Meniskus: Aufgabe, Anatomie, Meniskusverletzung, Symptome, Behandlung und Hausmittel

Das Wort Meniskus, im Plural Menisken, bedeutet übersetzt so viel wie mondförmiger Körper. Der Meniskus ist anatomisch betrachtet ein scheibenförmiges Knorpelgewebe innerhalb eines Gelenks. Im Knie ist dieser geformt wie ein Halbmond und teilt die Gelenkhöhle nicht vollständig.

Anatomie Meniskus und KnieDer Meniskus ist anatomisch betrachtet ein scheibenförmiges Knorpelgewebe innerhalb eines Gelenks. (Foto by: blueringmedia / Depositphotos)

Unter den menschlichen Gelenken gilt das Kniegelenk in seinem Aufbau als sehr kompliziert. Es ist nicht nur für die Streck- und Beugebewegungen zuständig, sondern lässt sogar leichte Drehbewegungen zu.

Diese Abläufe werden möglich, weil zusätzlich zu den beiden Menisken (Innen- und Außenmeniskus) zwei Kreuzbänder (hinteres und vorderes Kreuzband) den strukturellen Aufbau darstellen.

Aufgaben in Körper

Die beiden Menisken sorgen für eine optimierte Druckverteilung zwischen Ober- und Unterschenkel. Darüber hinaus wirken sie als Bremsklötze, damit es nicht zu einer Verschiebung der Gelenkflächen kommt.

Der Meniskus als scheibenförmiges Knorpelfasergewebe dient zwischen den beteiligten Knochen als Gleitlager. Nur dieses Zusammenspiel kann eine reibungslose Funktion des Kniegelenkes gewährleisten.

Meniskusformen

  • Innenmeniskus: Dieser ist mit dem Seitenband (Innenband) des Kniegelenks verwachsen.
  • Außenmeniskus: Dieser ist mit dem Außenband verwachsen und deshalb wesentlich weniger anfällig für einen Riss.

Ursachen für einen Meniskusschaden

In den meisten Fällen handelt es sich um eine Sportverletzung (besonders bei einem Meniskusriss).

Doch auch Verkehrsunfälle und Stürze aus größerer Höhe können einen Riss am Meniskus zur Folge haben.

Skifahrer und Fußballer sind besonders gefährdet, weil durch die stabilisierende Fußfixierung der Fuß den schnellen Rotationsbewegungen des Körpers, die sich auf das Knie übertragen, nicht folgen kann.

Eine weitere Ursache können degenerative Veränderungen darstellen. Die ersten Verschleißerscheinungen sind am Meniskus häufig bereits ab dem 40. Lebensjahr zu beobachten. Diese nehmen im Laufe des natürlichen Alterungsprozesses weiter zu. Sind die Verschleißerscheinungen weit fortgeschritten, kann ein Meniskusriss auch ohne äußere Krafteinwirkung entstehen. Eine Teilmeniskektomie, bei der die abgestorbenen Enden entfernt werden, kann die nötige Stabilisation und Funktionalität wieder herstellen.

Verletzungsmöglichkeiten und die Folgen

Meniskusverletzung durch einen Riss

Bei einer zu plötzlichen Bewegung reicht seine kaum vorhandene Elastizität nicht aus, um nachzugeben. Es kommt zum Riss vom Innenmeniskus.

Bei dieser Verletzungsart ist der Meniskus an einer Stelle eingerissen oder komplett durchtrennt. Verschiedene Rissarten sind zu unterscheiden. Zu den häufigsten Formen gehören:

  • Der Korbhenkelriss: Nicht über die Blutgefäße, sondern durch die Gelenkflüssigkeit werden basisferne Bereiche des Meniskus versorgt. Kommt es in diesen Arealen zu einem Riss, ist ein Anwachsen der gerissenen Teile nicht mehr möglich. Um die Funktion und Stabilität des Kniegelenkes zu erhalten, wird eine Teilresektion durchgeführt.
  • Der Radiärriss: Von ihm ist die Rede, wenn der Meniskus von innen nach außen reißt.

Ganz gleich, um welche Art Meniskusriss es sich handelt. Die abdämpfende und stabilisierende Funktion im Gelenk geht verloren. Erhebliche Schmerzen treten meist schon bei leichtesten Bewegungen auf. Allerdings können je nach Größe und Art des Risses das Ausmaß und die Symptomatik stark variieren.

In jedem Fall ist zu verhindern, dass sich Knorpeltrümmer im Gelenk verteilen, weil diese das gesamte Kniegelenk blockieren können.

Meniskusverletzung durch eine Überdehnung

Eine Dehnung der Bänder entsteht durch eine übermäßige gewaltsame Bewegung (plötzliche Rotationsbewegung) des Kniegelenks. Das Innen- wie auch das Außenband können betroffen sein. Im Gegensatz zu einem Riss bleibt die Stabilität bei einer Überdehnung erhalten.

Meniskusverletzung durch Verrutschen

Kommt es durch Krafteinwirkung von außen zu einem Verrutschen der Kniescheibe, kann es infolge dessen zu einem Meniskusriss kommen.

