Ernährung bei Diabetes

In erster Linie sollten sich Diabetiker gesund und ausgewogen ernähren. In den meisten Fällen ist eine spezielle Diätkost nicht erforderlich. Sinnvoll ist es, Übergewicht zu reduzieren und auf eine fett- und kalorienreiche Nahrung zu verzichten sowie für ausreichend Bewegung zu sorgen.

BlutzuckerBesonders Diabetiker sollten darauf achten, die Blutzuckerwerte gering zu halten. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Die Ernährung, die bei Diabetes mellitus eingehalten werden sollte – sprich, eine gesunde Diät, welche die Symptome der Krankheit im Griff behält – beinhaltet den vermehrten Verzehr bestimmter Nahrungsmittel und den Verzicht von anderen. Verhältnis und Zeiten zur Nahrungsaufnahme spielen ebenso eine Rolle.

Eine Ernährung bei Diabetes ist letztlich weniger einer restriktive Diät als viel mehr ein gesunder Ernährungsplan, der seinen Fokus auf fett- und kalorienarme Lebensmittel legt und vermehrt Gemüse, Früchte und Vollkorn beinhaltet.

Das Ziel einer solchen Ernährung ist es, die Blutzuckerwerte gering zu halten. Nach einer Diagnose wird ein Arzt vermutlich empfehlen, einen Ernährungsberater aufzusuchen.

Bei der Aufnahme von großen Fettmengen steigt der Glukose-Anteil im Blut. Wenn dieser Level dauerhaft zu hoch ist, kann das zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen, die Nerven, Nieren und Herz befallen. Mit der Einhaltung von gesunden Ernährungstipps kann der Blutzuckerspiegel niedrig gehalten werden.

Für viele Patienten mit Diabetes mellitus Typ II ist eventuell ein Gewichtsverlust notwendig. Dieser kann ebenso positive Auswirkungen auf den Zuckerspiegel haben, sowie weitere gesundheitliche Vorteile. Ein guter Ernährungsplan sollte bei der Gewichtsreduktion helfen können.

Was darf bei Diabetes gegessen werden?

Gesunde Kohlenhydrate

Während der Verdauung werden einfache Kohlenhydrate und Stärke in Blutzucker umgewandelt. Aus diesem Grund sollten sich an Diabetes leidende an die gesünderen Kohlenhydrate halten. Dazu zählen:

  • Früchte
  • Gemüse
  • Vollkorn
  • Bohnen
  • Linsen
  • fettreduzierte Milchprodukte

Ballaststoffreiche Nahrung

Nahrung mit großen Anteilen von Ballaststoffen beinhalten jede Menge Anteile, die der Körper nicht verarbeiten kann. Diese Ballaststoffe können das Risiko für Herzanfälle reduzieren, sowie dabei helfen den Blutzucker niedrig zu halten. Zu Lebensmitteln die reich an Ballaststoffen sind zählen ebenso:

  • Gemüse
  • Nüsse
  • Früchte
  • Vollkornmehl
  • Bohnen
  • Linsen

Fisch, zwei Mal die Woche

Fisch kann eine gute Alternative zu sonstigen Mahlzeiten mit hohem Fettanteil sein. So haben Kabeljau, Thunfisch und Heilbutt sehr viel weniger gesättigte Fette oder Cholesterin als Fleisch oder Geflügel.

Fisch wie Lachs, Makrele, Thunfisch und Sardinen sind sehr reich an Omega-3-Fettsäuren, welche eine positive Auswirkung auf die Anzahl der Fettzellen im Blut haben und somit die Herzgesundheit fördern.

Frittierter Fisch und Fisch mit hohen Anteilen von Quecksilber wie Torpedobarsch, Schwertfisch oder Königsmakrele sollte vermieden werden.

Gute Fette

In Avocados, Mandeln, Walnüssen, Oliven, Oliven- und Erdnuss-Öl sind viele der sogenannten guten Fette, die einen positiven Effekt auf den Blutzuckerspiegel haben. Doch auch diese Fette sollten in kleinen Mengen gegessen werden, da sie wie alle Fette sehr reich an Kalorien sind.

