Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Mit jährlich 4.500 Neuerkrankungen ist das Prostatakarzinom die häufigste Krebserkrankung österreichischer Männer. Da die Erkrankung im Anfangsstadium keine Beschwerden verursacht, raten Mediziner dazu, spätestens ab dem 45. Lebensjahr regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Denn die Heilungschancen sind gut, wenn der Tumor frühzeitig erkannt und behandelt wird.

Prävention ProstatakrebsDie beste Präventionsmöglichkeit von Prostatakrebs sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. (Foto by: Syda_Productions / Depositphotos)

Unter einem Prostatakarzinom, einem bösartigen Tumor der männlichen Vorsteherdrüse (lat. Prostata), leiden vor allem ältere Männer. Der Häufigkeitsgipfel liegt bei etwa 70 Jahren, wobei die Erkrankung bei Risikopatienten deutlich früher ausbrechen kann. Der Tumor bildet sich meist in der äußeren Zone des kastaniengroßen Organs, welches unterhalb der Harnblase liegt und den Anfangsteil des Harnleiters ringförmig umschließt.

Da die Prostata vor dem Mastdarm liegt, lassen sich krankhafte Veränderungen mittels eines in den After eingeführten Fingers ertasten. Mit der Untersuchung verbundene Unannehmlichkeiten und Ängste führen dazu, dass nur wenige Männer die Krebsvorsorge nutzen. Wenn bereits Beschwerden auftreten, ist eine Heilung aber nur noch bedingt oder gar nicht mehr möglich.

Ursachen von Prostatakrebs

Genaue Ursachen, die für die Entstehung eines Prostatakarzinoms verantwortlich sind, können bislang nicht eindeutig benannt werden. Es gibt aber eine Reihe von Risikofaktoren, die eine Erkrankung begünstigen.

Das Lebensalter spielt eine entscheidende Rolle. Sehr selten treten bösartige Tumore der Prostata bei Männern unter 50 Jahren auf. Mit zunehmendem Alter steigt das Erkrankungsrisiko jedoch rapide an. Mehr als 80 Prozent der Männer, bei denen Prostatakrebs diagnostiziert wird, sind älter als 60 Jahre.

Darüber hinaus ist die genetische Veranlagung eine wesentliche Komponente bei der Entstehung von Prostatakrebs-Erkrankungen. Betroffene, deren Vater, Bruder oder Großvater unter einem Prostatakarzinom leiden, haben ein doppelt so hohes Risiko selbst zu erkranken wie die übrige männliche Bevölkerung. Damit verbunden ist auch eine größere Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs bereits in jüngeren Jahren ausbricht.

Als weitere mögliche Ursache werden Hormone, vor allem das männliche Sexualhormon Testosteron, diskutiert. Forschungen haben gezeigt, dass sich ein Prostatakarzinom nur dann ausbilden kann, wenn das in den Hoden produzierte Geschlechtshormon vorhanden ist. Die Annahme, dass ein hoher Testosteronspiegel das Risiko für eine Erkrankung erhöht, konnte jedoch bisher nicht medizinisch belegt werden. Es gilt aber als gesichert, dass das Testosteron zu einer Stimulation bereits bestehender Krebszellen führt und somit ihr Wachstum maßgeblich unterstützt.

Eine kalorien- und fettreiche Ernährung sowie Rauchen können die Entstehung von Prostatakrebs fördern. Männer, die sich gesund und ausgewogen ernähren, auf ein gesundes Körpergewicht achten, Sport treiben und nicht rauchen, reduzieren ihr Erkrankungsrisiko.

Symptome von Prostatakrebs

Da der Tumor in der Regel an der äußeren Zone der Prostata entsteht, treten in der Frühphase der Erkrankung keinerlei Warnsignale auf. Erst mit fortschreitendem Wachstum, wenn das Prostatakarzinom durch die bindegewebige Kapsel durchbricht und in benachbartes Gewebe hineinwächst, spürt der Betroffene erste Beschwerden.

Die Einengung der Harnröhre führt zu erschwertem Wasserlassen, das häufig von Schmerzen begleitet wird. Auch Erektionsstörungen, Schmerzen beim Ejakulieren sowie Blut in Urin oder Samenflüssigkeit sind möglich. Diese Symptome sind jedoch kein eindeutiger Indikator für bestehenden Prostatakrebs, da sie auch durch eine gutartige Prostatavergrößerung oder andere Krankheiten ausgelöst werden können. Der Gang zum Urologen bringt Klarheit, ob die Beschwerden harmlos sind oder einer weiterführenden Behandlung bedürfen.

