Sind verarbeitete Lebensmittel ungesund?

Sie sind oft schnell zubereitet und das Ablaufsdatum ist noch Wochen bis sogar Monate entfernt. Doch der Trend am Markt geht aus gutem Grund immer mehr zu "Regionalität" und weg von fertigen Lebensmitteln aus aller Welt. Was sie oft so schlecht macht und wo wir aufpassen müssen:

Industriell verarbeitete Lebensmittel Die Auswahl an Lebensmitteln ist groß. Die Haltbarkeit ist bei vielen von hoher Priorität. (Foto by: tonodiaz / Depositphotos)

Im Idealfall kaufen wir nur noch Lebensmittel von Bauern aus der Region. Am Besten auch jeden Tag frisch, nur noch bio und jede Mahlzeit wird selbst von Grund auf zubereitet.

In der Realität jedoch, kommt unser Essen oft von weit her, die Lebensmittel sind lange haltbar und meist haben wir kaum noch Zeit diese sorgsam zuzubereiten. Je schneller fertig, desto besser.

Fertig verarbeitete Lebensmittel sind äußerst praktisch und nicht alle sind automatisch schlecht für einen. Tiefkühlgemüse und Früchte in Dosen ohne Zuckerzusatz zum Beispiel.

Nicht immer kann jedoch alles eingefroren und vakuumverpackt sein. Auch bedeutet weniger Aufwand meist eine Menge an Sodium, Fett und Zucker.

Es gibt viele Produkte die in die Kategorie der „industriell verarbeiteten Lebensmittel“ fallen. Nicht alle sind automatisch ungesund. Das Beste was man machen kann, ist auf die Inhalte zu achten und sich gut zu informieren.

Was mit den Lebensmitteln geschieht

Es gibt verschiedene Techniken um Lebensmittel zu verarbeiten. Meist wird es eingefroren, in Dosen vakuumverpackt, getrocknet, gebacken oder pasteurisiert.

Davor kann jedoch einiges an den Lebensmitteln bearbeitet werden. Tiefkühlgemüse wird meist nur gewaschen, geschnitten und dann in einer Verpackung eingefroren. Andere Lebensmittel werden jedoch zuvor noch mit zusätzlichem Zucker, Salz, Öl, oder anderen Kalorien versetzt. Das Beste Beispiel dafür ist Tiefkühlpizza.

Sind verarbeitete Lebensmittel ungesund? Tiefgefrorenes Gemüse wird gewaschen, geschält und enthält ab dem Einfrieren noch alle Nährstoffe. (Foto by: BravissimoS / Depositphotos)

Lange haltbar, doch ungesund

Konservierungsmittel werden hinzugefügt um die Lebensdauer der Nahrungsmittel auf den Regalen zu verlängern. Legt man nun besonderen Wert auf eine ausgewogene , zeigen diese Lebensmittel jedoch meist mehr Nachteile als Vorteile auf.

Will man auf diese Zusätze in der Zutatenliste verzichten, so sollte man auf Begriffe wie

  • Glucose
  • Dextrose
  • Maltose
  • Transfettsäuren
  • und hydriertes Öl achten.

Lebensmittel mit diesen Zutaten können oft bis zum Doppelten an empfohlenem Salz und Zucker liefern.

Speck

Speck enthält eine große Menge an Natrium, welches zu erhöhtem Blutdruck führen kann. Ein weiterer Grund warum Speck so überaus gut schmeckt ist, dass es sehr reich an gesättigten Fettsäuren ist, welches oft in Verbindung zu Herzerkrankungen, Fettleibigkeitund Kopfschmerzen steht.

Laut einer Studie der WHO (Weltgesundheits Organisation) kann verarbeitetes Fleisch wie Speck, aber auch Hot Dogs, als Karzinogen eingestuft werden (Als Karzinogene werden krebserregende Stoffe bezeichnet). In hohen Mengen gleicht die Schädlichkeit sogar den Zigaretten.

Müsliriegel

Vermarktet werden Müsliriegel meist als reich an herzlichem Getreide, naturverbunden mit Bergen und Sonnenuntergängen auf den Verpackungen.

