Trittico

Trittico ist ein Anti-Depressivum, das depressiven Patienten mit und ohne Angststörung verabreicht wird. Es hat eine angstlösende, sedierende und stimmungsaufhellende Wirkung. In niedriger Dosis wirkt es schlaffördernd. Im Off-Label-Use wird es auch nicht-depressiven Personen verabreicht, die an Schlafstörungen leiden. Der Wirkstoff Trazodon-Hydrochlorid wurde 1966 in Italien entwickelt.

Wirkung & Anwendungsgebiete

Trazodon hemmt die Wiederaufnahme des Neurotransmitters Serotonin in die Gehirn-Nervenzellen. Das führt zur Erhöhung der Serotonin-Konzentration zwischen den Nervenzellen. Außerdem blockiert Trazodon die Noradrenalin-Rezeptoren und die Wirkung des Serotonins an 5HT2-Rezeptoren.

Trittico wird depressiven Patienten mit und ohne Angstsyndrom verordnet. Außerdem erhalten depressive Personen, die an länger andauernder Schlaflosigkeit und Männer, die bedingt durch die Depressionen an erektiler Dysfunktion leiden, Trittico, wenn ihrer funktionellen Störung keine schwerwiegende organische Ursache zugrunde liegt.

Was gilt es vor der Einnahme zu beachten?

Der Patient sollte jede Veränderung seines Stimmungszustands unter der Einnahme des Medikaments umgehend dem behandelnden Arzt mitteilen. Dasselbe gilt für die Angehörigen und die zuständige Pflegekraft.

Dosierung und Einnahme

Dosierung und Dauer der Trittico Einnahme richten sich nach der Art der Erkrankung und der Schwere der Symptome. Bei Depressionen wird Trittico meist für mindestens ein halbes Jahr verordnet.

Die erste Dosis des Medikaments wird nach der Abendmahlzeit mit etwas Flüssigkeit eingenommen. Die Tabletten werden unzerkaut geschluckt. Der Patient nimmt entweder die gesamte Tagesdosis abends vor dem Schlafengehen oder auf drei Dosen verteilt nach jeder Mahlzeit ein. Die Abenddosis ist gegebenenfalls etwas größer als die anderen. Die Aufteilung der Tagesdosis empfiehlt sich, wenn sie größer als 200 mg ist oder wenn die Patienten älter oder empfindlicher sind. Zur genaueren Dosierung können die Tabletten geteilt werden. Zum Ende der Behandlung wird Trittico ausschleichend abgesetzt.

Die Anfangsdosis liegt zwischen 1,5 und 3 Filmtabletten täglich (Trittico 50 mg). Die tägliche Höchstdosis liegt bei 6 Filmtabletten Trittico 50 mg oder 3 Filmtabletten Trittico 100 mg. Stationär werden maximal 6 Filmtabletten Trittico 100 mg pro Tag verabreicht.

Ältere Personen und geschwächte Patienten erhalten anfangs 2 Filmtabletten Trittico 50 mg oder 1 Filmtablette Trittico 100 mg. Die Höchstdosis beträgt bei diesen Patientengruppen 300 mg/Tag. Patienten, die den Eindruck haben, dass ihre Dosis zu niedrig oder zu hoch ist, sollten umgehend ihren behandelnden Arzt kontaktieren.

Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangeren Patientinnen sollte Trittico nur nach vorheriger strenger Risiko-Nutzen-Abwägung verabreicht werden. Das gilt insbesondere für die ersten drei Monate der Schwangerschaft. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich Spuren der Wirksubstanz auch in der Muttermilch finden, sollten Stillende, die das Medikament einnehmen müssen, umgehend abstillen.

Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Zu Beginn der Anwendung von Trittico 50 mg kann es zum Auftreten von Schläfrigkeit kommen, die später wieder verschwindet.

Überempfindlichkeitsreaktionen der oberen Atemwege: bei Asthma-Patienten

Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut: bei chronischen Urtikaria-Patienten oder bei Patienten mit einer Allergie gegen bestimmte Schmerzmittel, Anti-Rheuma-Mittel und Acetylsalicylsäure (ASS)

Gelegentlich können auftreten:

In seltenen Fällen kann es zu folgenden Beschwerden kommen:

  • Sehstörungen
  • Hautausschlägen
  • Blutbild-Veränderungen
  • Leberbeschwerden

Zum Auftreten des Serotonin-Syndroms (Symptome: Desorientierung, Zittern, Fieber, Muskelsteifheit, Krämpfe) kann es kommen, wenn Trittico zusammen mit MAO-Hemmern und anderen psychoaktiven Medikamenten verabreicht wird.

Weitere mögliche Wechselwirkungen können auftreten mit:

  • blutdrucksenkenden Mitteln
  • Muskelrelaxanzien
  • Anästhetika
  • Antimykotika
  • HIV-Protease-Hemmern
  • Johanniskraut

Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Trittico und Antimykotika oder HIV-Protease-Hemmern wird die Trittico Dosis reduziert.

Aufbewahrung

Trittico sollte für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. Man lagert es am besten bei Raumtemperatur (15 bis 25 °C).

Warnhinweise, Wann darf das Medikament nicht angewandt werden?

Nicht anwenden sollte man Trittico in folgenden Fällen:

  • bei Überempfindlichkeit gegen Trazodon-Hydrochlorid oder einen anderen in dem Medikament enthaltenen Wirkstoff
  • bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren
  • bei vor kurzem erlittenem Herzinfarkt
  • bei Laktoseintoleranz
  • wenn das nach dem EXP aufgeführte Datum bereits überschritten ist

Trittico kann das Reaktionsvermögen des Patienten so weit herabsetzen, dass er nicht mehr in der Lage ist, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen. Der Konsum von Alkohol führt ebenfalls zu einer verschlechterten Reaktionsfähigkeit, wenn zugleich Trittico eingenommen wird. Bei schweren kardiovaskulären Störungen muss parallel zur Verabreichung von Trittico eine Überwachung der Herz und Kreislauffunktion erfolgen.

Diese Informationen zum Medikament ersetzen weder ärztliche noch sonstige Fachberatung. Vor allem bei Nebenwirkungen oder für sonstige Informationen ist der behandelnde Arzt oder Apotheker beizuziehen.


Bewertung: Ø 3,4 (352 Stimmen)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Doxycyclin - Antibiotikum

Doxycyclin - Antibiotikum

Bei Doxycyclin handelt es sich um ein Breitband-Antibiotikum, das der Wirkstoffgruppe der Tetrazykline angehört.

weiterlesen
Pantoprazol

Pantoprazol

Pantoprazol (Pantozol®) ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der sogenannten Protonenpumpeninhibitoren und hemmen somit die Ausschüttung von Magensäure.

weiterlesen
Sterillium

Sterillium

Sterillium ist ein alkoholisches Desinfektionsmittel, das bakterizid, fungizid und viruzid wirkt.

weiterlesen

User Kommentare