Erste Hilfe bei Sonnenstich

Ein Sonnenstich erweist sich als besonders gefährlich, da er schnell und ohne Vorwarnung auftreten und bei unzureichender Behandlung im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich sein kann.

Frau leidet unter HitzeEin Sonnenstich entsteht durch intensive Sonneneinstrahlung auf die unbedeckte Kopf- und Nackenpartie. (Foto by: zoomteam / Depositphotos)

Ein Sonnenstich (Insolation) wird durch anhaltende und intensive Sonneneinstrahlung auf die unbedeckte Kopf-und Nackenpartie ausgelöst. Es kommt zu einer Reizung und oftmals auch zu einer Entzündung und Schwellung der überhitzten Hirnhäute, welche sich in der Regel in einer Reihe an unverkennbaren Symptomen äußern. Typischerweise treten die Symptome erst einige Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne auf.

Ein Sonnenstich tritt zumeist auf, da man die Intensität der Sonneneinstrahlung unterschätzt. Auch Menschen, die ihr Sonnenbad gerne für ein Nickerchen nutzen, zählen zu den besonderen Risikogruppen. Abgesehen davon gelten vor allem Kinder und ältere Menschen mit schütterem Haar als besonders gefährdet. Sportliche Betätigung im Freien kann ebenfalls riskant werden, wenn man beispielsweise beim Joggen oder Fahrradfahren die Zeit vergisst und die Kraft der Sonne aufgrund angenehmer Windverhältnisse nicht ernst genug nimmt.

Fakt ist, dass mit einem Sonnenstich nicht zu spaßen ist. Vielmehr ist es zwingend erforderlich, beim Auftreten der ersten Anzeichen gezielte Maßnahmen zur Linderung und Behandlung der Beschwerden zu ergreifen.

Wie erkenne ich einen Sonnenstich?

Ein Sonnenstich ist in erster Linie an einem roten und heißen Kopf erkennbar, welcher einen deutlichen Kontrast zur normalen Temperatur des restlichen Körpers darstellt. Auffällig ist in diesem Zusammenhang auch das trockene Haut, welche darauf zurückzuführen ist, dass der Körper nicht mehr in der Lage ist, durch Schweißbildung eigenständig für Abkühlung zu sorgen.

Weitere typische Anzeichen sind:

Zudem kann es zu Zuständen von Orientierungslosigkeit und Verwirrung kommen. Betroffene empfinden eine Bewegung des Kopfes oftmals als besonders unangenehm und schmerzhaft, da der Nacken bei einem Sonnenstich steif werden kann.

Die Gefahren nicht unterschätzen

Kreislaufzusammenbruch, Bewusstlosigkeit und Hirnhautentzündung zählen zu einigen der schlimmsten Symptome bzw. Begleiterscheinungen eines Sonnenstichs. Gefährdet sind hier vor allem Senioren, Glatzenträge sowie Kinder und Säuglinge, da ein verzögertes Auftreten der Symptome zu einer folgenschweren Verspätung der Diagnose führen kann. In diesem Fall gelten plötzliches Fieber und Erbrechen als erste Hinweise auf einen Sonnenstich.

Was ist als Erste Hilfe Maßnahme zu tun?

Bei der Behandlung eines Sonnenstichs ist vor allem Eile geboten, denn jede Verzögerung kann den Zustand der Betroffenen auf dramatische Weise verschlimmern. In erster Linie geht es hier darum, für umgehende Abkühlung zu sorgen.

Dazu zählen

  • der Transport an einen kühlen und schattigen Ort
  • die Kühlung der überhitzten Kopf-und Nackenpartie mit feuchten und kalten Wickeln

In Bezug auf die Lagerung ist die Rückenlage optimal, unbedingt sollte auf eine höhere Positionierung des Kopfes und des Oberkörpers geachtet werden. Abgesehen davon sollten die Patienten möglichst viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Optimal sind hier normal temperierte frische Obstsäfte. Doch auch klares Wasser erfüllt seinen Zweck.

