvoll ist eine Grippeimpfung?

Die Anzahl an Influenza-Fällen steigt meist vor allem während der Herbst- und Winterzeit spürbar an. Dabei sind dann meist 15% der Bevölkerung betroffen und gefährden mit schweren Verläufen besonders Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen.

Grippeimpfung Vor allem für Risikogruppen ist es wichtig eine Grippeimpfung in Erwägung zu ziehen. (Foto by: Kerkezz / Depositphotos)

Grippe oder Grippaler Infekt?

Oftmals ist der Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen sehr schwammig im Allgemeinwissen verankert, jedoch äußerst wichtig. Diese zwei Erkrankungen zu unterscheiden ist äußerst wichtig um den Gesundheitszustand richtig einschätzen zu können.

Influenza, also die „echte Grippe“, wird durch die gleichnamigen Influenzaviren ausgelöst und hat meist einen schweren Verlauf. Ein grippaler Infekt, eine Erkältung, jedoch entsteht durch infektiöse Viren, die in unterschiedlichen Arten auftauchen und relativ harmlose, wenn auch anstrengende, Symptome verursachen.

Wichtig: Aus einem grippalen Infekt kann sich keine Grippe entwickeln. Es ist stets ein Kontakt mit Influenzaviren zuvor notwendig.

Unterschiedliche Symptome

Woran man nun erkrankt ist, kann man vor allem am Beginn schnell feststellen: Influenza führt sehr schnell und plötzlich zu Gliederschmerzen und Fieber.

Ein grippaler Infekt hingegen verläuft sehr schleichend, mit Halsschmerzen, Schnupfen und/oder Husten, bis später auch langsam die Temperatur steigen kann (Fieber).

Influenza und Covid-19

In diesem Jahr beschäftigt viele Leute vor allem die kombinierte Gefahr der Grippe und der Coronaviren. Bereits junge und gesundheitlich starke Personen sind an den Viren gestorben und die Angst besteht, dass man nun geschwächt durch die Grippe noch gefährdeter wird.

Die Grippeimpfung bietet keinen direkten Schutz gegen die Viren von Covid-19. Dennoch ist es kein Grund die Grippeimpfung bei Bedarf auszulassen. Forscher des Max-Panck-Instituts haben berechnet, dass eine Grippeerkrankung eine Wahrscheinlichkeit für die Übertragung von Coronaviren im vergangenen Grippezeitraum um das 2,5-fache erhöht hatten. Daher liegt die Vermutung nahe, dass es auch in der kommenden Grippesaison der Einfluss nicht ausgeschlossen werden kann.

Eine Grippeimpfung könnte das überforderte Gesundheitssystem merkbar entlasten. Laborstudien haben ergeben, dass Grippeerkrankungen die Menschen sehr wohl anfälliger für Coronaviren machen, da der Körper dadurch geschwächt wird und sich die SARS-CoV-2-Erreger so noch besser anheften können.

Wer sollte sich gegen Influenza impfen lassen?

Grundsätzlich kann sich jede/r impfen lassen. Doch vor allem Risikogruppen sollten sich jährlich zu Beginn der Grippesaison Impfstoff und Impfung besorgen. Darunter fallen auch Schwangere. Ab welchem Monat jedoch eine Impfung geeignet wäre, sollte in einem Gespräch mit dem behandelnden Arzt/ der behandelnden Ärztin geklärt werden.

Die Risikogruppen sind meist Personen die eine erhöhte Wahrscheinlichkeit haben sich mit den Influenzaviren anzustecken, oder ein erhöhtes Risiko an einem schweren Verlauf zu erkranken.

Unter diese Gruppen fallen unter anderem:

  • Kinder ab dem vollendeten 6. Lebensmonat
  • Personen die an chronischen Erkrankungen leiden
  • Erwachsene ab dem 60. Lebensjahr
  • Personen die im Gesundheits- und Pflegebereich arbeiten
  • Kinder die regelmäßig den Kindergarten besuchen
  • Bewohner von Pflege- und Altenheimen
  • Schüler
  • Personen mit viel Kontakt zu anderen (z.B. Friseure)
  • Schwangere

Folgende Krankheiten können als Risiko eingestuft werden:

Wie sinnvoll ist eine Grippeimpfung? Die Grippesaison erreicht ihren Höhepunkt in Österreich meist Ende Dezember und Jänner. (Foto by: Syda_Productions / Depositphotos)

Wann und Wo kann man sich impfen lassen?

Statistisch erreicht die Grippesaison Österreich meist Ende Dezember und steigt im Jänner rapide an. Empfohlen wird daher eine Impfung im Zeitraum von Ende Oktober und Mitte November. Eine Impfung kann auch während der Saison noch verabreicht werden.

