Fettstoffwechselstörungen

Wenn der Fettstoffgehalt im Blut eines Menschen über das normale Maß ansteigt, spricht man von einer Fettstoffwechselstörung. Medizinisch lautet der Begriff: erhöhter Blutfettspiegel. Oft zeigt eine Fettstoffwechselstörung jahrelang keine Symptome, sie kann jedoch zu schweren Erkrankungen wie Herzinfarkten aufgrund von Fettablagerungen in den Gefäßen kommen.

Gespräch mit PatientSteigt der normale Fettspiegel an, können verschiedene Erkrankungen entstehen. (Foto by: luckybusiness / Depositphotos)

Unser Blut verfügt über einen bestimmten Fettgehalt. Wenn dieser über den Normalwert steigt, handelt es sich um Fettstoffwechselstörungen oder einen sogenannten erhöhten Blutfettspiegel.

Die Fette, auch Lipide genannt, sind die Hauptenergielieferanten des menschlichen Körpers und werden entweder mit der Nahrung zugeführt oder vom Körper selbst erzeugt. Produziert werden die Fette in der Leber, ansonsten (hauptsächlich) durch tierische Lebensmittel aufgenommen. Mit dem Blut werden die Fette von der Leber oder dem Darm aus in die Organe und Gewebe transportiert.

Die wichtigsten Fette sind:

  • Triglyceride
  • Cholesterin

Steigt nun der normale Fettspiegel an, können verschiedene Erkrankungen entstehen.

Ursachen für eine Fettstoffwechselstörung

Primäre Fettstoffwechselstörungen

Die primären Fettstoffwechselstörungen sind genetisch bedingt und treten in Familien gehäuft auf. Es gibt fünf Typen der sogenannten Hyperlipoproteinanämie.

Sekundäre Fettstoffwechselstörung

Den sekundären Fettstoffwechselstörungen liegen bestimmte Erkrankungen zugrunde. Auslösende Erkrankungen können sein:

Sekundäre Fettstoffwechselstörungen lassen sich in den meisten Fällen durch eine Ernährungsumstellung oder dem Absetzen des auslösenden Medikamentes heilen.

Symptome einer Fettstoffwechselstörung

FettstoffwechselstörungWird eine Fettstoffwechselstörung nicht erkannt, lagert sich das Fett an den Gefäßwänden ab. (Foto by: ralwel / Depositphotos)

Oft bemerkt ein Betroffener jahrelang keine Symptome einer Fettstoffwechselstörung, wodurch sich schwere Erkrankungen bilden können. Nur wenn die Fettstoffwechselstörung genetisch bedingt ist, zeigen sich Symptome in Form von orange-gelben Knötchen an den Ohren, Augen, Ellbogen, Knien oder den Zwischenfingerräumen auf.

Wird eine Fettstoffwechselstörung nicht erkannt, lagert sich über die Jahre das Fett an den Gefäßwänden ab, die Gefäße verengen sich, es kann zu einem Verschluss durch ein Blutgerinnsel kommen. Ein Herzinfarkt oder Schlaganfall kann die Folge sein.

Untersuchungen und Diagnose

Durch einen Bluttest kann der Arzt die Höhe der Blutfette untersuchen und so rasch zu einer eindeutigen Diagnose kommen. Bemerkt man Taubheitsgefühle oder ein Kribbeln in den Füßen und Händen, kann das auf eine Verengung der Gefäße hindeuten.

Je nach Untersuchung wird das Blut im Labor entweder einer Routineüberprüfung unterzogen oder es wird aufgrund von bestimmten Beschwerden genauer untersucht. Bei einer umfangreicheren Untersuchungen werden außer dem Gesamtcholesterin und dem HDL auch die Triglyceride bestimmt.

Ab dem 35. Lebensjahr sollen die Blutfettwerte regelmäßig kontrolliert werden.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Es gibt einige nicht verschreibungspflichtige Mittel gegen Fettstoffwechselstörungen, doch sollte auf deren Wirkstoffe nicht allzu viel an Erwartung gesetzt werden. Knoblauch oder Artischockenblätter können vorbeugend eingesetzt werden. Doch gelten in erster Linie folgende Maßnahmen:

  • Abbauen von Übergewicht
  • Fett- und cholesterinarme Ernährung, Beispiel Fisch und Geflügel, mageres Fleisch. Pflanzliche Öle wie Olivenöl verwenden.
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Getreide, Brot oder Kartoffeln sowie Gemüse, Salat oder Rohkost
  • Vermieden werden sollten: Butter, Sahne, Eigelb, fette Fleisch- Wurst- und Fischsorten, fettreiche Milchprodukte, Nüsse, Süßwaren
  • Die Lebensmittel schonend zubereiten – garen ist fettärmer als braten
  • Alkohol nur in Maßen
  • Regelmäßige körperliche Bewegung in Form von Ausdauersport
  • Der Verzicht auf Nikotin

Helfen alle Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, Bewegung und Nikotin- und Alkoholverzicht nicht den Blutfettspiegel zu senken, werden Medikamente wie Cholesterin-Synthese-Hemmer oder Anionenaustauscherharze angewendet.

Zumeist führt eine Diät in Kombination mit Medikamenten zu einer Reduzierung des Cholesteringehaltes im Blut von 20 - 40 %. In schweren Fällen wird eine Blutwäsche zu Cholesterinentfernung durchgeführt.

Prävention und was ich selbst tun kann

Prävention FettstoffwechselstörungMit einer gesunden Lebensweise kann einer Fettstoffwechselstörung vorgebeugt werden. (Foto by: iakovenko123 / Depositphotos)

Die beste Möglichkeit, Fettstoffwechselstörungen vorzubeugen, ist eine gesunde Lebensweise. Das Vermeiden von Übergewicht ist wichtig, ebenso eine fettarme, ausgewogene Ernährung.

Empfehlenswert sind beispielsweise Fisch oder Geflügel. Öle wie Olivenöl oder Distelöl enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren und sind daher optimal. Milch und Joghurt mit wenig Fettgehalt sowie ballaststoffreiche Lebensmittel sollten auf dem Speiseplan stehen.

Alkohol sollte nur in Maßen getrunken werden, ebenso sind Butter, Sahne oder Eigelb, Nüsse und fette Wurst-, Fisch- und Fleischsorten zu meiden.

Und auf das Rauchen ist zu verzichten. Regelmäßiger Sport in Form von Ausdauertraining ist besonders wichtig. Knoblauch oder Artischockenblättern und einigem mehr werden cholesterinsenkende Wirkungen nachgesagt. Allerdings sollte man sich besser nicht darauf verlassen. Wenn all diese Maßnahmen nicht greifen, kann der Arzt Medikamente einsetzen.

Vorsorgeuntersuchungen mit Blutkontrollen sollten ab dem 35. Lebensjahr regelmäßig vorgenommen werden.


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