Pigmentstörungen

Wenn die Bildung der Farbpigmente der Haut gestört ist, spricht man von einer Pigmentstörung. Diese kann sich durch eine stärkere, der sogenannten Hyperpigmentierung, oder eine schwächere, der Depigmentierung, Färbung der Haut zeigen. Ursachen sind sowohl genetische wie auch äußere Faktoren.

PigmentstörungenVon Pigmentstörungen spricht man, wenn die Farbpigmentbildung der Haut gestört ist. (Foto by: choreograph / Depositphotos)

Bei einer Pigmentstörung handelt es sich um eine gestörte Bildung von Farbpigmenten. Diese kann örtlich begrenzt sein, aber auch den ganzen Körper betreffen. Pigmentströungen sind in der Regel auf einen Melaninmangel oder Melaninüberschuss zurückzuführen: Liegt ein Mangel an Melanin vor, ist die Haut heller als normal (Hypopigmentierung bis zur Depigmentierung), bei einem Überschuss an Melanin ist sie hingegen stärker gefärbt, als es normalerweise der Fall ist (Hyperpigmentierung).

Wenn Pigmentstörungen auch unbedenklich sind, so fallen sie doch mehr oder weniger stark ins Auge: Gerade in den Sommermonaten sind sie gut sichtbar und fallen besonders auf - vor allem die weißen Flecken.

Letztere sind Symptome der Pigmentstörung schlechthin - der Weißfleckenkrankheit. Sie ist die am häufgsten erworbene Pigmentstörung: Etwa 0,5 bis 2 Prozent der Menschen leiden weltweit an dieser Erkrankung - egal welchen Geschlechts und welcher ethnischen Zugehörigkeit. Damit aber nicht genug: Inzwischen klagen 25 Prozent aller Frauen über Pigmentstörungen in Form von Pigmentflecken, Hyperpigmentierung und Altersflecken, wie Studien zeigen. Dabei sollte aber auch die Rolle der Pille nicht unterschätzt werden: Nahezu 30 Prozent der Frauen, welche mit der Pille verhüten, leiden an Pigmentstörungen. Das klinische Bild ist unterschiedlich genauso wie die potentiellen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Ursachen von Pigmentstörungen

Die Bandbreite der Ursachen von Pigmentstörungen ist groß: Zum einen können erbliche Faktoren eine Rolle spielen. Hierzu zählen neben Sommersprossen vor allem die schon erwähnte Weißfleckenkrankheit sowie Albinismus.

Zum anderen können auch mechanische Einflüsse (Druck oder Reibung) eine Rolle spielen, aber auch klimatische Bedingungen (Kälte oder Wärme).

Darüber hinaus können bestimmte Kosmetika und selbst Medikamente ursächlich für das Auftreten einer Pigmentstörung sein. Weiter kommen hormonelle Veränderungen als Ursache in Frage, beispielsweise während der Schwangerschaft oder durch Einnahme der Antibabypille. In verschiedenen Fällen können neben Röntgenstrahlen auch giftige Substanzen oder Entzündungen zu einer Veränderung der Farbe der Haut führen.

In letzter Zeit werden auch vermehrt immunologische sowie neurogene sympathische Störungen in Fachkreisen diskutiert. Auch oxidativer Stress gerät als viel beachtete mögliche Ursache zunehmend in den Fokus der Experten.

Symptome von Pigmentstörungen

Die Symptome von Pigmentstörungen sind höchst unterschiedlich - je nachdem, ob eine Hyperpigmentierung, Hypopigmentierung oder gar eine so genannte Depigmentierung vorliegt. In allen Fällen ist der für die Hautpigmentierung verantwortliche Farbstoff Melanin dafür verantwortlich, dass es zu einer Veränderung der Hautfärbung kommt: Entweder besteht ein Überschuss oder ein Mangel an Melanin.

Hyperpigmentierung

Bei einem Überschuss an Melanin ist die Haut zu stark pigmentiert und damit zu stark gefärbt. Man spricht hier von Hyperpigmentierung. Beispiele hierfür sind Sommersprossen, aber auch Linsenflecken: Sommersprossen (Epheliden) zeigen sich vor allem im Gesicht und an den Armen als zahlreiche kleine, runde und in der Regel scharf begrenzte braune Flecken.

Liegt eine Pigmentstörung vor, beschränken sich die Symptome auf die unter Einfluss von Sonnenlicht stehenden Bereiche. Die nicht unter dem Einfluss von UV-Licht entstandenen Linsenflecken (Lentigines) sind größer und auch dunkler als Sommerspossen.

Hypopigmentierung und Depigmentierung

Bei einem Mangel an Melanin ist die Haut demgegenüber zu schwach pigmentiert und damit zu schwach gefärbt. Man spricht hier von Hypopigmentierung oder Depigmentierung. Bei letzterer fehlt die Pigmentierung sogar völlig. Beispiele für beide Varianten sind die häufige vorkommende Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) und der Albinismus.

Während bei ersterer die völlig depigmentierten weißen Flecken scharf begrenzt auf der Haut - vornehmlich im Gesicht sowie an Hals, Handrücken und Knie - auftreten, tritt letztere am ganzen Körper auf - und betrifft nicht nur die Hautfarbe, sondern auch Augen und Haare.

