Soor (Kandidose)

Pilzerkrankungen beim Menschen werden im medizinischen Sinne als Soor bezeichnet. Die Pilze gehören der Gattung Candida an. Der wohl am größten verbreitete Vertreter seiner Art ist der Candida albicans. Weniger häufig sind andere Pilzarten verantwortlich.

SoorSogenannter Mundsoor ist am häufigsten verbreitet. (Foto by: konstantynov / Depositphotos)

Vom Soor sind insbesondere die Hautfalten am Körper betroffen wie beispielsweise die Achseln, der Genitalbereich oder auch die Oberschenkel. Der Pilz bevorzugt ein warmes und feuchtes Klima. Körperregionen, die permanent von Kleidung umschlossen sind, zeigen sich daher sehr anfällig. Hier spielt auch übermäßiges Schwitzen eine zentrale Rolle.

Speiseröhre sowie Rachen- und Mundschleimhaut können ebenfalls betroffen sein. Dieser Befall wird am häufigsten beobachtet. Werden im Verlauf der Erkrankung auch innere Organe in Mitleidenschaft gezogen, so stellt dies eine lebensgefährliche Komplikation dar. In jedem Fall wird dann eine stationäre Aufnahme erforderlich. Hier sind häufig Menschen mit geschwächtem oder geschädigtem Immunsystem betroffen oder auch Diabetiker. Menschen in schlechter körperlicher Verfassung sind ebenfalls grundsätzlich gefährdet.

Im Allgemeinen gehört der Candida albicans zur Flora der Haut und der Schleimhäute des Menschen. Die Erkrankung Soor allerdings tritt nur selten auf. Sie ist sehr unangenehm bis schmerzhaft und bereitet dem Patienten trotz ihrer allgemeinen Harmlosigkeit große Beschwerden.

Ursachen von Soor

Als Ursache ist vordergründig die Infektion mit dem Candida albicans zu nennen. Diese Infektion zeigt sich allerdings erst dann als Soor, wenn die Pilze sich ungehindert vermehren können. Das ist bei einem Teil der Menschen der Fall. Einige erweisen sich hier ganz einfach als weitestgehend resistent, während andere wiederum häufig mit dieser unangenehmen Infektion zu kämpfen haben.

Weisen Haut und Schleimhäute ideale Bedingungen für den Pilz auf, werden sie befallen. In erster Linie bevorzugen die Pilze ein umschlossenes und feuchtes Milieu. Auch eine Immunschwäche kann ausschlaggebend sein. Begünstigt wird die Erkrankung durch Diabetes, Schwangerschaft, Medikamenteneinnahmen, Drogen, Operationen, mangelhafte Ernährung sowie diverse Immundefekte.

Übertragen wird der Soor durch direkte Berührung der befallenen Körperstellen oder über Nahrungsmittel und verunreinigte Gegenstände.

Symptome von Soor

Abhängig vom der lokalen Infektion mit Soor treten unterschiedliche Symptome auf.

Bei dem sogenannten Mundsoor, der am häufigsten verbreitet ist, zeigen sich weißliche runde Flecken auf der Mundschleimhaut. Sie erscheinen leicht erhöht und können auch aufplatzen. Die Stelle kann extrem schmerzhaft sein, dies ist meist bei Berührung der Fall.

Beim Hautsoor zeigen sich rote Pusteln, die manchmal bluten. Sie weisen ebenfalls einen weißen Rand auf. Beim Befall des Genitalbereiches findet sich bei der Frau ein vermehrter weißer Ausfluss, der auch sehr übelriechend sein kann. Hier kann es auch zu einem starken Juckreiz und schmerzhaften Brennen kommen. Beim Mann rötet sich die Eichel, im späteren Verlauf zeigt sich ein Schuppenbelag. Auch hier ist die betroffene Stelle sehr empfindlich und reagiert schmerzhaft auf Berührungen.

Sind die Finger- und Fußnägel befallen, so ist die Nagelhaut gerötet und schwillt an. In manchen Fällen kann sich auch der Nagel ablösen. Bei Patienten mit geschädigtem Immunsystem wie beispielsweise bei einer vorliegenden HIV-Infektion, kann sich der Soor auf lebenswichtige Organe ausbreiten. Hier sind die entsprechenden Symptome dann sehr vielfältig und betreffen aufgrund der möglicherweise eingeschränkten Organfunktion den gesamten Organismus.

