Allergien bei Babys und Kindern

Allergien sind in jedem Alter möglich, auch Babys und Kinder können auf im Grunde harmlose Substanzen eine Allergie entwickeln. Kinder reagieren schon auf die kleinste Menge des allergieauslösenden Allergens extrem empfindlich. Mediziner nennen diesen Vorgang die Sensibilisierung, verschiedene Organe und Gewebe können betroffen sein.

Allergie bei Baby und KindernMeist äußert sich eine Allergie bei Babys und Kindern durch einen Hautausschlag oder Heuschnupfen. (Foto by: Kobyakov / Depositphotos)

Was ist eine Allergie bei Babys und Kindern?

Wie auch bei Erwachsenen entwickelt sich eine Allergie nach dem Erstkontakt mit dem bestimmten, auslösenden Allergen. Doch reagieren Babys und Kinder in der Regel empfindlicher beim nächsten Kontakt mit dem Allergen. Bereits geringste Mengen des Allergens lösen eine allergische Reaktion beim Kind aus.

Meist äußert sich eine Allergie bei Babys und Kindern durch einen Hautausschlag, Heuschnupfen oder auch in asthmatischen Beschwerden. Oft entwickeln sich Allergien bei Kindern in Innenräumen, Jugendliche leiden häufig unter Pollenallergien. Auch Babys und Kinder können wie Erwachsene in schweren Fällen einen anaphylaktischen Schock erleiden (kommt jedoch eher selten vor), darum ist eine Behandlung der Allergie unbedingt erforderlich. Auch Kreuzallergien sind bei Babys und Kindern möglich.

Die Ursache für eine Allergie bei Babys und Kindern

Die genaue Ursache für Allergien bei Babys und Kindern ist bislang nicht hinreichend geklärt. Ein Risikofaktor ist allerdings die Vererbung. Sind beide Elternteile Allergiker, liegt die Wahrscheinlichkeit für das Kind, auch an einer Allergie zu erkranken, bei bis zu 80%. Bei nur einem betroffenen Elternteil liegt die Risikorate bei maximal 40%.

Die Substanzen und Stoffe, die bei Babys und Kindern eine Allergie auslösen, können chemisch, tierisch oder pflanzlich sein und sind in der Regel als harmlos zu bezeichnen. Auslösende Substanzen können sein:

  • Stoffe in Kosmetika oder Pflanzenschutzmitteln
  • Wirk- und Inhaltsstoffe in Medikamenten
  • Inhalts- und Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln
  • Pollen von Bäumen, Gräsern und Sträuchern
  • Gifte von Insekten, insbesondere Bienen und Wespen
  • Tierhaare, Tierhaut
  • Schimmelpilzsporen
  • Hausstaubmilben

Die Symptome einer Allergie bei Babys und Kindern

Die allergischen Reaktionen bei Babys und Kindern betreffen nahezu alle Organe und Gewebe, konzentrieren sich jedoch auf die Augen, die Haut, die Atmungsorgane und den Magen-Darm-Trakt. Allergische Reaktionen können sowohl plötzlich auftreten wie auch chronisch werden.

Die häufigsten Symptome sind:

Augen

Die Augenlider schwellen an, sie entzünden sich und werden entweder trocken oder feucht-verklebt.

Haut

Nesselaussschlag, juckende, größerflächige Hautrötungen (oft chronisch) mit Bläschen oder Knötchen, Schuppen- und Krustenbildung (Neurodermitis, Ekzem).

Atmungsorgane

Atemnot (oft akut), der Hals-Nasen-Rachenraum entzündet sich, Asthmasymptome, Heuschnupfen

Magen-Darm-Trakt

Erbrechen, Durchfall, der Stuhl ist blutig, kolikartige Bauchschmerzen

Bei schweren Allergien kann ein Baby oder Kind einen anaphylaktischen Schock erleiden, darum ist es notwendig, das vom Arzt verordnete Notfallpaket (Inhalationsspray, Kortison, Antihistaminikum) immer dabei zu haben.

Die Behandlung einer Allergie bei Babys und Kindern

Vermeiden des Kontaktes mit dem Allergen

Prinzipiell ist die erste Therapiemaßnahme das Vermeiden des Kontaktes mit dem auslösenden Allergen.

