Bakterielle Vaginose

Bakterielle Vaginose ist eine Infektion des Vaginalbereichs. Der Rückgang von Laktobazillen vergrößert die Anzahl eindringender Bakterien. Auch wenn viele Infektionen ohne Symptome verlaufen, bemerken viele Frauen vermehrten, unangenehm riechenden Ausfluss.

Bakterielle VaginoseEine Bakterielle Vaginose wird durch Bakterien hervorgerufen. (Foto by: SIphotography / Depositphotos)

Bakterielle Vaginose ist eine milde Infektion der Vagina, die durch Bakterien hervorgerufen wird. Normalerweise befinden sich in der Flora der Scheide eine große Menge nützlicher und nur eine geringe Menge schädlicher Bakterien. Die gutartigen Bakterien halten die Menge der schädlichen begrenzt. Doch bei einer Bakteriellen Vaginose ist dieses Gleichgewicht gestört.

Es gibt nicht genügend gutartige Bakterien und die Anzahl der schädlichen ist zu groß. In den meisten Fällen ist Bakterielle Vaginose kein ernsthaftes Problem, das sich in wenigen Tagen von allein löst. Allerdings kann sie zu schlimmeren Erkrankungen führen. Daher ist es ratsam einen Facharzt aufzusuchen und sich eine Behandlung verschreiben zu lassen.

Risikofaktoren

Experten sind sich nicht vollkommen darüber einig, was Bakterielle Vaginose hervorruft und das bakterielle Gleichgewicht stört. Allerdings existieren eine Reihe von Faktoren, die Frauen anfälliger für einen Krankheitsausbruch machen.

Dazu zählen:

  • ein aktueller Wechsel des Sexualpartners
  • mehrere oder häufig wechselnde Sexualpartner
  • Rauchen
  • Vaginalspülungen

Typische Symptome

Die Hälfte der betroffenen Frauen bemerkt keinerlei Symptome.

Übliche Anzeichen sind jedoch ein weißer oder gelblicher Ausfluss und ein allgemein unangenehmer Geruch der Scheidenregion. Eine Diagnose wird durch eine Feststellung der Symptome und durch die Analyse eines Vaginalabstrichs gemacht. Während einer Schwangerschaft erhöht die Infektion die Chance auf eine Fehlgeburt. Die Behandlung der Bakteriellen Vaginose wird üblicherweise durch Antibiotika vorgenommen.

Ursachen für bakterielle Vaginose

Ungleichgewicht der bakteriellen Flora

Bakterielle Vaginose wird hervorgerufen durch ein Ungleichgewicht der natürlichen bakteriellen Flora innerhalb der Vagina. Normalerweise sind 95% der Bakterien innerhalb der Vagina Laktobazillen (eine spezifisch menschliche Art, die sich unterscheidet zur Bakterienkultur in Joghurt).

Diese Laktobazillen halten den vaginalen pH-Wert niedrig und vermeiden so den Zuwachs an anderen Organismen. Frauen mit Bakterieller Vaginose haben weniger Laktobazillen als normal und eine größere Anzahl an anderen Bakterien.

Spezialisten sind sich immer noch uneinig darüber, was dieses Ungleichgewicht auslöst. Auch wenn die spezifische Ursache unbekannt ist, erhöhen bestimmte gesundheitliche Konstitutionen oder Aspekte des Lebensstils das Risiko einer Infektion. Dazu zählt der

  • kürzliche Wechsel zu einem neuen Sexualpartner
  • häufig wechselnde Sexualpartner
  • Rauchen
  • Vaginalspülungen

Das letztere stört die natürliche Regulierung der Vaginalflora. Auch wenn es einen Zusammenhang zwischen Sexualkontakt und Bakterieller Vaginose gibt, ist es keine Infektion die vom Mann an die Frau weitergegeben wird. Aus diesem Grund erachten Experten die Infektion nicht als eine männlich und weibliche Geschlechtskrankheit. Allerdings kann die Bakterielle Vaginose während eines Sexualkontakts zwischen zwei Frauen übertragen werden.

Symptome bei bakterieller Vaginose

Weit über die Hälfte der betroffenen Frauen zeigen überhaupt keine Form von Symptomen bei einer Bakteriellen Vaginose.

Wenn jedoch Veränderungen auftreten, sind vaginaler Ausfluss und veränderter Geruch die häufigsten und auffälligsten Symptome.

Normalerweise gibt es keine anderen Anzeichen. Der Austritt von Scheidenflüssigkeit, der als normal angesehen wird, variiert von Frau zu Frau. Daher sollte jede Veränderung im vaginalen Ausfluss, den eine Frau an sich selbst bemerkt, beobachtet und untersucht werden. Einige Frauen bemerken womöglich einen Ausfluss in Kombination mit einem 'fischigen' Geruch.

Der Ausfluss ist vornehmlich weiß, gräulich oder gelblich. Er nimmt zu oder ist besonders auffällig nach dem Geschlechtsverkehr. Der riechende Ausfluss benetzt die Wände der Vagina, bewirkt aber in der Regel keine Irritationen oder Schmerzen.