Meniskusverletzung durch Quetschung

Weil die beiden Menisken zwischen dem Oberschenkelknochen und den Unterschenkelknochen innen und außen liegen, erfolgen die häufigsten Beschwerden durch eine Meniskusquetschung, die durchaus zu einem Meniskusriss führen kann.

So kann es zu einem Vorderhornriss am Innen- bzw. Außenmeniskus kommen aber auch zu einem Hinterhornriss.

Symptome, die auf eine Meniskusverletzung hindeuten können

MeniskusverletzungDie Ursachen für eine Meniskusverletzung können vielfältig sein. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

  • Am Gelenkspalt des Kniegelenks treten innen oder außen Schmerzen auf.
  • Die Belastbarkeit des Kniegelenks ist eingeschränkt, was häufig zu einem hinkenden Gangbild führt, damit das Knieelenk entlastet wird.
  • Auch eine Gelenkblockade sowie das Gefühl „es ist etwas eingeklemmt“ treten häufig auf.
  • Die Betroffenen können auch über dem Gelenkspalt beim Bewegen des Knies ein „Schnappen“ bemerken.
  • Seltener kommt es zu einer Schwellung des Kniegelenks.

Der kindliche Meniskus

Bei Kindern besitzt der Meniskus eine hohe Vaskularität und damit verbunden verfügt das Meniskusgewebe über ein sehr hohes Selbstheilungspotenzial. Damit der Stoßdämpfereffekt erhalten bleibt, wird ein kindlicher Meniskusriss grundsätzlich genäht.

Diagnose und Untersuchung

Bei einer Meniskusverletzung sollte ein Orthopäde mit chirurgischer Zusatzqualifikation oder ein Chirurg mit dem Schwerpunkt Orthopädie aufgesucht werden.

Körperliche Untersuchung

Durch Ausüben von Druck führt der Arzt eine Schmerzprovokation am Gelenkspalt durch. Diese Schmerzprovokation kann auch durch bestimmte Bewegungstests am Kniegelenk erfolgen.

Ultraschall

Mittels Ultraschalluntersuchung kann eine erste Diagnose mit Darstellung des Kniegelenks erfolgen. Eine weitergehende Diagnose ist in dem meisten Fällen notwendig.

Röntgen

Bei einer Röntgenuntersuchung können mittels Röntgenaufnahme in zwei Ebenen Verletzungen von knöchernen Strukturen bestätigt bzw. ausgeschlossen werden. Eine Darstellung des Meniskusgewebes ist röntgenologisch nicht möglich.

Computertomografie

Bei einer Computertomographie können eventuell bestehende Begleiterkrankungen festgestellt werden. Dazu gehören:

  • ein Bruch der Kniescheibe
  • Knochenabbauten
  • Veränderung an der Kniegelenkskapsel
  • Verknöcherungen an den Bändern und Gefäßen
  • Flüssigkeitsansammlungen im Kniegelenk

Kernspinthomografie (MRT)

Mit dieser bildlichen Dokumentation (auch vom geschädigten Meniskus) wird die Erstdiagnose abgesichert und die weitere Behandlung geplant. Häufig wird in der modernen Nuklearmedizin anstelle einer MRT auch ein NMR ohne Strahlenbelastung eingesetzt.

Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten bei einem Meniskusschaden

Hausmittel

Hausmittel beziehen sich auf die Schmerzreduktion. Sie können nicht zur Heilung von einem Meniskusriss beitragen.

Chili mit dem natürlichen Schmerzmittel Capsaicin lindert den Schmerz und fördert die Durchblutung im Gelenk. Einfach zwei Esslöffel Chilipulver mit etwas Apfelessig zu einer Paste verrühren und zweimal täglich auf das Knie auftragen.

Kalte Umschläge gehören wohl zu den ältesten Hausmitteln. Aber immer ein Frotteehandtuch zwischen Eis und Knie legen. Sonst ist die Kälte zu enorm.

Auch mit ½ Tasse Bittersalz im Badewasser lassen sich die Schmerzen lindern. Nicht bei Diabetes mellitus sowie Bluthochdruck und Herzproblemen anwenden.

Auch das Auftragen von Eukalyptusöl vermischt mit Pfefferminzöl wirkt kühlend und nimmt somit den Schmerz.

Alternativmedizinische Behandlungsmethoden

Gute Erfolge werden durch Behandlungen mit einer elektrophysikalischen Therapie wie pulsierende pneumatische Therapie oder Elektrotherapie erreicht.

Auch mit einer Neuraltherapie, Akupunktur und Kinesio Tapes ist eine erfolgreiche Behandlung möglich.

Die Anfertigung von funktionellen Einlagen, gezielte Dehnübungen für verkürzte Muskeln und ein aufbauendes Krafttraining für die Oberschenkelmuskulatur sind zu empfehlen.

Operation in arthroskopischer Ausführung

Mit einer Meniskusnaht (Meniskusrefixation)

Abhängig von der Lokalisation des Meniskusrisses ist bei einem basisnahen Riss eine Meniskusnaht indiziert. Die hierbei gegebene Durchblutung des Meniskusgewebes ist in der Regel ausreichend, damit die Narbe heilen kann. Für die Naht werden fast ausschließlich resorbierbare (selbstauflösende) Fäden verwendet.