Woher man den Impfstoff bekommt kann sich je nach Lokalität ändern. Möglich sind Impfstellen wie Gesundheitsämter oder Impf-Ambulanzen, Hausärzte/Hausärztinnen, Kinderärzte/Kinderärztinnen, oder mit Rezept direkt aus der Apotheke. Im Privatmarkt gibt es die ersten Impfstoffe meist ab Anfang Oktober zu erwerben.

Wie lange hält der Grippeschutz?

Eine Grippeimpfung muss jährlich aufgefrischt werden. Die beteiligten Erreger der Influenza verändern sich jedes Jahr ein wenig, daher muss der Impfstoff in seiner Zusammensetzung immer wieder daran angepasst werden. Zusätzlich lässt auch die Schutzwirkung nach und würde über einen längeren Zeitraum an Effektivität verlieren.

Kosten einer Grippeimpfung

Ab dem Jahr 2020 ist die Grippeimpfung für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 15. Lebensjahr kostenfrei. Auch Impfaktionen in Gesundheits- und Pflegeheimen werden kostenlos angeboten.

In manchen Bundesländern, bei einzelnen Arbeitgebern und manchen Sozialversicherungen werden ebenfalls Impfaktionen ausgeschrieben. Hier gilt es sich selbstständig zu informieren. Generell ist eine Impfung für Erwachsene nicht kostenfrei. Preise können am Privatmarkt unterschiedlich ausfallen.

Gibt es Nebenwirkungen und Risiken?

Innerhalb der ersten drei Tage nach Erhalt der Impfung kommt es oftmals zu leichten Rötungen an der Einstichstelle, sowie Schwellungen. Aber auch Symptome wie leicht erhöhte Müdigkeit, leichtes Fieber und Übelkeit sind möglich, jedoch meist nur von kurzer Dauer.

Oftmals wird befürchtet, dass eine Impfung gegen die Grippe selbst eine Grippe verursachen könnte. Jedoch besteht dabei kein Grund zur Sorge, da es sich um einen Totimpfstoff handelt, was bedeutet, dass die verwendeten Viren nicht vollständig sind und keine Krankheiten auslösen können. Bei Sorge und Bedenken hilft es oftmals ein Gespräch mit einem behandelnden Arzt aufzusuchen.

Wer sollte auf eine Impfung verzichten?

Leidet man unter Fieber oder einer schweren und akuten Infektion, sollte man eine Impfung möglichst bis zur Besserung aufschieben. Danach kann sie beruhigt nachgeholt werden. Den passenden Zeitpunkt bespricht man am besten mit dem Arzt/ der Ärztin.

Ebenfalls wichtig ist es vorher mögliche Unverträglichkeiten gegen die Inhalte des Impfstoffes zu überprüfen (z.B. eine Unverträglichkeit gegen Hühnereiweiß).

Stehen Kinder und Jugendliche zu dem Zeitpunkt unter einer Langzeit-Aspirin-Therapie, darf kein Impfstoff über den Nasenspray verabreicht werden.

Fazit

Eine Grippeimpfung, auch im Rahmen der Covid-19-Pandemie, ist auf jeden Fall zu empfehlen. Vor allem jene die in die Risikogruppen fallen, sollten sich rechtzeitig um einen Impfstoff kümmern um sich zu schützen. Ausreichend geimpfte Personen könnten auch einen wichtigen Einfluss auf den Zustand unseren Gesundheitssystems haben. Noch dazu ist die Influenza sehr wohl für manche Personen lebensbedrohlich und kann auch Schwangeren und ihren ungeborenen Kindern schaden.

 


Bewertung: Ø 5,0 (2 Stimmen)

Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 30.09.2020
Überarbeitet am: 30.09.2020

Quellen:

Informationsportal https://www.mpg.de/15371920/0914-infe-105755-covid-19-grippe-koennte-ansteckungsgefahr-erhoehen (letzter Aufruf: 30.09.2020)

Informationsportal https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Impfen/Impfempfehlungen-Allgemein/Empfehlung-Influenza-Impfung-(-Grippeimpfung-)-Saison-2020-2021.html (letzter Aufruf: 30.09.2020)

Informationsportal https://www.wien.gv.at/gesundheit/beratung-vorsorge/impfen/grippeimpfung.html (letzter Aufruf: 30.09.2020)

Informationsportal https://www.gesundheit.gv.at/leben/gesundheitsvorsorge/impfungen/grippe (letzter Aufruf: 30.09.2020)

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