Verzichten sollte man in diesem Zusammenhang jedoch unbedingt auf alkoholische sowie eisgekühlte Getränke.

Hausmittel bei einem Sonnenstich

Unter den Hausmitteln haben sich vor allem kühlende Nackenumschläge aus Topfen oder Joghurt bewährt. Auch Gurkenscheiben können für Erfrischung sorgen. Ein Salzzusatz in den Getränken wirkt zudem dem Schwindelgefühl entgegen und sorgt bei Erbrechen für einen Ausgleich des Elektrolytehaushalts.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Bei Verdacht auf Sonnenstich sollte man grundsätzlich medizinischen Rat einholen, da die Tragweite der Beschwerden sowie möglichen Folgeerscheinungen zu komplex ist, als das man sie selber abschätzen könnte. Vor allem Betroffene, die zu einer der besonders gefährdeten Risikogruppen, darunter Säuglinge, Senioren und durch Krankheit geschwächte Menschen, gehören, bedürfen umgehender ärztlicher Behandlung.

Wer die Möglichkeit hat, einen Notdienst in Anspruch zu nehmen, sollte davon Gebrauch machen. Denn ein Transport im stickigen Fahrzeug kann eine zusätzliche Belastung darstellen und zu einer weiteren Verschlimmerung der Symptome führen. Ein herbeigerufener Notarzt kann hingegen gleich vor Ort die erforderlichen Maßnahmen ergreifen und nach einer genauen Diagnose der Schwere des Hitzeschadens bei Bedarf eine unmittelbare Aufnahme in die Klinik veranlassen, um das Stadium der Hirnschwellung zu überprüfen und gegebenenfalls zu behandeln. Gleichwohl das Erlernen von Methoden der Selbsthilfe durchaus begrüßenswert ist, sollte man bei einer gesundheitlich ausgesprochen riskanten Konstitution wie dem Sonnenstich unbedingt fachliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen auf einen Blick
 

  • Der Betroffene sollte sofort an einen kühlen und schattigen Platz gebracht werden.
  • Den Betroffenen auf den Rücken legen und dabei achten, dass Kopf und Oberkörper erhöht gelagert werden.
  • Kühlende Umschläge auf Kopf und Nacken auflegen.
  • Lassen Sie den Betroffenen nicht alleine und versuchen Sie ihn zu beruhigen.
  • Es ist darauf zu achten, dass der Betroffene ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt (vorausgesetzt es treten keine Bewusstseinsstörungen und/oder Brechreiz auf).
  • Tritt keine Verbesserung des Zustands ein, verschlechtert sich der Zustand des Patienten oder verliert dieser das Bewusstsein, sollte sofort die Rettung gerufen werden.

Prävention

Frau mit WasserflascheUm einen Sonnenstich zu vermeiden, ist es wichtig direkte Sonne zu vermeiden und viel zu trinken. (Foto by: vadimphoto1@gmail.com / Depositphotos)

Ein Sonnenstich lässt sich natürlich vermeiden, wenn man bereits vor seinem Sonnenbad die angemessenen Maßnahmen ergreift, um sich vor zu intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Ein Sonnenschirm oder eine luftige Kopfbedeckung erweisen sich hier als besonders effektive Lösungen.

Auch leistet man einen entscheidenden Beitrag zur Prävention eines Sonnenstichs, wenn man sich erst gar nicht in der prallen Sonne aufhält, sondern beispielsweise einen schattenspendenden Platz unter einem Baum für das Picknick im Freien wählt.

Ähnliches gilt natürlich auch für den eigenen Nachwuchs. Einen Extra-Schutz von Kinderwagen bieten unter anderem spezielle Wagendächer oder Sonnenschirme.

Abgesehen davon sollte man bei besonders hohen Temperaturen

  • auf Entspannung setzen
  • körperliche Anstrengungen vermeiden
  • leichte und luftige Kleidung tragen
  • auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten

um einem Sonnenstich wirkungsvoll vorzubeugen.


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