Elektrische Zigarette: Dampfen vs. Rauchen

Laut Umfragen rauchen immer weniger Jugendliche Zigaretten. Denn der, längst nicht mehr neue, Trend heißt nun Dampfen. Geschmack und Duft in allen möglichen Variationen. Viele behaupten es wäre die gesündere Alternative: Aber stimmt das?

Elektrische Zigarette Die langfristigen Gesundheitsauswirkungen des Konsums von E-Zigaretten sind noch nicht bekannt. (Foto by: Annems / Depositphotos)

Beim Dampfen elektrischer Zigaretten entstehen weder Asche noch Massen von Abfall. Der Dampf einer E-Zigarette enthält - anders als der Rauch klassischer Zigaretten - weder Teer noch Kondensate. Er riecht angenehmer und haftet nicht an Stoffen und Kleidungsstücken.

Was sind E-Liquids?

E-Liquids (= Flüssigkeiten) sind erhältlich in vielen verschiedenen Geschmacksaromen mit oder ohne Nikotin. Heutzutage gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Liquids mit Aromen wie zB.:

  • Tabak
  • Likör
  • Kaffee
  • Schokolade
  • Erdbeere
  • Cola
  • Wein
  • Trüffel
  • Zuckerwatte

Starke Raucher, die von klassischen Zigaretten auf elektrische Zigaretten umstellen möchten, sollten zunächst auf ein Liquid mit höherem Nikotingehalt zurückgreifen. Später kann die Dosis dann Schritt für Schritt auf 9, 6 und 3 Milligramm reduziert werden.

Inhaltsstoffe

Die Hauptbestandteile der Liquids sind:

  • Wasser
  • Ethanol
  • Glycerin
  • Propylenglykol
  • Aromastoffe

Im Labor untersuchte Liquids enthielten zudem geringe Mengen giftiger Substanzen wie Nitrosamin und Diethylenglykol.

Auswirkungen von E-Zigaretten auf die Gesundheit

  • Nachgewiesen wurden bislang vor allem kurzfristige, schädliche Effekte auf die Atmungsorgane: Husten,
  • Atemwegseinengungen
  • Reizungen in Rachen und Mundraum.

Hinzu kommen Hinweise auf Entzündungsvorgänge in den Bronchien - und das bereits nach wenigen Zügen an der E-Zigarette.

Weitere Nebenwirkungen sind:

Langfristige Auswirkungen von E-Zigaretten

Die langfristigen, gesundheitlichen Auswirkungen des Konsums von E-Zigaretten befinden sich derzeit noch in laufenden Studien. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der dauerhafte Konsum starke Schädigungen der Atemwege verursachen kann.

Bewiesen wurde hingegen, dass Nikotin in E-Zigaretten genauso suchterzeugend ist wie das in „klassischen“ Tabakerzeugnissen. Ebenfalls unklar sind mögliche Auswirkungen auf die Fortpflanzung.

Ebenfalls nicht ausgeschlossen werden können Gesundheitsrisiken beim Passivrauchen.

Krankheiten wie COPD oder Krebs

E-Zigaretten verdampfen Flüssigkeiten beziehungsweise Liquids mit Aroma. Dabei entstehen - anders als beim Rauchen von Tabak - keine Verbrennungsprodukte wie Teer, die bei Dauerkonsum Krankheiten wie COPD (Raucherlunge) oder Krebs verursachen können.

Die geringere Schädigung der Atmungsorgane durch E-Zigaretten führt zur Vermutung, dass Patienten mit Erkrankungen der Atmungsorgane durch die Verwendung von E-Zigaretten behandelt werden könnten, um von der Tabakzigarette mit ihrem gesichert hohen Schädigungspotential loszukommen. Denn: Die Risiken im Hinblick auf die Schädigung (Bronchialkarzinom, COPD-Erkrankung, ...) gehen wahrscheinlich zugunsten der E-Zigarette.

Für genauere Diagnosen müssten aber noch Langzeitstudien durchgeführt werden.

Dampfen in Schwangerschaft und Stillzeit

Das Bundesministerium für Risikobewertung empfiehlt den Verzicht von E-Shishas und E-Zigaretten mit oder ohne Nikotin wie Tabakzigaretten.

Selbst bei Auswahl eines Liquids ohne Nikotin inhaliert man nicht bloß reinen Wasserdampf, sondern eine Chemikalienmischung aus Vernebelungsmitteln wie Propylenglycol, Duft- und Aromastoffen. Eine Krebsgefährdung durch Stoffe wie Formaldehyd und Acetaldehyd kann ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Einheitliche Regulierung der Europäischen Union

Seit April 2016 unterliegen Liquids und E-Zigaretten einer einheitlichen Regulierung der Europäischen Union. Ziel ist die Festlegung einheitlicher Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen für nikotinhaltige elektrische Zigaretten. Nicht betroffen sind Produkte ohne Nikotin.