Untersuchungen und Diagnose

Behandlung PigmentstörungenEin Hautarzt ist der richtige Ansprechpartner bei Pigmentstörungen der Haut. (Foto by: photographee.eu / Depositphotos)

Arztbesuch

Um Pigmentstörungen kompetent auf den Grund gehen zu können, empfiehlt sich zunächst ein Besuch beim Hautarzt. Dies ist wichtig, denn eine Selbstdiagnose - ohne ärztlichen Sachverstand - kann auch bei noch so harmslos anmutenden Pigmentstörungen leicht zur Fehldiagnose werden: Da wird dann auch schon mal ein Pilzbefall (weiße Flecken) zur Pigmentstörung und damit zur Fehldiagnose.

Letztlich gilt es aber vor allem schwere Erkrankungen - wie Hauttumoren - auszuschließen. Neben Informationen zur Krankheitsgeschichte des Patienten steht die Begutachtung der betroffenen Hautpartien im Zentrum der Diagnose.

Gewebeprobe

In bestimmten Fällen kann auch eine Gewebeprobe in Betracht kommen, welche dann anschließend mikroskopisch untersucht wird (Biopsie). Besteht Grund zur Annahme, dass die Pigmentstörung eher erblich bedingt ist, kann auch die Familiengeschichte näheren Aufschluss geben und helfen, die Diagnose abzusichern. Wie auch immer - nach dem Ende aller Untersuchungen und der Diagnose sollten etwaige Maßnahmen sowie ihre Erfolgsaussichten "ehrlich" zwischen Arzt und Patient besprochen werden. Dies ist um so wichtiger, als in vielen Fällen eine weiterführende Behandlung gar nicht möglich und auch nicht notwendig ist.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Pigmentstörungen sind in den meisten Fällen unbedenklich, so dass eine Behandlung bzw. eine Therapie nicht unbedingt angezeigt ist. Lediglich bei Patienten mit Depigmentierung gilt ausdrücklich und vorbeugend, die Haut mit entsprechenden Produkten vor UV-Licht zu schützen und Besuche im Solarium zu unterlassen.

Doch viele Menschen fühlen sich durch eine veränderte Hautfärbung belastet und in ihrer Haut - im wahrsten Sinne des Wortes - nicht mehr wohl. So sind es am Ende oft nicht nur kosmetische Gründe, sondern auch und vor allem seelische Gründe, die eine Behandlung der Pigmentstörung in vielen Fällen als durchaus empfehlenswert erscheinen lassen. Dies kann dann auch eine psychologische Behandlung betreffen.

Die Behandlung von Pigmentstörungen gestaltet sich unterschiedlich - je nach Art und Ursache der einzelnen Störung: Kosmetika sowie Bestrahlungen helfen, die Symptome zu lindern.

Kosmetika

Mithilfe von Kosmetika lassen sich störende Pigmentflecken gezielt abdecken. Man spricht hier von Camouflage. Zur Färbung von größeren Hautflächen eignen sich hautaufhellende Mittel oder Selbstbräuner.

Bei einer stark ausgeprägten Hyperpigmentierung helfen Bleichmittel mit bestimmten Wirkstoffen (zum Beispiel Hydrochinon). So lassen sich die noch vorhandenen dunkleren Hautflächen aufhellen. Dieser Weg sollte allerdings erst nach reiflicher Überlegung und nur in Absprache mit einem erfahrenen Arzt beschritten werden, weil er zum einen nicht wieder rückgängig zu machen ist und zum anderen unregelmäßige Bleicheffekte die Folge sein können.

Bei Pigmentstörungen, die als Hypopigmentierung oder Depigmentierung diagnostiziert wurden, kann auch eine Bestrahlung als Therapie fungieren: Einzelne von der Pigmentstörung betroffene Hautareale werden hierbei gezielt mit spezifischem Licht bestrahlt. Dadurch soll die so genannte Repigmentierung, also die Färbung durch Pigmente, eingeleitet werden.

Prävention und was ich selbst tun kann

Pigmentstörungen lssen sich kaum "verhindern", das heißt der Einzelne kann nicht viel zur Vorbeugung tun. Dies hängt mit den vielen unterschiedlichen Ursachen zusammen - darunter zum Beispiel erbliche und hormonelle. Gegen eine Pigmentstörung, die erblich oder hormonell bedingt ist, lassen sich wohl kaum vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Grundsätzlich sollte jedoch auf übermäßige Sonneneinstrahlung verzichtet werden, da diese den Ausbruch bestimmter Hauterkrankungen, zum Beispiel der Weißfleckenkrankheit, forcieren kann.

Klar, wer weiße Flecken hat, wird schon mal komisch angeschaut. Deshalb ist es sehr wichtig, seine Psyche zu stärken und sich nicht dauernd von anderen Menschen "verrückt" machen zu lassen. Selbstbewusst und offensiv in die Öffentlichkeit gehen! Doch selbst eine einmal ausgebrochene Pigmentstörung wie die Weißfleckenkrankheit muss sich nicht unbegrenzt und ungehindert auf der Hautfläche ausdehnen, indem sie immer mehr Hautfläche weiß tüncht.

Neueste Forschungen belegen, dass die erkrankten Zellen einen erhöhten Wasserstoffperoxidgehalt aufweisen, welcher die Bildung des Zellfarbstoffs Melanin verhindert. Dieser Vorgang ist jedoch nicht unumkehrbar: Sinkt der Wasserstoffperoxidgehalt, kann es durchaus zur Repigmentierung kommen - und dies selbst nach Jahren. Am Ende kann also sogar "Nichtstun" die beste Prävention sein - zumindest bei der Weißfleckenkrankheit.


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