Tatsächlich sind sie aber hauptsächlich vollgepackt mit zusätzlichem Zucker, welcher zu schnell verdaut wird und den Hunger nicht sehr lange stillt. Entgegen den Darstellung, bieten sie also kaum eine ausgewogene Ernährungsoption.

Sie enthalten größtenteils einfache Kohlehydrate, welche auch als leere Kohlehydrate bezeichnet werden, da sie außer einem süßen Geschmack kaum etwas beizutragen haben.

Mikrowellenpopcorn

Sind verarbeitete Lebensmittel ungesund? Auch im Kino kommt das Popcorn aus industrieller Verarbeitung und wird in Mengen verzehrt. (Foto by: fudio / Depositphotos)

Popcorn an sich ist eigentlich nicht ungesund. Doch bei vorgefertigtem Popcorn ist meist wieder mehr enthalten, als unser Körper wirklich verträgt.

So enthält es oftmals zu viel

  • Salz
  • Zucker
  • ungesunde Fette
  • künstliche Farbstoffe
  • Geschmacksverstärker
  • Palmöl
  • und Konservierungsmittel

Ketchup

Hier ist es vor allem die Menge an Ketchup, die das Problem ausmacht. In Maßen genossen ist es eine nette Bereicherung zum Essen, doch in den großen Mengen, die wirklich zu Pommes und Schnitzen dazugegessen werden, ist es teilweise recht bedenklich.

Der Zuckergehalt von 100 Gramm Ketchup liegt meist zwischen 14 und 27 Gramm. Die meisten Kalorien in Ketchup kommen also natürlich vom Zucker.

Instant-Nudeln

So schnell wie sie zubereitet sind, so ungesund sind sie auch. Der Salzgehalt in diesen ist äußerst hoch und steigert den Blutdruck. Der Rest der Zutaten besteht fast hauptsächlich aus Kohlehydraten und trägt so ziemlich nichts zu einer gesunden Ernährung bei.

Eine Packung enthält meist bereits erhebliche Mengen an Fett und Natrium, welches sich nochmals vermehrt, sobald man die zusätzliche Packung für den Geschmack und das Öl hinzufügt.

Nicht nur sind Instant Nudeln schlecht, wenn es um das Übergewicht geht, sondern auch bei der gesunden Verdauung. Ebenfalls ist es bedenklich im Bereich der gesunden Ernährung für das Herz und der Erkrankung an Diabetes.

In geringen Mengen zu genießen

Verarbeitetes Essen gibt es schon seit Jahrhunderten. Früher wurde vieles an Nahrungsmitteln in Fässern voll Salz aufbewahrt, was gerade für Schiffsreisen von großer Wichtigkeit war. Auch heute ist es noch wichtig Lebensmittel mit einem langen Weg frisch zu halten.

Es ist auch nichts dabei ab und an etwas stark verarbeitetes zu genießen, solange man dabei den Hausverstand nicht ignoriert. Man sollte stets die Zutatenlisten betrachten und übermäßiges Fett, Zucker und unbekannte Chemikalien meiden. Je frischer und simpler die Zutaten, desto unbedenklicher ist die Ernährung.

So lange fettige, stark gezuckerte, oder salzige Nahrung nicht mehr als 20 Prozent des Tagesbedarfs überschreiten, sollte es kaum Probleme geben.

 

 


Bewertung: Ø 5,0 (7 Stimmen)

Autor: Lisa Maria Pichler
Infos zum Autor: Redakteurin bei fitundgesund.at
Erstellt am: 21.01.2020
Überarbeitet am: 01.04.2020

Quellen:

Gesundheitsportal https://www.healthline.com/health/food-nutrition/processed-foods-to-avoid#dried-fruit (Abruf: 21.01.2020)

Online Enzyklopädie https://de.wikipedia.org/wiki/Natrium(Abruf: 21.01.2020)

Öffentlich Rechtliche Nachrichten https://help.orf.at/stories/2977988/ (Abruf: 21.01.2020)

Online Enzyklopädie https://de.wikipedia.org/wiki/Karzinogen (Abruf 21.01.2020)

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