Verbraucherinnen und Verbraucher haben Anspruch auf die genaue Angabe der Inhaltsstoffe eines Liquids. E-Zigaretten und Nachfüllbehälter enthalten in Zukunft Beipackzettel.

Grund hierfür ist die Tatsache, dass Sicherheit und Unbedenklichkeit von E-Zigaretten nicht erwiesen sind. Gesund ist nur der Verzicht auf jegliche Form der Zigarette.

E-Zigaretten: Attraktiv für Jugendliche

Jugendliche und Vaping Die Zahl der jugendlichen Raucher ist zurück gegangen, die der "Dampfer" steigt (Foto by: diego_cervo / Depositphotos)

Ein weiteres Problem elektrischer Zigaretten: Durch Aromastoffe (z.B: Zuckerwatte, Gummibärchen, Kaugummi, usw.) wirken sie nicht selten attraktiv auf Kinder und Jugendliche. Sie gelten daher als Eintrittstor in die Welt des Tabakrauchens und der Nikotinabhängigkeit.

Inzwischen gilt das Abgabe- und Konsumverbot von Tabakwaren an Jugendliche daher auch für E-Shishas und E-Zigaretten.

Denn was vor allem angelernt wird ist das Ritual des Rauchen und die schnelle Gewöhnung daran. Sehr oft wird es schlichtweg ein Teil des Alltags, wenn man an einer Bushaltestelle wartet oder sich in Gesellschaft befindet.

Schluss mit Rauchen dank der E-Zigarette?

Der Wissensstand über Sicherheit und Effektivität von E-Zigaretten zur Tabakentwöhnung gilt immer noch als unzureichend.

Bei Nutzung nikotinhaltiger E-Zigaretten anstelle klassischer Tabakzigaretten besteht die Gefahr der Aufrechterhaltung körperlicher Abhängigkeit. Erfolgreiche Tabakentwöhnung erfordert vielmehr eine Verhaltensänderung und Disziplin psychischer Abhängigkeit.

Dennoch sehen viele im Dampfen ein kleineres Übel, das die Tabakentwöhnung erleichtern kann.

Manche Studien beweisen sogar die Erleichterung einer Rauchentwöhnung durch E-Zigaretten. Britische Forscher haben einen Zusammenhang zwischen der Zunahme des Dampfens und der Zunahme erfolgreicher Rauchentwöhnungsversuche bewiesen.

Elektrische Zigaretten als Alternative zu Tabakzigaretten

Nach aktuellem Forschungsstand schadet Dampfen weniger als Rauchen. Zu diesem Schluss kommt die Stiftung Warentest nach Auswertung der ersten Studien.

Dennoch: Das Dampfen mit E-Zigarette verfügt durchaus über eigene Gefahren. Außerdem lassen die bereits vorhandenen Studien nicht problemlos auf alle E-Zigaretten schließen, weil sich viele verschiedene Geräte und Liquids am Markt befinden.

Auch gibt es keine Daten zu den langfristigen Auswirkungen von E-Zigaretten. Der Bedarf fragt nach Studien über mehrere Jahre - vielen möglichst vielen Dampfern, Rauchern und Nichtrauchern zum Vergleich. Schließlich kamen auch die Gefahren des Tabakkonsums erst mit der Zeit ans Licht.

Lange galt Nikotin als Hauptpproblem; heute weiß man, dass die wesentlich schädliche Komponente von Tabakzigaretten giftige und krebserregende Begleitstoffe im Qualm sind.

Fazit

Für Raucher, die ohnehin bereits gesundheitsgefährdet sind, bietet die E-Zigarette eine Alternative zur Tabakzigarette, die den Ausstieg aus der Welt des Qualmens erleichtern kann, aber nicht muss. Wer noch nicht süchtig ist, lässt aber am besten von beidem - dem Rauchen und dem Dampfen - die Finger.


Bewertung: Ø 4,3 (63 Stimmen)

Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 06.04.2017
Überarbeitet am: 23.10.2019

Quellen:

Bundesministerium für Gesundheit: https://www.sozialministerium.at/site/Gesundheit/Gesundheitsfoerderung/Drogen_Sucht/Tabak_Nichtrauchen/E_Zigaretten_und_Liquids (Abruf: 19.09.2019)

Test-Portal: https://www.test.de/E-Zigarette-Ist-Dampfen-harmloser-als-Rauchen-4817257-0/

https://www.derstandard.at/story/2000099723727/e-zigaretten-wozu-die-suesse-verfuehrt

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User Kommentare

AnnaM99
AnnaM99 am 31.10.2019 um 15:57 Uhr

Ich dampfe E-Zigaretten seit 2014 und finde es besser als rauchen. Habe meine lieblings E-Liquid Dreamix in Vaprio gefunden.

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