Thrombozyten - Blutplättchen

Thrombozyten, auch bekannt als Blutplättchen, stellen einen wichtigen Bestandteil des Blutes dar und sind notwendig für die Blutgerinnung. Erhöhte oder zu niedrige Werte können auf verschiedene Krankheiten im Zusammenhang mit der Blutbildung im Knochenmark hinweisen. Ermittelt wird die Anzahl der Thrombozyten durch das kleine Blutbild bei Routineuntersuchungen oder bei Verdacht auf eine Erkrankung.

Was sind Thrombozyten?

Thrombozyten sind Bausteine des Blutes und werden im Knochenmark gebildet. Sie weisen keinen Zellkern auf und haben ein Größe von zwei bis vier Mikrometern, so dass sie nur unter dem Lichtmikroskop zu erkennen sind. Der Name, der aus dem Altgriechen stammt und Höhlung oder Gefäß bedeutet, bezieht sich auf ihre flache, etwas eingedellte Scheibenform.

Die durchschnittliche Lebensdauer von Thrombozyten beträgt etwa zehn Tage, danach werden sie in der Leber und Milz abgebaut.

Welche Bedeutung haben Thrombozyten für die Gesundheit?

Ihre Hauptaufgabe erfüllen Thrombozyten bei der Blutgerinnung und der damit verbundenen Blutstillung. Die Blutplättchen lagern sich nach einer Verletzung, z. B. durch einem Schnitt in den Finger, an dem verwundeten Blutgefäß ab und verklumpen dann mit Hilfe von Gerinnungsfaktoren zu einem Pfropfen, der die Wunde verschließt und die Blutung stoppt.

Unterstützend wirken Thrombozyten auch bei der Immunabwehr, da sie Fremdstoffe aus dem Blut aufnehmen und so die Auslösung einer Erkrankung verhindern.

Welche Thrombozytenwerte sind normal?

Die normalen Werte für die Anzahl an Thrombozyten pro Mikroliter Blut sind abhängig vom Alter und liegen bei Kindern höher als bei Erwachsenen.

  • Neugeborene: 100.000 – 250.000 pro Mikroliter Blut
  • Kinder u. Jugendliche: 200.000 – 400.000 pro Mikroliter Blut
  • Erwachsenen: 150.000 – 350.000 pro Mikroliter Blut

Tages- oder jahreszeitliche Schwankungen können der Auslöser für erhöhte oder erniedrigte Untersuchungsergebnisse sein, denen keine Erkrankung zu Grunde liegt. Auch können die Normwerte von Labor zu Labor unterschiedlich angegeben werden.

Ursachen und Folgen zu niedriger Thrombozytenwerte

Bei einem Wert unter 150.000 Thrombozyten pro Mikroliter Blut wird von einer Thrombozytopenie gesprochen. Sind zu wenig Thrombozyten vorhanden, treten häufiger Blutungen auf und die Dauer bis zur Stillung verlängert sich.

In leichten Fällen äußert sich eine zu geringe Anzahl an Thrombozyten durch eine erhöhte Neigung zu Hämatomen oder Nasenbluten. Fällt die Menge jedoch auf unter 1.000 Blutplättchen, können vermehrt Blutungen auftreten bei denen keine Verletzungen vorliegen oder die so stark sind, dass sie lebensbedrohlich werden.

Ursachen

Ursachen für eine Verminderung der Thrombozyten können sein:

Weicht der Wert nur sehr gering von der Norm ab, ist der Körper in der Lage, dieses Defizit selbst auszugleichen.

Ursachen und Folgen erhöhter Thrombozytenwerte

Steigt die Anzahl der Thrombozyten über 500.000 pro Mikroliter Blut, wird von einer Thrombozytose gesprochen. Diese ist meist zeitlich begrenzt und eine Folge von Infektionen, da der Körper darauf mit einer vermehrten Herstellung von Thrombozyten reagiert. So kann ein erhöhter Wert auf eine Entzündung im Körper hinweisen.

Weitere Gründe, die zu einem Anstieg der Thrombozytenmenge führen sind:

  • starke körperliche Belastungen
  • Stress, Angst, Depression
  • hoher Blutverlust
  • Entfernung der Milz
  • Tumorerkrankung
  • Schwere chronische Entzündungen

Liegt die Anzahl der Blutplättchen zwischen 500.000 – 700.000 pro Mikroliter, handelt es sich um einen leicht erhöhten Thrombozytenwert, zwischen 700.000 – 900.000 pro Mikroliter wird die Zunahme als moderat bezeichnet, erst wenn die Menge 900.000 pro Mikroliter Blut übersteigt, besteht das Risiko für eine verstärkte Blutgerinnung und die daraus resultierende Gefahr eines Gefäßverschlusses.

Symptome

Eine Thrombozytose macht sich in der Regel erst bemerkbar, wenn sie sehr ausgeprägt ist oder über einen längeren Zeitraum besteht. Dann können folgende Beschwerden auftreten:

Behandlung

Normalerweise bedarf die zeitlich begrenzte Erhöhung der Thrombozyten keiner Therapie, außer die Blutzirkulation wird behindert. Anders sieht es bei einer dauerhaften Vermehrung der Blutplättchen aus, was bei der essentiellen Thrombozythämie der Fall ist, einem Leiden bei dem die Stammzellen verändert sind und deshalb zu viel Thrombozyten produzieren. Die Krankheit ist unheilbar und muss therapiert werden, um gesundheitliche Störungen wie Thrombose (Blutgerinnsel), Schlaganfall oder Hirnblutungen vorzubeugen.

Die Behandlung besteht in der Gabe von gerinnungshemmenden Medikamenten, z. B. ASS und unterstützenden Verhaltensweisen wie Verzicht auf Nikotin, regelmäßige Bewegung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Gewichtsreduktion.


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