Bleibt ein Prostatakarzinom längere Zeit unentdeckt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Metastasen bilden, da sich die Krebszellen über die Lymph- oder Blutbahn im Körper verteilen. Von Tochtergeschwülsten am häufigsten betroffen, sind die Knochen der Wirbelsäule, der Rippen und des Beckens. Die damit verbundene Zerstörung der Knochen ist nicht nur äußerst schmerzhaft, sondern macht diese auch anfällig für Frakturen. Ein Befall der Lymphknoten des Leisten- und Beckenbereichs geht häufig mit Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen und im Hodensack einher. Darüber hinaus können Nachtschweiß, Fieber, Müdigkeit, Leistungsschwäche und starker Gewichtsverlust auftreten.

Untersuchungen und Diagnose

ProstatakrebsWird Prostatakrebs frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen gut. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Durch die Früherkennungsuntersuchung, die Männer spätestens ab dem 45. Lebensjahr jährlich von einem Urologen durchführen lassen sollten, lässt sich Prostatakrebs im Anfangsstadium erkennen, wenn die Behandlungs- und Heilungschancen am größten sind.

In einem ausführlichen Gespräch erkundigt sich der Arzt zunächst nach gegebenenfalls bestehenden Beschwerden. Anschließend folgt eine digital-rektale Untersuchung, bei der die Prostata durch die Darmwand hindurch mit dem Finger abgetastet wird. So lassen sich knotige Verhärtungen oder Schwellungen feststellen, die auf einen Tumor hinweisen können. Besteht ein begründeter Verdacht auf Prostatakrebs kann zusätzlich eine Blutuntersuchung angeordnet werden. Sind die Befunde der Tast- und Blutuntersuchungen auffällig, kann eine Biopsie den Befund bestätigen oder negieren.

Bei positivem Befund werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um zu überprüfen, ob sich bereits Metastasen im Körper gebildet haben. Eine transrektale Ultraschalluntersuchung gibt Aufschluss darüber, ob ein Durchbruch des Tumors durch die die Prostata umgebende bindegewebige Kapsel vorliegt.

Zur Abklärung wird eine Skelett-Szintigraphie durchgeführt, bei der eine radioaktive Substanz in geringen Mengen in die Blutbahn injiziert wird. Die Ortung der Metastasen erfolgt durch eine Kamera, die die radioaktive Strahlung erkennt. Weitere Ansiedlungen in Lunge, Nieren oder anderen Körperteilen lassen sich mit Hilfe von Computer- oder Magnetresonanzanalyse lokalisieren.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Zur Therapie von Prostatakrebs können je nach Stadium der Erkrankung verschiedene Methoden eingesetzt werden. Die Palette reicht von Beobachten über Operation und Bestrahlung bis hin zu Hormontherapie und Chemotherapie.

Ist der Tumor bei Diagnosestellung auf die Prostata begrenzt, ist eine Prostatektomie die erste Wahl. Bei der Operation werden neben der Prostata auch die Samenbläschen und gegebenenfalls die Lymphknoten des Beckens entnommen. Die Entnahme erfolgt entweder durch einen Schnitt im Unterbauch oder Dammbereich (offene Operation) oder mittels Schlüssellochtechnik. Für ältere Patienten über 75 Jahren, deren Karzinome klein und wenig bösartig sind, kommt als Therapie aktives Beobachten in Betracht. Voraussetzung ist eine engmaschige Überwachung und Betreuung.

Hat der Tumor die Kapsel bereits durchbrochen, wird die Bestrahlung eingesetzt, um die Tumorzellen zu zerstören, das umliegende gesunde Gewebe aber zu schonen.

Zusätzlich kann eine Hormontherapie eingeleitet werden, durch die die Produktion und Wirkung des Hormons Testosteron gehemmt wird, das nachweislich das Wachstum des Tumors anregt.

Wird das Wachstum des Prostatakarzinoms trotz Hormontherapie nicht aufgehalten, kann eine Chemotherapie eine geeignete Methode sein. Medikamente (Zystostatika) behindern hier die Zellteilung, wodurch die Zellen absterben. Da die Behandlung nur zu einer Verzögerung des Krankheitsverlaufs führt, wird sie erst eingesetzt, wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten bereits erschöpft sind.

Prävention und was ich selbst tun kann

Sichere Methoden zur Vorbeugung von Prostatakrebs gibt es nicht. Mit ein paar Verhaltensweisen kann man das Erkrankungsrisiko jedoch senken: Ein normales Gewicht, viel körperliche Bewegung, gesunde Ernährung mit wenig tierischen Fetten sowie sparsamer Alkoholgenuss wirken sich möglicherweise positiv aus.

Am wichtigsten ist es jedoch, regelmäßig die Vorsorgeuntersuchung beim Urologen wahrzunehmen. Denn nur bei frühzeitigem Erkennen eines Prostatakarzinoms ist eine vollständige Heilung möglich.


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