Welche Lebensmittel schaden bei Diabetes?

Diabetes erhöht das Risiko von Herzanfällen, Schlaganfall, da zur Verstopfung und Verhärtung von Arterien führen kann. Die folgend aufgelisteten Nahrungsmittel stehen einer gesunden Ernährung im Weg.

Gesättigte Fette

Fettreiche Milchprodukte und tierische Eiweiße wie Rindfleisch, Würstchen oder Schinken enthalten gesättigte Fette. Es sollten nicht mehr als 7 Prozent des täglichen Energiebedarfs durch gesättigte Fette gedeckt werden.

Transfette

Diese Art von Fetten werden vor allem in Fertigprodukten, Backwaren oder bei der Herstellung von Margarine verwendet. Doch ungesünder als tierische Fette sollten Transfette vollständig vermieden werden.

Cholesterin

Quellen von hohem Cholesterin sind fettreiche Milchprodukte, fettreiche Tierprodukte, Eigelb, Meeresfrüchte, Leber und andere Organe. Pro Tag sollten nicht mehr als 300 mg Cholesterin aufgenommen werden.

Salz

Im besten Fall sollten pro Tag weniger als 2.300 mg Salz pro Tag aufgenommen werden.

Richtiges Essverhalten bei Diabetes

Es gibt verschiedene Ansätze, um einen guten Ernährungsplan für sich selbst zusammenzustellen. Zusammen mit einem Ernährungsexperten sollte dieser Plan individuell angepasst werden. Die Umsetzung kann diese verschiedenen Ansätze verfolgen.

1. Kohlenhydrate zählen

Da Kohlenhydrate in Glukose verwandelt werden, haben sie direkten Einfluss auf den Blutzuckerlevel. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass die Aufnahme von Kohlenhydraten zu jeder Tageszeit gleichbleibend ist, insbesondere wenn Diabetesmedikamente wie Insulin eingenommen werden.

Ansonsten schwanken die Blutzuckerwerte zu stark. Ein Ernährungsexperte kann dabei helfen, Mengen von Kohlenhydraten besser abzuschätzen und helfen Inhaltsbeschreibungen von Nahrungsmitteln richtig zu lesen.

2. Das Austausch System

Dieses System gliedert Nahrungsmittel in verschiedene Gruppen:

  • Kohlenhydrate
  • Fleisch
  • Fleischersatz
  • Fett

Die Befolgung des Systems hilft dabei, in jeder Mahlzeit die gleiche Menge an Kohlenhydraten zu haben. So kann der Austausch von einem Apfel bspw. zur Hinzufügung einer kleinen Menge Nudeln oder umgekehrt führen.

3. Glykämischer Index

Blutzucker messenNahrungsmittel mit einem niedrigen glykämischen Index sollten besonders bei einer Diabetes-Erkrankung bevorzugt werden. (Foto by: simpson33 / Depositphotos)

Viele Menschen mit Diabetes benutzen des Glykämischen Index, um Nahrungsmittel zum Verzehr auszusuchen, besonders Kohlenhydrate. Nahrungsmittel mit hohem glykämischen Index haben eine höhere Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel als Nahrungsmittel mit niedrigen glykämischen Index.

Komplexe Kohlenhydrate mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen - wie Vollkornreis, Vollkornbrot oder Musil - haben einen niedrigeren glykämischen Index als einfache Kohlenhydrate - wie Weißbrot oder weißer Reis - die häufig in Fertigprodukten verarbeitet werden. Doch nicht immer sind diese Nahrungsmittel auch gesünder. Viele Nahrungsmittel mit niedrigen glykämischen Index sind sehr reich an Fett.

Behandlung - Tipps

Tipp 1

Nicht grade ein Geheimtipp, aber ein sehr essentieller. Zucker, in jeder Form, sollte vermieden werden. Dazu zählt nicht nur das weiße Pulver aus dem Spender, sondern auch Honig, Sirup, alle zuckerhaltigen Lebensmittel. Als wichtigster Schritt seinen Zuckerkonsum radikal zu beschneiden, sollte komplett darauf verzichtet werden Fertigprodukte zu essen.