Für die nächsten sechs Wochen sollte eine Teilbelastung unbedingt eingehalten werden. Auch das Tragen einer Orthese ist in dieser Zeit wichtig, damit die Beweglichkeit eingegrenzt wird. So kann die Naht bestmöglich verheilen. Außerdem bleibt das Meniskusgewebe erhalten, was für die Zukunft von größtem Vorteil ist.

Partielle Meniskektomie (Teilresektion)

Durch Einführen eines Arthroskops (optisches Instrument) in das Kniegelenk wird ein kleiner Teil des verletzten Meniskus entfernt. Dieses Verfahren wird gerne angewendet, wenn eine Meniskusnaht nicht den gewünschten Erfolg verspricht. Eine physiotherapeutische Behandlung mit Anleitung für ein eigenständiges Training schließt sich einer Meniskektomie an.

Da beide Behandlungen arthroskopisch mit minimalinvasiven Instrumenten durchgeführt werden, begrenzt sich die Verweildauer im Krankenhaus auf wenige Tage. Die Arthroskopie ist für den Patienten physisch kaum belastend und auch vom optischen Ergebnis her positiv zu bewerten, da nur drei winzige, punktförmige Narben zurückbleiben. Bereits nach wenigen Wochen ist in den meisten Fällen eine weitgehende Beschwerdefreiheit erreicht.

Meniskusnagelung

Hierbei wird mit resorbierbaren (selbstauflösenden) Pfeilen (auch Arrows genannt) der Meniskusriss versorgt. Genau wie bei der Versorgung mit einer Meniskusnaht beträgt die Nachbehandlungszeit ungefähr sechs Wochen. Eine unter Umständen längere Arbeitsunfähigkeit ist möglich, weil schwerere körperliche Belastungen für mehrere Wochen unbedingt zu vermeiden sind.

Komplikationen

Neben den allgemeingültigen Operationsrisiken können chronische Knieschmerzen sowie eine kurzzeitige oder längerfristige Bewegungseinschränkung und Knorpelschäden nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Auch eine Kniegelenksarthrose (auch Gonarthrose genannt) ist nicht auszuschließen.

Selten kommt es zu einer Thrombose oder Ruptur.

Nachbehandlung

Behandlung MeniskusEine Lymphdrainage kann unterstützend zur Nachbehandlung einer Meniskusverletzung angewendet werden. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Hierzu gehen die Meinungen der Experten auseinander. Lediglich die komplette Ruhigstellung ist heute kaum noch ein Thema. Nur in Verbindung mit einer erforderlichen Ent- oder Teilbelastung wird sie noch angewendet. Ansonsten ist die „frühfunktionelle Nachbehandlung“ heute das Mittel der Wahl.

In diesem Zusammenhang erfolgt (z. B. bei einer Meniskusrefixation) eine Teilbelastung mit 15 bis 20 kg an Orthesen bereits unmittelbar nach dem Eingriff für ca. eine Woche. Begleitend wird das Knie vier bis fünf Mal am Tag für ca. 10 Minuten gekühlt.

Auch eine Lymphdrainage kann unterstützend sehr effektiv sein. Eventuell müssen Medikamente zur Abschwellung eingenommen werden. Dieser Phase schließt sich ein dosierter Belastungsaufbau an.

Mit Anspannungsübungen und Krankengymnastik wird die Muskulatur gestärkt. Mit Beginn der neunten Woche kann dann meistens eine „Beugung von bis zu 120 Grad bei freier Streckung“ erreicht werden.
Nach sechs Monaten kann mit moderatem Sport begonnen werden.

Kommt es während der Nachbehandlung zu Schmerzen oder Schwellungen muss die Belastung sofort reduziert werden. Auf eine Thromboseprophylaxe sollte laut einiger Experten nicht verzichtet werden, weil durch die Ruhigstellung das Venensystem stark beansprucht ist und es zu Blutgerinnseln kommen kann.

Der gesamte Nachbehandlungsprozess kann je nach Schweregrad und Konstitution des Patienten zwischen ca. 6-12 Monaten betragen.

Heilung mit optimistischer Prognose

Nach einer Meniskusteilentfernung ist der Heilungsprozess meistens schon nach drei bis sechs Wochen abgeschlossen. Nach sechs Wochen sollte auch die Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt sein. Ausnahmen bilden natürlich Arbeiten mit schwerer körperlicher Belastung. Wurden Meniskusfäden gesetzt, kann die Heilung bis zu ca. 16 Wochen dauern.

Den Meniskus präventiv stärken

Eine Vorbeugung ist nur bedingt möglich. Allgemein aber kann gesagt werden, dass Koordinationstraining und eine gut trainierte Muskulatur zumindest einen präventiven Schutz bieten können.

Eine bestehende Fehlstellung des Kniegelenkes kann mit Schuheinlagen und gezielten Übungen, die eine damit einhergehende Fehlbelastung reduzieren können, korrigiert werden.


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