Kehldeckelentzündung (Epiglottitis)

Eine Kehldeckelentzündung, die sogenannte Epiglottis, ist selten aber lebensbedrohend. Es handelt sich um eine bakterielle Infektion des Kehldeckels, die vor allem bei Kindern auftritt. Eine Impfung gegen den Haemophilus influenzae Typ B, welcher der häufigste Krankheitserreger einer Kehldeckelentzündung ist, beugt einer Epiglottitis vor.

KehldeckelentzündungBei einer Kehldeckelentzündung schwellt die Schleimhaut extrem an und blockiert damit die Atemwege. (Foto by: starast / Depositphotos)

Bei einer Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) handelt es sich um eine lebensbedrohende, akute Entzündung des Kehldeckels, von der zumeist Kinder bis zum 5. Lebensjahr betroffen sind, doch auch Erwachsenen können erkranken.

Bei der bakteriellen Infektionserkrankung Epiglottitis schwillt die Schleimhaut massiv an, eine Erstickung kann drohen. Oft entsteht die Erkrankung nach einer Mandelentzündung. Eine Kehldeckelentzündung ist ob der heute möglichen Impfung gegen das Bakterium Haemophilus influenzae Typ B sehr selten. Ein direkter Zusammenhang mit der Witterung, Allergien oder einer Luftverschmutzung ist nicht erwiesen.

Die Ursachen für eine Kehldeckelentzündung (Epiglottitis)

Am häufigsten entwickelt sich eine Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) durch eine Tröpfchen- oder Kontaktinfektion mit dem Bakterium Haemophilus influenzae Typ B.

Diesen Erreger gibt es nur beim Menschen - er siedelt sich vorwiegend in der Schleimhaut im oberen Atemtrakt an. Eher selten kommt es zur Infektion und Erkrankung durch Bakterien wie Staphylococcus aureus oder Streptococcus pneumoniae.

Die Symptome einer Kehldeckelentzündung (Epiglottitis)

Die Symptome bei einer Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) zeigen sich schnell. Innerhalb weniger Stunden wirken die Betroffenen, zumeist Kinder, sehr krank. Sie leiden an:

  • hohem Fieber
  • starken Halsschmerzen
  • Schwellung der Halslymphknoten
  • Schmerzen beim Schlucken
  • Sprachschwierigkeiten

Ein vermehrter Speichelfluss stellt sich ein und der Patient verweigert Essen und oft auch Trinken. Da sich die Einengung des Kehlkopfes sehr rasch vollzieht, kommt es schnell zu pfeifenden Geräuschen beim Atmen und zu Atemnot. Das kann sich bis zu einer Ateminsuffizienz und damit drohender Erstickung ausweiten. Husten tritt meist nicht auf. Um besser atmen zu können, setzen sich die Patienten intuitiv auf und strecken die Arme nach vorn. Weiters besteht die Gefahr der Dehydration, da der Betroffene nicht mehr schlucken kann.

Die Behandlung einer Kehldeckelentzündung (Epiglottitis)

Behandlung mit Antibiotika bei KehldeckelentzündungDie Behandlung einer Kehldeckelentzündung erfolgt, neben lebensrettenden Maßnahmen, mit Antibiotika. (Foto by: drkskmn / Depositphotos)

Eine Therapie bei einer Kehldeckelentzündung muss sehr schnell begonnen werden, am besten ist es, umgehend ein Krankenhaus aufzusuchen. Dabei sollte der Erkrankte in sitzender Position transportiert werden. Mit Beruhigungsmitteln ist Vorsicht geboten, sie könnten einen Atemstillstand bewirken. Zumeist wird dem Erkrankten ein Beatmungsschlauch intubiert.

Weitere lebensrettende Mittel können ein Adrenalin-Spray, künstliche Beatmung sowie ein Luftröhrenschnitt sein. Sind die wichtigsten lebensrettenden Maßnahmen ergriffen, kann die intravenöse Therapie mit breitenwirksamen Antibiotika eingesetzt werden. Auch Kortisonpräparate wirken abschwellend und entzündungshemmend. Mit einer Inhalation mit Epinephrin wird die Schwellung zusätzlich behandelt, auch die Entzündung kann mit diesem Präparat erfolgreich therapiert werden.

Es ist zu beachten, dass der Mangel an Flüssigkeit ausgeglichen werden muss. Eine Kehldeckelentzündung ist eine äußerst ernstzunehmende Erkrankung und kann aufgrund der eingeengten Atemwege tödlich sein.

Weiters kann sich als Komplikation eine Lungenentzündung entwickeln.

Kann man einer Kehldeckelentzündung vorbeugen?

Grundsätzlich wird eine Schutzimpfung gegen das Bakterium Haemophilus influenzae Typ B ab im Säuglingsalter empfohlen. Die Abkürzung dieser Impfung lautet Hib.

Weitere Informationen zur Kehldeckelentzündung (Epiglottitis)

Alle Kinderärzte verfügen über genügend Erfahrung mit Kehldeckelentzündungen und sind daher die besten Ratgeber und Ansprechpartner. Über den Sinn und die Notwendigkeit einer Hib-Impfung müssen die Eltern die Entscheidung treffen. In jedem Fall ist eine vorherige, sehr gute Information, sinnvoll.


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