Wiederbelebung (Reanimation, Herzmassage)

Wenn es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommt, sind Ursachen dafür unterschiedlich und reichen von einem Herzinfarkt bis zu mangelnder Sauerstoffversorgung durch einen Atemstillstand bis zu einem Stromunfall oder Schock. In jedem Fall müssen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand umgehend lebensrettende Maßnahmen eingesetzt werden.

Frau reanimiert MannWiederbelebungsmaßnahmen, wie Herzmassage und Beatmung können Leben retten. (Foto by: ginasanders / Depositphotos)

Wie erkennt man einen Herz-Kreislauf-Stillstand?

Die Haut des Betroffenen ist möglicherweise blass bis bläulich. Durch leichtes Rütteln an der Schulter und Ansprechen kann überprüft werden, ob der Betroffene bei Bewusstsein ist. Es ist wichtig nachzusehen, ob Atemgeräusche hörbar sind oder sich die Brust hebt und senkt. Atmet der Betroffene, ist aber nicht ansprechbar, ist er in eine stabile Seitenlage zu bringen, um möglicherweise Erbrochenes frei austreten zu lassen. Wenn der Betroffene nicht auf Ansprechen reagiert und nicht atmet, handelt es sich um einen Herz-Kreislauf-Stillstand, es ist sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen und der Notarzt zu rufen (144, Euro-Notruf 112).

Wie funktioniert die Wiederbelebung (Reanimation, Herzmassage)?

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In erster Linie ist sofort ein Notarzt zu rufen (144, Euro-Notruf 112). Die sofort eingeleitete Herz-Lungen-Widerbelebung – Herzdruckmasse und Beatmung - sollte sich im Rhythmus 30:2 abwechseln.

  • Den Betroffenen flach auf den Rücken legen.
  • Der Helfer kniet sich seitlich neben den Patienten, notfalls sind die Atemwege freizumachen.
  • Ein Handballen wird auf der Mitte des Brustbeins platziert, der zweite darüber.
  • Die Arme durchstrecken und mit dem gesamten Gewicht des Oberkörpers Druck auf den Patienten ausüben, sodass sein Brustkorb in etwa 4 – 5 cm einsinkt. Danach den Brustkorb des Betroffenen vollständig entlasten, aber die Hände nicht vom Druckpunkt wegbewegen.
  • Die Herzmassage muss 30x wiederholt werde, etwa im Abstand von 1,5 Sekunden.
  • Dann wird beatmet – dabei wird der Kopf des Betroffenen nach hinten gelegt und das Kinn angehoben. Oft kommt es beim Überstrecken zu einer Spontanatmung..
  • Ist das nicht der Fall, wird die Nase des Betroffenen mit Daumen und Zeigefinder zugehalten, mit der anderen Hand der Mund geöffnet.
  • Der Helfer sollte ganz normal einatmen und den Mund des Betroffenen mit den Lippen umschließen und die Luft in einer Sekunde in den Mund des Betroffenen blasen, bis sich dessen Brustkorb hebt.
  • Wenn sich der Brustkorb des Betroffenen wieder senkt, erneut beatmen.
  • Sollte sich die Atmung nun wieder einstellen, ist der Betroffene in eine stabile Seitenlage zu bringen.
  • Wenn die Atmung nicht einsetzt, ist die Wiederbelebung mit 30 x Herdruckmassage im Wechsel mit 2 x Beatmung weiterzuführen, bis der Notarzt bzw. der Rettungsdienst kommt. Die Wiederbelebungsmaßnahmen sollten keinesfalls länger als 5 Sekunden unterbrochen werden, ist eine zweite Person vor Ort, sollten sich die Helfer abwechseln.

In jedem Fall gilt, auch wenn der Betroffene bei Bewusstsein ist, immer den Notruf zu alarmieren.

Weitere Informationen zur Wiederbelebung (Reanimation, Herzmassage)

Wiederbelebung mit DefibrillatorEin Defibrillator kann im Notfall lebensrettend sein. (Foto by: sudok1 / Depositphotos)

In den meisten öffentlichen Gebäuden sind Defibrillatoren vorhanden. Das Gerät ist in jedem Fall anzuwenden, doch bis es verfügbar ist, müssen die Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt werden. Die Stimme im Defibrillator sagt auch Bescheid, wann Herzmassage und Beatmung weitergeführt werden müssen. In Erste-Hilfe-Kursen des Roten Kreuzes wird die Wiederbelebung an einem Dummy ausgeführt. Nicht vergessen sollte man in einem Notfall, dass rasches Helfen Leben retten kann. Also immer beherzt mit den Widerbelebungsmaßnahmen beginnen, man kann nicht viel falsch machen, aber sehr viel richtig.


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