Habichtskraut: Arten, Heilwirkung und Anwendung

Das Habichtskraut (Hieracium pilosella L.) stammt aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist in Europa, Amerika und Nordasien beheimatet.

Kleines HabichtskrautDas Kleine Habichtskraut ist eine beliebte Heilpflanze. (Foto by: SimpleFoto / Depositphotos)

Steckbrief, Beschreibung

Allgemeine Merkmale dieser Heilpflanze sind:

  • die meisten Arten bilden Pfahlwurzeln, manchmal auch Ausläufer
  • je nach Art wird die Pflanze zwischen fünf Zentimeter und 1,5 Meter hoch
  • die aufrechten Stängel sind entweder einfach oder verzweigt
  • die Pflanze wächst auf trockenen Wiesen, auf Waldichtungen, Hängen, Hügeln oder in der Heide
  • Für die verschiedenen Anwendungen wird das blühende Kraut (oberirdischen Pflanzenteile) herangezogen

Habichtskraut-Arten

Das Wort Habichtskraut bezeichnet eine Gattung, die beinahe 1.000 verschiedene Habichtskraut-Arten umfasst. Dabei werden diese in zwei Untergattungen eingeteilt:

  1. Echtes Habichtskraut (Hieracium subgen. Hieracium)
  2. Mausohr Habichtskraut (Hieracium subgen. Pilosella)

Zu den echten Habichtskraut-Arten zählen:

  • Gewöhnliches Habichtskraut
  • Glattes Habichtskraut
  • Wald-Habichtskraut
  • Zottiges Habichtskraut

Zur Gattung des Mausohr Habichtskrautes gehören:

  • Orangerotes Habichtskraut
  • Wiesen-Habichtskraut
  • Kleines Habichtskraut
  • Florentiner Habichtskraut

Habichtskraut-Tee: Zubereitung, Wirkung und Anwendung

Für einen Habichtskraut-Tee zwei Teelöffel Kraut mit ca. ¼ Liter heißem Wasser aufgießen, zehn Minuten ziehen lassen und davon zwei Tassen pro Tag trinken.

Dieser wird vor allem bei Magen- und Darmbeschwerden angewendet.

Als Augenspülung kann dieser zur Erhaltung der Sehkraft beitragen. Jedoch kann diese Anwendung allergische Reaktionen hervorrufen.

Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum wird der Tee als Gurgellösung bzw. Mundspülung verwendet.

Orangerotes Habichtskraut

Orangerotes HabichtskrautDas Orangerote Habichtskraut wird als Heilpflanze sehr geschätzt. (Foto by: ca2hill / Depositphotos)

Merkmale Orangerotes Habichtskraut

Das Orangerote Habichtskraut (Hieracium aurantiacum) erreicht eine Höhe von 20-40 Zentimeter, die Stängel sind behaart und die Blätter sind länglich und leicht behaart. Die Zungenblüten weisen eine gelborange bis orangerote Farbe auf und die Blütezeit ist von Juni bis August. Diese Pflanze wächst auf leicht sauren Böden, auf Weiden und auf Magerrasen.

Geschmack

Das orangerote Habichtskraut ist nicht giftig, es ist sogar essbar. Es schmeckt leicht bitter, die Blütenknsopen weisen einen süßlichen Geschmack auf.

Inhaltsstoffe

Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flovonoide, ätherische Öle

Wirkung

Diese Heilpflanze wirkt schleimlösend, krampflösend, beruhigend, entzündungshemmend, harntreibend und antibiotisch.

Anwendung Orangerotes Habichtskraut

Das Orangerote Habichtskraut kann bei Durchfall, bei einer Erkältung (grippaler Infekt), Blasenentzündung, Nierensteinen, Nierenentzündungen, bei Magen- und Darmbeschwerden, als Augenspülung und zur Behandlung von Wunden eingesetzt.

Kleines Habichtskraut

Merkmale Kleines Habichtskraut

Das Kleine Habichtskraut (Hieracium pilosella) wird umgangssprachlich auch als Mausöhrchen, Nagelkraut, Dukatenröschen oder als Felsenblümchen bezeichnet und weist folgende Eigenschaften auf:

  • es schmeckt bitter
  • es besitzt einen hohen, unverzweigten und blattlosen Stängel
  • es trägt gelbe Korbblüten, die dem Löwenzahn stark ähnlich sehen
  • es wird bis zu 30 cm hoch

Von Mai bis September werden die Blüten geerntet und weiterverarbeitet. Die Blüten werden an einem gut belüfteten und schattigen Ort getrocknet.

Inhaltsstoffe

Das Habichtskraut beinhaltet Bitterstoffe, Flavone, Flavonoide, Gerbstoff, Spurenelemente, Schleimstoffe, Skimmin und Umbelliferon.

Wirkung

Die Inhaltsstoffe wirken krampflösend, stimmungsaufhellend, augenstärkend, fiebersenkend, antibiotisch, wundheilend, adstringierend, schleimlösend, entzündungshemmend und speichelfördernd.

Anwendung Kleines Habichtskraut

Das kleine Habichtskraut kann als Tee oder als Tinktur bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, bei Durchfall, Erkältung, Halsschmerzen, Fieber, Menstruationsbeschwerden, Wunden, Verbrennungen 1. Grades sowie bei Heiserkeit, bei einer Bronchitis und Asthma bronchiale angewendet.

Ebenso wird das Kleine Habichtskraut als Rauschpflanze verwendet und dient, vor allem in Dänemark, als milder Cannabis- oder Marihuana-Ersatz.

Das Kraut kann geraucht, als Zutat für eine Räuchermischung dienen oder als Tee bzw. in Kapselform eingenommen werden. Es wirkt stimmungsaufhellend und leicht euphorisierend.


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