Tipp 2

Ebenfalls sehr vorhersehbar-Sport und Bewegung. Hierbei geht es nicht um Hochleistungssport. Sondern viel eher um eine Grundhaltung zur täglichen Betätigung. Diabetes-Patienten und Menschen mit erhöhten Risiko sollten täglich an die Luft gehen und sich ausgiebig bewegen, einen langen Spaziergang machen, Joggen, etc.

Tipp 3

Sonne tanken. Zu viel Sonne ist nicht gut und verursacht Hautkrebs. Doch zu wenig Sonne führt zu Vitamin-D-Mangel, welcher viele Krankheiten befördert, unter anderem auch Diabetes. Täglich 10-15 Minuten durch die Sonne laufen, reicht bereits aus.

Tipp 4

Magnesium. Magnesium ist sicher keine Wunderwaffe gegen Diabetes, doch bei vielen Diabeteskranken wird ein Magnesium-Mangel festgestellt und die ausreichende Versorgung mit diesem Mineral - sei es durch Nahrungsmittel oder Zusätze - ist essenziell für die Verbesserung der Symptome und der Vorbeugung.

Wie kann ich Diabetes vorbeugen

Diabetes mellitus Typ II ist der häufigste Typ von Diabetes und in diesem Fall ist Vorbeugung sehr wichtig. Insbesondere wenn in der eigenen Familie häufig Diabetes oder Übergewicht vorkommen, sollte der Vorbeugung Aufmerksamkeit zugesprochen werden.

Im allgemeinen gehört zur Prävention:

Eine gesündere Ernährung

Nicht nur bei einer schon diagnostizierten Diabetes ist es angebracht Nahrungsmittel mit viel Ballaststoffen zu essen. Auch zur Vorbeugung ist dieser Ernährungsgrundsatz essenziell. Oben bei den empfohlenen Lebensmitteln werden Beispiele mit vielen Ballaststoffen aufgezählt. Dazu gehören auch Vollkornprodukte. Es ist zwar nicht ganz klar, warum Vollkorn den Blutzuckerspiegel senkt, erwiesener Maßen tut es dies aber. Mindestens die Hälfte des zu sich genommenen Korns sollte zur Vorbeugung Vollkorn sein.

Mehr Bewegung

Ein wichtiger Teil der Vorbeugung ist die körperliche Bewegung. Regelmäßiger Sport hilft dabei, das Körpergewicht in einem gesunden Rahmen zu halten und den Blutzuckerspiegel niedrig halten. Hierdurch kann das Risiko einer Erkrankung um bis zu 60% reduziert werden.

Gewichtsverlust

Menschen mit Übergewicht und einer familiären Krankengeschichte mit Diabetes sollten regelmäßig zur Vorsorge gehen und ihre Blutzuckerwerte überprüfen lassen. Gleiches gilt auch für Menschen über 45 Jahre. Sie sollten zumindest ihren behandelten Arzt fragen, ob eine Untersuchung auf die ersten Anzeichen von Diabetes vonnöten sein könnte.

Es nie zu spät damit zu beginnen. Nur wenige Umstellungen können vor einer ernsthaften Krankheit mit schwerwiegenden Symptomen schützen.


Bewertung: Ø 3,0 (2 Stimmen)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Richtige Ernährung bei Sodbrennen

Richtige Ernährung bei Sodbrennen

In dem Beitrag verraten wir Ihnen wertvolle Ernährungstipps, wie Sie Sodbrennen wirksam lindern oder beseitigen können.

weiterlesen
Ernährung bei Neurodermitis

Ernährung bei Neurodermitis

Es gibt keine spezielle Neurodermitis-Diät. Prinzipiell hilft es, wenn man jene Lebensmittel, die die Neurodermitis verstärken oder auslösen, weglässt.

weiterlesen
Ernährung bei Herzerkrankungen

Ernährung bei Herzerkrankungen

Menschen, die an Erkrankungen des Herzens leiden, müssen sich ausgewogen ernähren, da dies eine Senkung des Blutdrucks zu Folge hat, was wiederum die Gefäße schützt.

weiterlesen

User Kommentare