Speicheldrüsenentzündung - Speichelstein

Die Speicheldrüsenentzündung ist eine bakterielle oder virale Entzündung, der meist die Entstehung eines Speichelsteins vorausgeht. Dieser staut den Speichel an und sorgt für die ideale Umgebung für Krankheitserreger, sodass sie sich leichter vermehren und krank machen können. Da die Entzündung oftmals schmerzhaft ist, besteht Behandlungsbedarf und man sollte den Arztbesuch nicht zu lange warten lassen.

SpeicheldrüsenentzündungDie Speicheldrüsenentzündung ist eine bakterielle oder virale Entzündung. (Foto by: luckybusiness / Depositphotos)

Voraussetzung für eine Entzündung der Speicheldrüsen ist ein Speichelstein. Es handelt sich dabei um eine harte Masse, die entstehen kann, wenn die Konsistenz des Speichels durch eine vorangehende Erkrankung verändert wurde. In Frage kommen schwerwiegende Erkrankungen wie die Mukoviszidose, aber auch Mumps.

Der Speichelstein verstopft den Ausgang der betroffenen Speicheldrüse und sorgt so dafür, dass sich ein Rückstau bildet. Bakterien und Viren können nicht mehr ausgespült werden, reichern sich an und vermehren sich bis zu dem Punkt, an dem die Population für eine Entzündung sorgt.

Die Speicheldrüsenentzündung entsteht aber nicht nur durch Speichelsteine:

  • Grundsätzlich kann sie durch alle Hindernisse ausgelöst werden, die den Ausgang verstopfen. Narbengewebe oder schlimmstenfalls Tumoren können ebenfalls für den Rockstau des Speichels sorgen.
  • In manchen Fällen reicht auch schon die schlechte Mundhygiene aus, damit es zu einer Speicheldrüsenentzündung kommen kann.
  • Wenn keine dieser Ursachen in Frage kommt, sollte nach selteneren Auslösern geforscht werden: Bei ihnen handelt es sich um Autoimmunerkrankungen, die nicht häufig vorkommen und dafür sorgen können, dass das Gewebe der Speicheldrüsen schwach wird und die Entzündung dadurch begünstigt.

Die medikamentbedingte Speicheldrüsenentzündung

Manche Medikamente hemmen als unerwünschte Nebenwirkung die Speichelproduktion. Ein Speichelstein entsteht durch sie zwar nicht oder zumindest nicht mit erhöhtem Risiko, doch die Speicheldrüse wird dennoch nicht mehr richtig ausgespült. Bakterien und Viren können sich also ungehindert anreichen und kritische Populationsgrößen erreichen.

In Frage kommen folgende Medikamente:

  • Antidepressiva
  • Antihistaminika
  • Diuretika, aber auch andere Medikamente

Am besten liest man in der Packungsbeilage genau nach, wie sich die Nebenwirkungen gestalten, und achtet anschließend auf Symptome, um sich rechtzeitig an einen Arzt wenden zu können.

Symptome und Anzeichen

Schmerzen der betroffenen Drüsen

Eine Speicheldrüsenentzündung bringt als Leitsymptom Schmerzen der betroffenen Drüsen mit sich, sodass die Beschwerden meist einseitig sind. Eine Ausnahme ist die Speicheldrüsenentzündung nach Mumps: Dann treten die Schmerzen beidseitig auf. Wenn die Schmerzen auftreten, kann man davon ausgehen, dass es sich um eine Entzündung handelt und nicht mehr um einen Speichelstein - dieser verursacht nur dann Symptome, wenn er groß genug ist, und das ist nicht immer der Fall.

Schwellung und Hautrötung

Die betroffene Speicheldrüse schwillt unabhängig von der Ursache an und wird hart, was mit den Bakterien oder Viren zusammenhängt, die sich dort eingenistet haben. Die darüberliegende Haut rötet sich und wird warm.

Fieber

Ein weiteres häufiges Symptom ist leichtes bis starkes Fieber, das nicht nur bei Kindern auftritt.

Schmerzen beim Essen

Beim Essen oder bei anderen Bewegungen des Kiefers werden die Schmerzen schlimmer; in schweren Fällen kann der Mund nicht mehr richtig geöffnet werden.

Während der Nahrungsaufnahme wird mehr Speichel hergestellt, auch in der betroffenen Speicheldrüse. Da dieser sie verlassen muss, intensivieren sich die Schmerzen - immerhin wird das entzündete Gewebe belastet.

Unangenehmer Geschmack

In manchen Fällen entsteht während der Speicheldrüsenentzündung Eiter in den befallenen Drüsen, der nach draußen in den Mundraum gelangt. Dort verursacht er unangenehme Geschmäcker.

Die Untersuchung beim Arzt

Äußerliche Untersuchung

äußerliche Untersuchung SpeicheldrüsenentzündungZunächst wird die betroffene Drüse äußerlich durch den Arzt abgetastet. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Bei Verdacht auf Speicheldrüsenentzündung wird die betroffene Drüse zunächst äußerlich durch den Arzt abgetastet. Dadurch wird sie dazu angeregt, Eiter in den Mundraum zu entleeren. Der Eiter enthält Erreger und kann im Labor untersucht werden, um festzustellen, welche Behandlung sinnvoll sein könnte.

