Juckende Kopfhaut

Der menschliche Organismus reagiert auf unterschiedlichen Wegen auf alle Einflüsse, die er nicht verträgt. Häufig wird dabei das Jucken der Haut beobachtet. Die Symptome können sich vielfach auch auf dem Kopf wahrnehmen lassen. Die Ursachen dafür unterscheiden sich jedoch.

Mann kratzt sich am KopfMeist ist Überreizung die Ursache für eine juckende Kopfhaut. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Wenn es auf der Kopfhaut brennt und kitzelt, wird gerne einmal der Läusebefall als Verursacher ausgemacht. Doch diese Annahme ist falsch. Die gesamte Haut arbeitet als Ausscheidungsorgan. Der Vorgang der Entgiftung des Körpers kann mithin auch durch die Poren eingeleitet werden. Dieser Prozess ist in einigen Fällen spürbar und äußert sich nicht zuletzt durch das Jucken, durch kleine Ekzeme oder sogar offene Wunden. Demgegenüber stehen die trockenen Erscheinungsbilder.

Zu ihnen zählt neben dem unangenehmen Gefühl immer auch die Bildung von Schuppen, von Schorf oder sogar von geringen Wundnarben. Doch nicht alleine die Ausscheidungen des Körpers und eventuelle Allergien sind daran beteiligt.

Die Kopfhaut bildet stets auch den Nährboden für das Haar. Alle externen Stoffe, die zum vermeintlichen Wohle der Frisur zum Einsatz kommen, können die Haut akut oder langfristig schädigen. Eine Gesundung kann daher bei nahezu allen genannten Krankheitsbildern erst dann erfolgen, wenn die Kopfhaut die Möglichkeit zur Regeneration erhält und den schädigenden Einflüssen nicht länger ausgesetzt wird.

Ursachen von Kopfhautjucken

Im Regelfall wird das Jucken nur zeitweise bemerkbar sein. Das ist üblicherweise dann der Fall, wenn bestimmte Nahrungsmittel oder die neuen Kosmetika nicht vertragen werden. Ebenso kann gerade in der kalten Jahreszeit die trockene Raumluft für Spannungen sorgen, die sich auf dem Kopf einstellen. Diese Einflüsse lassen sich meist sehr schnell beheben.

Etwas anders sieht es dagegen mit den allgemeinen Gewohnheiten des Menschen aus:

  • Das tägliche Waschen
  • Das wiederholte Färben
  • Das Stylen mit Gel und Festiger der Haare

Dies wirkt sich immer auch auf die Kopfhaut aus. Ihre Poren können verkleben und damit ihrer eigenen Funktion nicht mehr nachkommen. Hierbei versucht der Körper, das ihm lästige Mittel abzustoßen. Es kommt zum Jucken, aus dem sich ein negativer Kreislauf entwickelt: Der Betroffene kratzt sich, reißt kleine Wunden auf, durch die die Kosmetika abermals aggressiv wirken und der Juckreiz verstärkt wird.

Nicht unerwähnt dürfen zudem alle chronischen Hautkrankheiten wie die Neurodermitis oder die Schuppenflechte bleiben, die ebenso als Auslöser gesehen werden.

Untersuchungen und Diagnose

Der Betroffene selbst sollte zunächst den Prozess der auftretenden Unannehmlichkeiten beobachten: Stellt sich das Jucken nur bei bestimmten Einflüssen ein oder lässt es sich dauerhaft wahrnehmen? Im erstgenannten Falle hilft es bereits, das unverträgliche Produkt zu meiden. Ist eine Besserung indes nicht erkennbar, sollte der Hautarzt kontaktiert werden. Ihm stehen unterschiedliche Wege offen, um eine Erkrankung festzustellen.

Neben der optischen Begutachtung, durch die etwa Ekzeme erkannt werden können, ist stets auch ein Abstrich der Haut möglich. Mit ihm wird ein eventueller Befall von Pilzen in den Poren festgestellt.

Daneben ist der Mediziner aber ebenso in der Lage, die gesamte Krankheitsgeschichte des Patienten sowie seiner Familienangehörigen zu erfragen und daraus eine Vorbelastung oder sogar genetische Defekte und angeborene Schwächungen des Immunsystems zu erörtern.

Ist der Organismus dagegen mit Metallen und Giften geschädigt, wie sie aus dem Amalgam einer Zahnfüllung stammen können, ist der Befund über eine Blutprobe durchführbar. Anschließend steht die Diagnose fest – und mit ihr auch der Weg der Heilung.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

HaarpflegeOft führen falsche Haarpflegeprodukte zu einer juckenden Kopfhaut. (Foto by: Goodluz / Depositphotos)

Weniger ist mehr. Dieser Grundsatz wird bei nahezu allen Leiden der Kopfhaut großgeschrieben. Das Vermeiden schädigender Einflüsse oder des täglichen Haarewaschens kann bereits eine Linderung bewirken. So sind gerade die in einem Shampoo oder einem Festiger enthaltenen chemischen Substanzen sehr aggressiv und rufen eine Wundenbildung hervor.

Deutlich besser verläuft die Behandlung zudem, wenn die Haut jene Nährstoffe erhält, die sie benötigt. So kann vor der Kopfwäsche eine geringe Menge Olivenöl in das Haar massiert werden – Schuppenbildung und Juckreiz reduzieren sich meist bei wiederholter Anwendung.

Sollte diese Optionen nicht ausreichen, verfügt der Hautarzt über ein breites Spektrum an Heilmitteln.

Der größte Teil von ihnen wird auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Demgegenüber lassen sich aber auch solche finden, die zunächst eingenommen werden.

Handelt es sich dagegen um chronische Leiden wie der Neurodermitis, stehen die Ursachen im Fokus der Therapie. Nicht selten ist hier bereits der Darm geschädigt und müsste saniert werden. Auch eine Stärkung des Immunsystems wird regelmäßig erwogen.

Prävention und was ich selbst tun kann

Der Mensch ist, was er isst. Der allgemeine Gesundheitszustand hängt zumeist eng mit den täglich verzehrten Lebensmitteln zusammen. Wer häufiger Salate mit Öl, ausgewogene und vor allem naturbelassene Produkte wählt sowie auf künstliche Zusätze verzichtet, wird auch auf der Kopfhaut bald ein sehr angenehmes Gefühl verspüren. Dieses wird vor allem durch das Meiden aller Stylingprodukte oder das allzu häufige Waschen der Haare gesteigert.

Nicht mehr als zwei Mal wöchentlich sollte die Kopfhaut den aggressiven Substanzen ausgesetzt werden.

Mildere Mittel wie auf Heilerde basierende Shampoos werden ebenso zur Vorbeugung eingesetzt. Sie reizen das Gewebe der Haut nicht.

Ratsam ist es darüber hinaus, in den Büros sowie den Wohnräumen immer für eine gute Durchlüftung zu sorgen und an den kalten Tagen kein trockenes Klima in den Zimmern zu entfachen. Auch damit wird der Juckreiz meist ausgelöst.

Wer also bewusst auf das eigene Wohlergehen und die Gesundheit achtet, wird in der Folge stets auch vom lästigen Brennen und Kitzeln der Kopfhaut verschont bleiben.


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