Schmerzen in der Brust

Schmerzen in der Brust sind in den meisten Fällen ein Warnsignal, die Ursachen sehr komplex und vielfältig. Sicher kann es auch mal sein, dass es in der Brust zu Schmerzen kommt, wenn man für längere Zeit eine falsche Haltung eingenommen hat, zu enge Kleidung trägt oder auch mal beim Sport. Das ist dann harmlos und hört auch bald wieder auf.

Mann mit Schmerzen in der BrustSchmerzen in der Brust sollten als Warnsignal wahrgenommen werden. (Foto by: belchonock / Depositphotos)

Ursachen von Schmerzen in der Brust

Das Engegefühl in der Brust kann auch mit weiteren Begleiterscheinungen, beispielsweise Atemnot, einhergehen. In jedem Falle sollten akute Brustschmerzen einer eingehenden diagnostischen Abklärung zugeführt werden.

Die Schmerzen in der Brust können einen ganz unterschiedlichen Charakter aufweisen, oftmals werden sie von den Patienten auch als ziehend oder brennend beschrieben.

Stehen die Schmerzen in Zusammenhang mit einem Herzinfarkt, so werden sie häufig als vernichtend und krampfartig beschrieben, in diesem Fall ist eine schnelle notärztliche Versorgung ganz entscheidend. Medizinisch spricht man auch von sogenannten thorakalen Schmerzen.

Im Brustkorb, Thorax, befinden sich außer dem Herz noch eine ganze Reihe anderer, lebenswichtiger Organe, die bei eingeschränkter Funktion einen Brustschmerz auslösen können. Hinter Schmerzen in der Brust können sich also sowohl lebensbedrohliche Erkrankungen des Herzens oder anderer wichtiger Organe, als auch eher harmlose Ursachen verbergen.

Nicht selten ist auch der sogenannte psychogene Brustschmerz, hier sind die Engegefühle im Brustbereich nichts anderes als Ausdruck tief sitzender seelischer Verstimmungszustände.

Auch orthopädische Ursachen zeichnen für die Entstehung von Schmerzen in der Brust oft verantwortlich. Diese haben jedoch bei vielen Patienten einen chronisch-rezidivierenden Charakter, die Schmerzen klingen also ab, treten aber dann in periodischen Abständen wieder auf. Ursache sind Veränderungen im Bereich der Brustwirbelsäule, häufig Abnutzungserscheinungen, also sogenannte degenerative Veränderungen. Dadurch kommt es zu einer Beeinträchtigung der Nervenwurzeln im Versorgungsgebiet der Zwischenrippenmuskulatur.

Untersuchungen und Diagnose

Kommt ein Patient mit Schmerzen in der Brust in die Praxis oder in die Klinik, so ist es auch für versierte Ärzte nicht immer einfach, die richtige Diagnose auf den ersten Blick zu stellen. Es sind also umgehend erweiterte diagnostische Maßnahmen erforderlich, um die genaue Ursache zweifelsfrei zu bestimmen. Bei weiteren Symptomen wie Schweißausbrüchen, Vernichtungs- oder Todesangst wird der Arzt eher eine cardiale Ursache als Quelle des Brustschmerzes vermuten.

Selbst harmlose Magenreizungen mit Sodbrennen oder Rippenblockaden können bereits solch starke Brustschmerzen hervorrufen, dass Patienten den Notarzt alarmieren.

Bedrohliche Ursachen für den thorakalen Schmerz sind Herzinfarkt, Angina pectoris, die sogenannte Brustenge oder Herzrhythmusstörungen mit systolischen Blutdruckspitzen bis zu 230. Hierbei handelt es sich um internistische Notfälle, die zeitnah intensivmedizinisch behandelt werden müssen.

Weitere gefährliche Ursachen für Schmerzen in der Brust sind:

  • Rippenfellentzündung
  • Lungenembolie
  • Herzbeutelentzündung
  • Pneumothorax

Als eher harmlose Ursachen gelten muskuläre Verspannungen, Wirbelblockaden oder Herpes Zoster, die Gürtelrose, eine entzündliche durch Viren verursachte Erkrankung.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Sympathischer ArztAls Standarddiagnostik werden bei Schmerzen in der Brust ein Elektrokardiogramm durchgeführt. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Um Schmerzen in der Brust wirksam zu therapieren, ist eine genaue Kenntnis der Ursachen unerlässlich.

Diese kann der Arzt durch Anamnese, also die eingehende Erhebung der Krankengeschichte, eine anschließende körperliche Untersuchung und durch erweiterte Diagnostik mit Laborwerten und Röntgendiagnostik recht schnell herausfinden.

Als Standarddiagnostik werden bei Schmerzen in der Brust auf jeden Fall ein Elektrokardiogramm, neuerdings auch eine Bestimmung cardialer Troponine als Blutuntersuchung durchgeführt, um eine Schädigung des Herzmuskels sicher auszuschließen. Durch eine ursachenbezogene Therapie klingen die Schmerzen in der Regel sehr schnell wieder ab. Im schlimmen Fall der Angina pectoris würde die Therapie in einer Erweiterung der Herzkranzgefäße bestehen, bei einer Wirbelblockade könnten die Brustschmerzen dagegen durch einen gezielten chiropraktischen Eingriff überwunden werden.

Krankenhäuser in Österreich verfügen vermehrt über sogenannte Chest-Pain-Units. Es handelt sich dabei um spezielle Aufnahmestationen für Patienten mit Brustschmerzen. Die dort anwesenden Ärzte sind in der Regel Spezialisten, welche die erforderliche Differenzialdiagnostik zeitnah vornehmen und den Patienten rasch einer geeigneten effektiven Therapie zuführen können.

Prävention und was ich selbst tun kann

Wenn Schmerzen in der Brust einer harmlosen Quelle entspringen, so können Patienten auch eine ganze Menge selbst dazu beitragen, um zukünftig solche Schmerzattacken zu verhindern.

Sodbrennen kann als eine mögliche Ursache des Brustschmerzes durch eine Ernährungsumstellung gut beeinflusst, Muskelverspannungen durch Bewegungstherapie und Wärmeanwendungen therapiert werden.

Liegt den Schmerzen in der Brust eine Verengung der Herzkranzgefäße zugrunde, so werden die Patienten angewiesen, ein gefäßerweiterndes Spray auf der Basis von Nitroglyzerin mitzuführen. Tritt der Brustschmerz auf, so sind ein bis zwei Hübe aus dem Sprühfläschchen erforderlich, um die Schmerzattacke in den meisten Fällen deutlich abzulindern.

Verschwinden die Brustschmerzen durch diese Selbstmedikation nicht, so muss umgehend der Arzt oder eine Chest-Pain-Unit aufgesucht werden, da ein drohender Herzinfarkt leider nicht ausgeschlossen werden kann.

Sind die Schmerzen in der Brust auf eine erhöhte Produktion von Magensäure mit Sodbrennen zurückzuführen, so können gezielt Antazida vom Patienten selbst eingesetzt werden, um überschüssige Magensäure zu binden. Auch eine Umstellung der Lebens- und Ernährungsweise kann bei Schmerzen in der Brust viel bewirken. Der konsequente Abbau von Übergewicht, ein Verzicht auf das Rauchen und das Meiden von Alkohol oder von schweren Speisen vor dem Schlafengehen lassen viele mögliche Ursachen von Brustschmerzen gar nicht erst entstehen.


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