Verkühlung der Hoden

Erkrankungen der Geschlechtsorgane sind ausgesprochen unangenehm und den meisten Menschen besonders peinlich. Viele Betroffene zögern deshalb lange, bevor sie sich in medizinische Behandlung begeben. Dabei sollte vielmehr bedacht werden, dass verzögerte, oder gar ausbleibende Behandlungen ernsthafte Konsequenzen haben können.

Mann hält sich Schritt-SchmerzenEine Verkühlung der Hoden kann zu einer Hodenentzündung führen. (Foto by: grinvalds / Depositphotos)

Die Positionierung der Hoden in einem Hodensack außerhalb des Körpers zeigt, dass diese Organe ausgesprochen empfindlich auf extreme Temperaturen reagieren. Im Falle sehr niedriger Temperaturen ist es dabei möglich, einen, oder auch beide Hoden zu verkühlen. Aus einem unangenehmen Kribbeln und leichtem Druck können daraufhin schnell stechende Schmerzen werden.

Der entsprechende Hoden schwillt an und reagiert äußerst sensibel auf Berührungen. Bereits die Reibung der Leibwäsche verursacht heftige Schmerzen. Auch der subjektiv empfundene Harndrang nimmt in diesem Kontext zu, wobei das Wasserlassen an sich ebenfalls von Schmerzen begleitet wird. In jedem Fall sollte sehr bald eine ärztliche Behandlung folgen, denn die Symptome einer Verkühlung der Hoden führen zumeist zu einer Hodenentzündung.

Ursachen der Verkühlung der Hoden

Die Möglichkeiten, sich die Hoden zu verkühlen, sind zahlreich, wenngleich sie sich auf eine grundlegende Ursache reduzieren lassen. Aufgrund externer Einflüsse wird die durchschnittliche Temperatur der Hoden erheblich abgesenkt, so dass diese Organe sehr viel anfälliger für bakterielle Entzündungen werden.

Bei einer Hodenentzündung können auch sehr häufig die Nebenhoden betroffen sein. Die Folge sind neben deutlich bemerkbaren Schwellungen und geröteter Haut vor allem die genannten Schmerzen. In schweren Fällen kann auch Fieber auftreten, wobei dieses Symptom nicht zwangsläufig ein Indikator für verkühlte Hoden und eine Hoden-, oder Nebenhodenentzündung sein muss.

Untersuchungen und Diagnose

Mann beim UrologenBei einer Verkühlung der Hoden sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. (Foto by: Syda_Productions / Depositphotos)

Um eine exakte und korrekte Diagnose stellen zu können, ist das Erstgespräch mit Arzt oder Ärztin sehr wichtig. Hierbei werden dringende Fragen geklärt, so dass eine aufmerksame Eigenbetrachtung ratsam ist. Denn wenn die Symptome und insbesondere die Art und Weise des Auftretens der Schmerzens nachweislich bekannt sind, kann eine adäquate Behandlung stattfinden.

Im Anschluss daran werden Hoden und Nebenhoden untersucht. Dabei soll geklärt werden, ob und inwiefern sich Schwellungen, Rötungen, Wärmeherde und Schmerzemfpinden beim Patienten darstellen. Wenn Hoden und Nebenhoden sich beispielsweise nicht mehr separat ertasten lassen, ist eine Verkühlung der Hoden zumeist schon einer Entzündung gewichen.

Um eine Entzündung der Harnwege ausschließen zu können, wird eine Urinprobe benötigt. Diese wird auf eventuell vorhandene Bakterien, Viren und Verunreinigungen untersucht. Aus einem ähnlichen Grund wird deshalb auch eine Blutprobe analysiert. Denn im Blut vorhandene, köpereigne Antikörper geben Aufschluss zu einer eindeutigen Diagnose der Erkrankung. Zudem kann eine Untersuchung der Urinal- und Genitalorgane via Ultraschall notwendig sein, um das genaue Ausmaß der Erkrankung sichtbar machen zu können.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Werden stechende Schmerzen und Berührungsempfindlichkeit bemerkt, ist für Eigenbehandlungen in jeden Fall schon kein Rat mehr zu geben. Spätestens jetzt muss der Gang zu einem spezialisierten Arzt folgen, um insbesondere chronische Krankheitsverläufe und eine Unfruchtbarkeit zu vermeiden.

Wenngleich die Symptome in der Regel nach einer Woche abklingen, können insbesondere bei ausbleibender, fachlicher Behandlung Schäden an den Fortpflanzungsorganen nämlich durchaus möglich sein. Wenn sich eine vorhandene Entzündung verkapselt, dann müssen Ärzte in einer Operation das betroffene Areal öffnen. Solche Abzesse müssen entweder eröffnet oder komplett entfernt werden. Im ersten Fall wird eine Drainage, beziehungsweise ein Wundkatheter gesetzt, damit die entzündliche Flüssigkeit aus der Körperregion ablaufen kann. Bei besonders schwierigen Krankheitsverläufen kann es sogar unvermeidbar sein, den betroffenen Hoden oder Nebenhoden komplett zu entfernen.

Doch bevor dergestalt drastische Maßnahmen notwendig sind, werden zuerst andere Behandlungsmöglichkeiten genutzt. Wie so oft gilt auch hier, dass eine rechtzeitige Diagnose die besten und unkompliziertesten Heilungschancen bietet. Es kann also überhaupt nicht davon die Rede sein, dass Schmerzen im Hoden „mannhaft“ ertragen werden müssen, ganz in Gegenteil. Sind die Hoden nach der ersten ärztlichen Untersuchung demnach „nur“ verkühlt, werden körperliche Ruhe und das Ruhigstellen des Hodensacks empfohlen. Mithilfe spezieller Hodenhalter wird dies ermöglicht, so dass binnen Kurzem eine deutliche Besserung der Symptome zu erwarten ist.

Dahingegen wird bei einer akuten Hoden- oder Nebenhodenentzündung mit entsprechenden Antibiotika behandelt. Außerdem wird ebenfalls von körperlichen Aktivitäten abgeraten, wobei die Hoden nach exakter Vorgabe der behandelnden Ärzte schonend gekühlt werden müssen. Vermutlich wird der Hinweis darauf, dass Geschlechtsverkehr vermieden werden sollte, aufgrund der Schmerzen und des enormen Unbehagens keiner Rede wert sein, soll aber an dieser Stelle dennoch nicht unerwähnt bleiben. Denn auch, wenn die Symptome scheinbar abgeklungen sind, sollte immer noch für einen gewissen Zeitraum körperliche Schonung gesichert sein.

Prävention und was ich selbst tun kann

Grundsätzlich gilt, dass die empfindlichen Hoden ebenso gegen Kälte geschützt werden sollten, wie Harnwege und Nieren. Besonders leicht werden die Hoden deshalb beim Baden verkühlt, weil nasse Badehosen im Freien getragen werden und sich aufgrund der Witterung diese Körperareale stark abkühlen. Aber auch das Sitzen oder Liegen auf kaltem Boden ist unbedingt zu vermeiden. Kalte Steine, Schnee, Eis und falsch eingestellte Klimaanlagen, vor allem im Pkw, können zu einer Verkühlung der Hoden führen.

Um darüber hinaus eine Entzündung der Hoden zu vermeiden, ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sehr empfehlenswert. Denn wenn die Ausscheidungsorgane stetig und gleichmäßig durch frischen Urin ausgespült werden, haben Krankheitserreger wie Bakterien und Viren weniger Chancen, sich einzunisten und auszubreiten.


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