Bluten beim Husten

Es gibt ja viele Symptome in der Medizin, welche auf den ersten Blick für den Laien sehr beunruhigend wirken, bei näherem Hinsehen aber halb so wild sind - der Bluthusten gehört definitiv NICHT dazu. Bluthusten ist ein absolutes Alarmsignal, welches unbedingt bei einem Arzt umfangreich abgeklärt werden sollte!

Mann hustet BlutBluthusten sollte ernst genommen und von einem Arzt abgeklärt werden. (Foto by: aletia / Depositphotos)

Die Definition des Wortes Bluthusten ergibt sich eigentlich aus dem Worte selbst: Ein normaler Hustenanfall sollte maximal Schleim zutage fördern, aber niemals Blut. Geschieht dies doch, so spricht der Mediziner von Hämoptysen (Blutbeimengungen) oder Hämoptoe (größere Blutmengen).

Dieses Blut stammt dann stets aus der Lunge und den oberen Luftwegen wie Luftröhre und Bronchien, kann dabei arteriell oder venös sein, gelangt aber stets auf einem Weg in die Atemwege, den es normalerweise nicht nehmen sollte. Das heißt, dass irgendwo in den Atemwegen eine Verletzung vorliegt, welche Blutgefäße angreift - das kann sein:

Ursachen von Bluthusten

Lungenkrebs schrillt die Alarmglocke des Mediziners, wenn er von blutigem Husten hört - glücklicherweise gibt es aber auch noch andere Ursachen, welche nicht ganz so fatal sind, aber dennoch unbedingt in die Hände eines guten Arztes gehören.

Lungen-und Atemwegserkrankungen

Eine große Gruppe von Ursachen sind Entzündungsreaktionen im Bereich der Lunge und der Atemwege. Dazu gehört unbedingt die Tuberkulose als schwere Lungenentzündung kommt bei speziellen Erregern wie Legionellen ebenfalls in Frage. Auch Bronchiektasen, also chronische Schäden in den Atemwegen im Rahmen schwerer chronischer Infektionen, können zu blutigem Auswurf führen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine weitere große Gruppe von Ursachen sind die Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine Lungenembolie (Lungeninfarkt) kann zu Einblutungen ins Lungengewebe führen, welche dann bei großen Blutmengen zu Blutaustritt über die Luftröhre führen können. Auch eine schwere Herzinsuffizienz kann Rückstau von venösem Blut in die Lunge und Auspressen dieses Blutes in die Lungenbläschen zur Folge haben.

Weitere Ursachen

  • Verletzungen der Lunge (Lungenriss) als Unfallfolge ist eine weitere Möglichkeit, welche sich aber meist aus der Vorgeschichte ergibt.
  • Chronische Erkrankungen wie eine Mukoviszidose, ein Goodpasture-Syndrom und eine Wegener-Granulomatose sind seltene, aber unbedingt zu bedenkende Pathologien.
  • Auch Gerinnungsstörungen wie die Bluterkrankheit können sich in den Atemwegen äußern, ohne dass diese anderweitig gestört oder erkrankt wären (meist blutet es dann auch anderswo).
  • Eine weitere wichtige Überlegung ist die Möglichkeit einer Aspiration von Fremdkörpern: Insbesondere bei Kindern oder sehr alten Menschen kann auch ein Fremdkörper in der Luftröhre zur Reizung und zum Blutaustritt führen.

Was aber unbedingt als "worst case" bedacht und abgeklärt werden muss, ist das Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) - das Bluthusten ist ein typisches Erstsymptom, wenn der Tumor bereits so weit fortgeschritten ist, dass er den Bronchialbaum angreift und Blutgefäße zerstört.

Untersuchungen und Diagnose

Unterschieden werden muss zunächst, ob es sich wirklich um blutigen Husten handelt, oder vielleicht doch um blutiges Erbrechen (was ebenfalls alarmierend ist) oder gar Nasenbluten (was oft harmlos ist).

Blutiger Husten ist oft ein wenig schaumig, da er neben dem Blut viel Schleim enthält.

Blut aus dem Magen dagegen ist oftmals durch die Andauung der Magensäure schwarz gefärbt,

Nasenbluten hingegen meist klar und homogen rot. Die Unterscheidung kann im Einzelfall schwierig sein, daher sollte jeder Betroffene bemüht sein, dem Arzt die Umstände des Blutauftretens möglichst genau zu schildern.

Bei einer akuten und andauernden Blutung kann am Ende nur eine Spiegelung der Atemwege (Bronchoskopie) bei der Lokalisation und auch Stillung der Blutung helfen.

Da Hämoptysen aber meist in geringerer Menge und weniger dramatisch auftreten, bleibt normalerweise etwas mehr Zeit. Im Mittelpunkt der ärztlichen Diagnostik stehen:

  • Gezielte Befragung und Klärung der Umstände, Vorerkrankungen und Risikofaktoren.
  • Daraufhin werden die infrage kommenden Erkrankungen systematisch abgeklärt, indem der Arzt auf die Lunge hört (Auskultation), Blut entnimmt und am Ende meist auch zumindest ein Röntgenbild unter dem Verdacht auf ein Bronchialkarzinom aufnehmen lässt. Sieht man darauf nichts und wird auch sonst keine Ursache gefunden, so kann ein CT aufgrund besserer räumlicher Auflösung den Tumorverdacht erhärten oder weitestgehend ausschließen.

Gespräch mit ArztAls Ursache für Bluten beim Husten kann eine Entzündung oder eine Tumorerkrankung sein. (Foto by: mangostock / Depositphotos)

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Generell muss gesagt werden, dass es in solch einem Fall niemals ausreichend ist, das reine Symptom "Bluthusten" zu therapieren. Hinter diesem Beschwerdebild steckt fast immer eine ernsthafte und oftmals schwerwiegende Erkrankung, welche von Grund auf aufgedeckt und ursächlich therapiert werden muss.

Die Ursachen sind jedoch so unterschiedlich, dass dich kein allgemeines Rezept formulieren lässt. Vielmehr kommt die ganze Bandbreite der Medizin zum Einsatz, von der Operation, Bestrahlung und Chemotherapie (beim Bronchialkarzinom) über die antibiotische Behandlung (bei Infektionen wie der Tuberkulose) bis hin zur Immunsuppression (bei Wegener und Co.).

Hat ein Fremdkörper zur Blutung geführt, so muss dieser möglichst schnell mithilfe der Bronchoskopie entfernt werden, da nicht nur weitere Blutverluste, sondern auch schwerwiegende Luftnot und Lungenentzündungen drohen.

Prävention und was ich selbst tun kann

Auch hier fällt es anhand der Vielzahl von Ursachen schwer allgemeine Empfehlungen zu geben. Wer nicht an Lungenkrebs erkranken möchte, sollte zunächst einmal auf das Rauchen verzichten. Auch Bronchiektasen und chronische Bronchitiden lassen sich damit effektiv verhindern.

Kinder sollten nicht mit leicht verschluck- oder aspirierbaren Gegenständen spielen. Alle anderen Ursachen sind weitaus spezieller und weniger leicht präventiv zu verhindern.


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