Toxoplasmose

Bei den meisten Menschen verläuft die Toxoplasmose zwar ohne Symptome, in schlimmeren Fällen jedoch kann es zu fieberhaften Generalisierungen, zur Hirnentzündung oder Entzündungen von Auge oder Herz kommen. Neugeborenen von mit Toxoplasmose neu-infizierten Müttern drohen schwere Fehlbildungen und Behinderungen.

ToxoplasmoseDie Toxoplasmose ist eine häufige Infektionskrankheit, die primär vor allem Katzen befällt. (Foto by: artofphoto / Depositphotos)

Die Toxoplasmose ist eine häufig auftretende Infektionskrankheit, die primär vor allem Katzen befällt. Die Erreger der Erkrankung heißen Toxoplasma gondii, gehören mikrobiologisch ins Reich der Parasiten und finden sich weltweit vor allem bei Säugetieren und Vögeln - Katzenkot ist hierzulande eine der häufigsten Infektionsquellen und die Toxoplasmose ist andersherum auch der Hauptgrund, warum Schwangere Abstand zu Katzen halten sollten. Der Mensch ist somit nur Zwischenwirt für die Toxoplasmen und kann im Falle eines Befalles ernsthafte Krankheiten und dauerhafte Schäden davontragen: Hirnentzündung, Herzmuskelentzündung, Netzhautentzündung sind nur drei der vielfältigen Krankheitserscheinungen der Toxoplasmose, die im Prinzip so ziemlich alle Gewebe des menschlichen Körpers befallen kann. Eines der Hauptprobleme dabei ist, dass Toxoplasma gondii als Opportunist jahrelang im Körper verbleiben und auf seine Chance lauern kann: In Zysten eingeschlossen bleiben die Erreger vor allem in Gehirn und Muskulatur und leben dort in einer Art Gleichgewichtszustand mit ihrem Wirt. Sie schädigen ihn nicht, können aber gleichzeitig auch vom menschlichen Immunsystem oder von antiparasitären Medikamenten nicht angegriffen werden.

Ursachen für Toxoplasmose

Etwa 50 Prozent der Bevölkerung haben nachweisbare Antikörper gegen Toxoplasma gondii - das bedeutet, dass sie sich im Laufe ihres Lebens bereits mit Toxoplasmose auseinandergesetzt haben und das vermutlich bei den meisten von ihnen auch irgendwo tief drin im Körper noch Erreger in ihrer "Ruheform" übrig geblieben sind.

Gefährlich ist das normalerweise nicht, da das Immunsystem die Parasiten im Griff hat und keine Wiederaufnahme ihrer Aktivität, also Vermehrung oder Ausbreitung, zulassen würde. Erst wenn der Mensch immungeschwächt ist - sei es durch AIDS, durch immunsuppressive Therapie bei Chemotherapie einer Krebserkrankung - können die Erreger dem Abwehrsystem entwischen und ernsthafte Krankheitserscheinungen auslösen.

Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt mit Katzenkot, über das Erdreich der mit Katzenkot verunreinigt wurde oder über den Verzehr von rohem Fleisch.

Symptome bei Toxoplasmose

Das Generalisationsstadium der Toxoplasmose wird etwa 1 bis 2 Wochen nach der Infektion mit den Erregern erreicht und verläuft im Erwachsenenalter meist subklinisch, also ohne klinische Symptome. Nur in seltenen Fällen kommt es im Rahmen der akuten Infektion, häufiger im Rahmen einer Immunschwäche, zu Krankheitssymptomen.

Organbeteiligungen sind möglich und betreffen eigentlich alles, was uns lieb und teuer ist: An der Leber kann es zu einer Hepatitis und gleichzeitig zu einer Milzschwellung kommen, am Herzen führt eine Herzmuskelentzündung zu akuter Lebensgefahr, eine Lungenentzündung erschwert die Atmung und bei der Enzephalitis kommt es zu schwersten Kopfschmerzen, Krämpfen, Lähmungen und anderen neurologischen und psychischen Ausfallerscheinungen und Veränderungen.

Ebenfalls klinisch wichtig ist die Chorioretinitis, die Toxoplasmose des Auges, welche die Netzhaut befällt und zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung führen kann.

Untersuchungen und Diagnose

Die Entscheidung darüber, ob bei einem Erwachsenen eine akute Infektion oder eine latente Toxoplasmose vorliegt, ist oft schwierig. Ein Nachweis der Erreger im Blut gelingt nur manchmal im akuten Stadium der Toxoplasmose. Praktisch hat er damit keinen Wert. Erst wenn eine Infektion des Zentralnervensystems vorliegt, kann der mikroskopische Erregernachweis im Liquor (Hirnwasser) hilfreich sein.

Antikörper haben ohnehin 50 Prozent der Bevölkerung, die Höhe der Antikörperkonzentration, der sogenannte Titer, kann jedoch Hinweise geben, ob gerade eine akute Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Erreger läuft oder ob es sich dabei lediglich noch um klägliche Reste einer lange zurückliegenden bzw. gut eingedämmten Infektion handelt.

Darüber hinaus ist es für den behandelnden Arzt vor allem wichtig, überhaupt an die Toxoplasmose zu denken und die vielfältigen und unspezifischen Symptome richtig einzuordnen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Behandlung ToxoplasmoseBei Menschen mit schwachem Immunsystem erfolgt die Behandlung von Toxoplasmose individuell. (Foto by: alexraths / Depositphotos)

Unbedingt soll hier darauf hingewiesen werden, dass eine Therapie generell nur bei den schweren akuten Erkrankungen nötig ist und durchgeführt werden sollte - die versteckte Infektion, welche einen Großteil der Bevölkerung betrifft, rechtfertigt keine Medikamenteneinnahme!

Mittel der Wahl in der Therapie der Toxoplasmose ist Medikament das die Zellteilung der Parasiten stört. Diese haben jedoch gleichzeitig Nebenwirkungen, vor allem in Form von Blutbildungsstörungen. Die Therapie wird etwa zwei bis drei Wochen lang durchgeführt und muss mit Blutuntersuchungen überwacht werden.

Prävention und was ich selbst tun kann

Es wird empfohlen auf den Verzehr von rohem oder unvollständig gegartem Fleisch zu verzichten. Besonders Rinder- und Schafsfleisch sind häufige Quellen. Normales Braten und Kochen tötet die Erreger derweil zuverlässig ab. Auch Tiefgefrieren unter 20 Grad minus über mindestens drei Tage überstehen die Toxoplasmen nicht.

Der Kontakt mit Katzen kann und sollte nicht generell verboten werden, insbesondere wenn die Katze schon alt ist und somit immun. Wenn junge Katzen mit abgekochter Nahrung gefüttert werden, besteht ebenfalls keine Gefahr. Auf alle Fälle sollten gefährdete Personen das Katzenklo nur mit Handschuhen reinigen - oder dies gleich von anderen Personen machen lassen!


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