Medikamente

Medikamente helfen bei den akuten Beschwerden. Bei Kindern sind begleitende Maßnahmen wie Atemübungen oder auch eine psychologische Betreuung des Kindes sinnvoll.

Hyposensibilisierung

Langfristig wird auch bei Kindern eine Hyposensibilisierung angewendet, vor allem bei Wespen- und Bienengiftallergien. Diese dauert bei Kindern zwischen drei und fünf Jahren und ist natürlich individuell zu entscheiden.

In der Regel erfolgt die Hyposensibilisierung durch Spritzen unter die Haut, allerdings kann bei Kindern auch die sublinguale Form angewendet werden, bei der Tropfen unter die Zunge des Kindes verabreicht werden.

Auch psychische Unterstützung der Eltern ist für das Kind sehr wichtig. Beispiel: leidet das Kind an einer Neurodermitis, sollte nicht mit dem Kind geschimpft werden, wenn es sich kratzt, vielmehr ist das Kind zu loben, wenn es das nicht tut.

Behandlung AllergieAuch immer mehr Babys und Kinder leiden an einer Allergie. (Foto by: vadimphoto1@gmail.com / Depositphotos)

Kann man einer Allergie bei Babys und Kindern vorbeugen?

Es ist sehr schwer, einer Allergie bei Babys und Kleinkindern vorzubeugen. Sind die Eltern Allergiker, besteht ein erhöhtes Risiko für das Kind zu erkranken. Auch wenn es in der näheren Verwandtschaft Allergiker gibt.

Um das Baby an neue Lebensmittel langsam zu gewöhnen, sollte man mit jenen Nahrungsmitteln beginnen, die als problemlos gelten wie: Karotten, Kartoffeln, Erbsen, Bananen, Mais, Reis, Äpfel und Birnen.

Vor dem ersten Lebensjahr sollten allergieauslösende Lebensmittel, wie Fisch, Hühnerei, Kuhmilch, Sojaprodukte, Südfrüchte, Nüsse oder Getreide die Gluten enthalten wie Weizen nicht verabreichen.

Weitere Tipps zur Vorbeugung:

  1. Möglichst keine Fertigprodukte verwenden.
  2. Von der Haustierhaltung ist abzusehen. Am besten gestaltet man den Wohnbereich mit feucht wischbaren Fußböden und meidet überflüssigen Dekor, in dem sich Staub fangen kann.
  3. Die Kuscheltiere des Kindes sind regelmäßig mit der Waschmaschine zu waschen.
  4. Werdende Mütter können sich entsprechend verhalten: So ist Rauchen ein No Go, auch andere Personen sollten nicht neben der schwangeren Frau rauchen. Medikamente während der Schwangerschaft sollten großteils gemieden werden.
  5. Ist das Baby da, ist es empfehlenswert das Kind sechs Monate voll zu stillen und keine Kuh- oder Sojamilch zuzufüttern. Kinderärzte sind die besten Ratgeber.

Informationen

Alle Kinderärzte, Allergologen, Gynäkologen und Dermatologen verfügen über viel Erfahrung zum Thema Allergien bei Babys und Kindern und sind die besten Informanten und Ansprechpartner. Auch im Internet finden sich zahlreiche, fundierte Infos und Tipps.


Bewertung: Ø 4,3 (3 Stimmen)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)

Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)

Es sind vor allen Dingen die gängisten Getreidesorten Weizen, Roggen, Gerste und Hafer, die beim Menschen die Erkrankung Zöliakie auslösen können.

weiterlesen
Schimmelpilzallergie

Schimmelpilzallergie

Schimmelpilzallergie ist eine Überempfindlichkeit gegen Pilze die an Stellen, wie feuchte Ecken oder Wände vorkommen. Es kommt zu Niesreiz, Augenjucken und Husten.

weiterlesen
Pollenallergie (Heuschnupfen)

Pollenallergie (Heuschnupfen)

Bei einer Pollenallergie (Heuschnupfen) handelt es sich um eine Allergie gegen den Staub der Blüten von unterschiedlichsten Pflanzen.

weiterlesen
Wespen- und Bienengiftallergie

Wespen- und Bienengiftallergie

Betroffene müssen sich im Sommer sehr vorsichtig verhalten, wenn sie den für sie gefährlichen Insekten begegnen, und sollten auf jeden Fall immer ihr Notfallpaket mit sich führen.

weiterlesen

User Kommentare