Untersuchungen und Diagnose

Die Untersuchung und Diagnose ist beim Erwachsenen nicht immer eindeutig. Unterschiedliche Erkrankungen können hier ähnliche Symptome aufweisen, so ist dies zum Beispiel bei einigen bösartigen Tumorerkrankungen der Fall. Nach vorheriger Begutachtung durch den Arzt wird dieser entscheiden, ob ein Gewebeabstrich zu entnehmen ist. In manchen Fällen wird auch eine Biopsie notwendig, die dann einen invasiven Eingriff zur Folge hat.

Der Abstrich sowie die Gewebeprobe werden dann labortechnisch untersucht. Bei einem Säugling ist die Diagnosestellung vergleichsweise einfach. Hier reicht meist das augenscheinliche Bild der Erkrankung aus, da der Soor bei Kleinkindern recht häufig auftritt und meist harmlos ist. Ein Abstrich wird nur in Ausnahmefällen durchgeführt.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Der Soor sollte in erster Linie hinsichtlich seiner Ursache behandelt werden. Hier gilt es, den Pilz unschädlich zu machen. Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder HIV müssen entsprechend therapiert werden, damit die Behandlung gegen die Pilzerkrankung wirksam wird.

Der Candida wird mit einem sogenannten Antimyotikum behandelt, welches hauptsächlich als Salbe lokal angewendet wird. Manchmal wird es notwendig, zusätzliche Medikamente einzunehmen. Zu Komplikationen, die zum Teil lebensbedrohlich werden können, kommt es, wenn der Pilzerkrankung eine ernsthafte Erkrankung zugrunde liegt wie beispielsweise eine HIV-Infektion oder Aids. Hier werden dann lebenswichtige Organe wie Herz, Lunge, Leber und Nieren befallen.

Manchmal kommt es auch zu einer neurologischen Infektion. Diese Komplikationen können schlimmstenfalls zum Tod führen.

Alternativmedizinische Maßnahmen

Ringelblume gegen SoorEin altbewährtes Hausmittel gegen Soor ist die Ringelblume. (Foto by: cienpies / Depositphotos)

Als Therapie kommen im Bereich der Alternativmedizin häufig Verfahren zum Einsatz, die auf eine entsprechende Diät oder Ernährungsumstellung setzen. Des Weiteren wird häufig auch die Akupunktur eingesetzt. Eine medizinische Wirksamkeit gegen diese Pilzinfektion ist allerdings bis jetzt nicht nachgewiesen und belegt.

Als bewährtes Hausmittel kann die Ringelblume Linderung verschaffen. Dazu werden getrocknete Blüten in einem kleinen Behälter mit ca. 100 ml Ethanol übergossen. Diese Lösung wird ein paar Tage stehengelassen. Mit der daraus entstandenen Tinktur wird die betroffene Stelle zweimal täglich behandelt. Sie eignet sich auch als Mundspülung.

Für den Genitalbereich eignet sich eine Lösung aus zwei Esslöffeln Salz, einem Esslöffel Natron und ein wenig Jod. Diese Zutaten werden in einem Liter Wasser aufgekocht. Nach Auskühlung kann die Tinktur zweimal täglich über mehrere Tage im Genitalbereich angewendet werden.

Prävention und was ich selbst tun kann

Wichtig ist bei der Prävention immer eine gründliche Hygiene und die Achtsamkeit darauf, nicht mit Körperstellen Infizierter in Berührung zu gelangen und entsprechende Gegenstände ebenfalls zu meiden oder gründlich zu reinigen. Sauberkeit und Hygiene sind hier die obersten Gebote. Die Mundschleimhaut ist sehr empfindlich, und es bedarf hier einer gründlichen Hygiene.

Hier sollte beispielsweise eine sehr weiche Zahnbürste verwendet werden, um das Zahnfleisch und die Schleimhäute nicht zu verletzen. Zusätzlich sollten regelmäßig Mundspülungen durchgeführt werden, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Natürlich können sie auch selbst hergestellt werden. Hier kann Salbei- oder Kamillentee sehr hilfreich sein. Des Weiteren sollte auf ein intaktes und stabiles Immunsystem Wert gelegt werden. Hier spielt die Ernährungsweise eine bedeutende Rolle. Ein gesunder Lebenswandel allgemein kann schon sehr viel bewirken und den Körper zur Abwehr unerwünschter Infektionen unterstützen.

Bei der Behandlung von Säuglingen und Kleinkindern sollte aber in jedem Fall zunächst ein Arzt konsultiert werden, bevor entsprechende Hausmittel oder Medikamente zum Einsatz kommen.


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