Hin und wieder kann ein leichtes Jucken auftreten. Normalerweise variiert der vaginale Ausfluss in Konsistenz und Menge abhängig vom Zeitpunkt im Menstruationskreislauf. Am klarsten ist er beim Eisprung, zirka zwei Wochen bevor die Periode einsetzt.

Untersuchungen und Diagnose

Bakterielle Vaginose ist schwer von anderen vaginalen Infektionen zu unterscheiden. Frauen sollten jedoch sofort einen Arzt kontaktieren, wenn sie Fieber haben (über 38,5 Grad Celsius) in Kombination mit auffälligem vaginalen Ausfluss. Oder wenn sie schwanger sind und Anzeichen für eine vaginale Infektion haben.

Andernfalls sollten Frauen einen Termin mit ihrem Arzt im Laufe von einer Woche machen, wenn sie:

  • einen auffälligen vaginalen Ausfluss haben, der riecht und sich nach dem Geschlechtsverkehr verstärkt
  • unübliches vaginales Jucken verspüren
  • Schmerzen während des Sex oder Urinierens haben
  • irgendwelche Veränderungen bemerken, die auf eine vaginale Infektion hindeuten können.

Es ist empfohlen einen Arzt aufzusuchen, wenn solche Symptome auftreten. Außer die betroffene Frau hatte bereits mindestens eine Vaginalpilzinfektion und ist sich sicher, dass die auftretenden Symptome zu einer solchen Infektion zählen und nicht zu einer Bakteriellen Vaginose. Hier können selbstständig Vorkehrungen zur Behandlung vorgenommen werden.

Gynäkoligische Untersuchung

Bei einer gynäkoligischen Untersuchung kontrolliert der Arzt Gebärmutterhals, Gebärmutter und Eierstöcke auf Veränderungen und entnimmt eventuell Proben, um schlimmere Geschlechtskrankheiten auszuschließen.

Die Untersuchung des Ausflusses unter dem Mikroskop kann bestimmte Veränderungen von Vaginalbakterien zeigen, die in Verbindung mit Bakterieller Vaginose stehen.

Ein anderer Test besteht aus dem Tröpfeln von Kaliumhydroxid in den entnommenen vaginalen Ausfluss. Bei dieser Reaktion entsteht ein 'fischiger' Geruch, wenn eine Bakterielle Vaginose vorliegt.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Behandlung Bakterielle VaginoseMeist findet bei einer bakteriellen Vaginose eine medikamentöse Therapie Anwendung. (Foto by: ginasanders / Depositphotos)

Behandlung durch Antibiotika

Bakterielle Vaginose wird durch Antibiotika behandelt. Es gibt keine effizienten Hausmittel, die die Infektion abklingen lassen, auch wenn sie in manchen Fällen von selbst verschwindet. Auch wenn zirka ein Drittel er Infektionen ohne Behandlung abklingen, ist es ratsam eine Behandlung mit antibiotischen Arzneistoffen vorzunehmen.

Besonders während einer Schwangerschaft können auf diese Weise größere Komplikationen verhindert werden.

Gels und Cremes

Gels und Cremes rufen in der Regel keine Nebenwirkungen hervor, doch in seltenen Fällen kann die Behandlung eine Pilzenfektion fördern.

Komplikationen

Das Risiko für eine zweite Infektion trotz erfolgreicher Behandlung ist sehr hoch. Mehr als die Hälfte der betroffenen Frauen bemerken innerhalb der ersten 12 Monate erneut Symptome von Bakterieller Vaginose. Warum so viele erneute Infektionen auftreten, ist unklar. Bei Wiederauftreten der Infektion wird auch eine erneute Behandlung mit Antibiotika notwendig.

Eine Bakterielle Vaginose heilt in der Regel ohne weitere Komplikationen. Während einer Erkrankung jedoch sind auch die Risiken für die Infektion mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten erhöht (HIV, Tripper (Gonnorrhö), Chlamydien).

Prävention und was ich selbst tun kann

Um eine Infektion zu vermeiden, sollte auf Vaginalduschen verzichtet werden. Sie stören die Vaginalflora, die Infektionen vorbeugt. Zusätzlich ist eine Begrenzung der Sexpartner förderlich. Mehrere Sexpartner erhöhen das Risiko, da die Vaginalflora größeren Veränderungen ausgesetzt wird.

Bakterielle Vaginose kann während des Sexualkontakts zwischen zwei Frauen ausgetauscht werden. Bei der Benutzung von erotischen Hilfsmitteln sollte stets darauf geachtet werden, dass diese gut gereinigt sind, besser noch: nur mit Kondom verwendet werden. Allgemein kann festgehalten werden, dass die Benutzung von Kondomen, auch das Risiko für eine Infektion eindämmt. Das gilt ebenso für die Benutzung von Dental Dams (so genannten "Lecktüchern").


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