Bakterien werden mit Antibiotika behandelt, während bei Viren eher eine symptomatische Behandlung angebracht ist, da sie nicht direkt abgetötet werden können.

Ultraschalluntersuchung

Gleichzeitig wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, die schmerzlos ist und dem Nachweis einer Ursache dient. Speichelsteine ab einer Größe von 1,5 mm sind im Ultraschallbild zu erkennen und der Arzt weiß, was zu tun ist. In den meisten Fällen reicht das bereits aus. Nur in wenigen Fällen ordnet der Arzt weitere diagnostische Schritte an - beispielsweise dann, wenn das Ultraschallbild nicht eindeutig zeigen konnte, ob es sich um einen Speichelstein oder einen Tumor handelt.

CT, MRT oder Endoskopie

Bei Verdacht kommen weitere Untersuchungsmethoden wie eine CT, MRT oder eine Endoskopie des betroffenen Speichelgangs in Frage, um eine Gewebeprobe zu entnehmen.

Sialographie

Eine weitere Methode zur genauen Abklärung ist die sogenannte Sialographie: Dabei spritzt der Arzt ein Kontrastmittel und kann anschließend ein Röntgenbild der Speicheldrüse machen, aus dem sich weitere Erkenntnisse gewinnen lassen. Dies sind jedoch Untersuchungen, die nur bei Verdacht auf schwerwiegendere Ursachen angewandt werden - Angst vor dem Arztbesuch braucht man also nicht zu haben. Selbst, wenn sie erforderlich werden, müssen sie meist im Krankenhaus durchgeführt werden und man bekommt so genug Zeit, um sich darauf vorzubereiten.

Die Behandlung

Speichelproduktion anregen

Zunächst sollte bei einer Speicheldrüsenentzündung die Speichelproduktion angeregt werden. Je mehr Speichel ausgespült wird, desto besser, denn mit ihm gelangen auch die Krankheitserreger nach draußen und sorgen nicht für eine stetige Verschlechterung des Zustandes. Ein kleiner Speichelstein kann auf diese Weise sogar nach draußen befördert werden und die Entzündung heilt noch schneller ab.

Eingesetzt werden dafür so genannte Speichellocker, dazu zählen:

  • Bonbons
  • Kaugummis
  • zitronensafthaltige Getränke

Medikamente

Behandlung SpeicheldrüsenentzündungEntzündungshemmende Medikamente kommen bei einer Speicheldrüsenentzündung zum Einsatz. (Foto by: AndreyPopov / Depositphotos)

Zudem werden schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente verschrieben, bei bakteriellem Befall zusätzlich auch Antibiotika - das hängt von der Art der Erreger ab.

Speichelstein entfernen

Ein Speichelstein muss gesondert behandelt werden, wenn er nicht ausgespült werden kann.

In Frage kommen die sanfte extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (EWSL), bei der der Arzt von außen Schallwellen auf den Speichelstein richtet, der daraufhin zerfällt und problemlos ausgespült werden kann, aber auch regelmäßige Massagen sowie eine Gangschlitzung. Bei sehr großen Speichelsteinen ab einer Größe von etwa 8 mm sollte die Drüse operativ entfernt werden.

Komplikationen und Maßnahmen

Abszess

Während der Speicheldrüsenentzündung kann sich ein Abszess an der betroffenen Drüse bilden. Dieser füllt sich mit Eiter und wäre gefährlich, wenn er spontan aufplatzen würde. Daher sollte er chirurgisch entfernt werden, sobald er bemerkt wird, damit die eingelagerten Eitermassen nicht den Weg ins Blut finden oder die Entzündung weitaus schlimmer werden lassen, als sie sein müsste. Es kann auch vorkommen, dass eine Speicheldrüsenentzündung nur der Anfang einer langen Seite von weiteren Entzündungen ist, die man so schnell nicht mehr in den Griff bekommt.

Chronische Entzündung

Bei Entzündungen besteht generell das Risiko, dass sie chronisch werden - das bedeutet für den Patienten eine erhebliche Belastung. Sein Immunsystem wird auf eine harte Probe gestellt und es besteht die Gefahr, dass sich die Erreger verschleppen und andere Organe befallen. Daher wird bei chronischen, immer wiederkehrenden Speicheldrüsenentzündungen eine chirurgische Entfernung angeraten. Diese ist auch dann erforderlich, wenn sich ein Tumor gebildet hat und nicht Speichelsteine die Ursache sind.

Vorbeugung und Eigentherapie

Eigentherapie

Bei Speicheldrüsenentzündung empfiehlt es sich:

  • weiche Kost zu sich zu nehmen
  • aufgrund des Fiebers auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit zu achten
  • die geschwollenen Stellen rund um den Kopf mit alkoholischen Umschlägen zu behandeln - das Material dafür bekommt man in der Apotheke

Prävention

Vorbeugen kann man, indem man regelmäßig auf eine gute Mundhygiene achtet. Dazu gehört die Zahnpflege mit Zahnbürste und Zahncreme sowie die Reinigung mit Zahnseide oder Zahnstochern. Wenn zufällig ein Speichelstein entdeckt wird, sollte er entfernt werden, denn er erhöht das Risiko einer Speicheldrüsenentzündung natürlich immens.


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