Sonnenallergie

Eine Sonnenallergie ist eine Reaktion der Haut auf ungewohnt hohe UVA- oder UVB-Strahlung. Starkes Jucken, gerötete Haut, Bläschen - das sind gängige Symptome. Die Polymorphe Lichtdermatose wird am häufigsten diagnostiziert. Ihre genaue Ursache ist noch unbekannt.

SonnenallergieEine Sonnenallergie ist eine Reaktion der Haut auf ungewohnt hohe UVA- oder UVB-Strahlung. (Foto by: Olegusk / Depositphotos)

Wer hat so etwas nicht schon an sich bemerkt - im Gesicht, an Hals und Dekolleté, auf dem Handrücken, an Armen und Beinen: stark juckende Haut, Hautrötungen, Bläschen, dazu womöglich noch Knötchen und das alles nur kurze Zeit nach einem schönen Aufenthalt in der Sonne. Wer denkt da nicht sofort an "Sonnenallergie"!

Doch die so genannte Sonnenallergie beziehungsweise der Begriff "Sonnenallergie" existiert so in der Medizin nicht. Der vielmehr umgangssprachlich genutzte Terminus Sonnenallergie (oder auch Lichtallergie) steht für einige unterschiedliche Erkrankungen, denen eines gemein ist: Sonnenlicht.

Sonnenlicht ist ein wesentlicher Faktor - ganz besonders der UV-Anteil des Lichts mit seinen UVA- und UVB-Strahlen. Eine echte Allergie liegt jedoch nur selten vor.

Wenn in Mitteleuropa von Sonnenallergie gesprochen wird, dann handelt es sich in der Regel um die "Polymorphe Lichtdermatose" - auch bekannt als Sonnenekzem. Mehr als jeden Zehnten erwischt es - Frauen mehr als Männer. Wenngleich die hierzulande vor allem von März bis Juni auftretende Krankheit Menschen jedes Alters treffen kann, so sind doch vornehmlich Kinder und junge Erwachsene betroffen. Daneben existiert noch eine Vielzahl weiterer Krankheiten, die mit Sonnenlicht in Zusammenhang gebracht wird und deren Erscheinungsbild häufig recht variabel ist.

Ursachen für eine Sonnenallergie

Die genaue Ursache der am weitesten verbreiteten Sonnenallergie in unseren Breiten, der Polymorphen Lichtdermatose, ist bisher nicht geklärt. Sicher sind Experten jedoch, dass das Sonnenlicht als entscheidender Auslöser dieser Krankheit gilt: Sie gehen davon aus, dass die Sonnenstrahlen die Entstehung eines Allergieauslösers - eines Allergens - fördern.

Vermutlich geht eine normalerweise ganz harmlose körpereigene Substanz eine Reaktion mit dem Sonnenlicht ein. Der auf diese Weise umgewandelte Stoff alarmiert das Immunsystem. Abwehrzellen treten auf den Plan und bekämpfen die offenbar schädliche Substanz - etwa so wie bei einer Allergie (zum Beispiel einer Nickelallergie). Das Ergebnis: Allergie-ähnliche Symtome machen sich bemerkbar. Doch, das ist bisher alles Theorie - der Beweis dieser Theorie steht noch aus.

Während die Theorie von der Sonnenallergie bis heute noch nicht bewiesen ist, gehen die Vermutungen inzwischen weiter - in Richtung "Freie Radikale" als Ursache der Polymorphen Lichtdermatose: Die Bildung freier Radikale in der Haut ist das Ergebnis der energiereichen Sonneneinstrahlung.

Freie Radikale sind Moleküle, die sich als besonders reaktionsfreudig erweisen und somit schnell chemische Verbindungen eingehen - mit nicht immer erwünschten Folgen. Im Normalfall stellt es für den Körper kein Problem dar, freie Radikale mit speziellen Stoffen (Antioxidanzien) unschädlich zu machen. Im Fall der Polymorphen Lichdermatose - so die Annahme - schafft der Körper es möglicherweise nicht ganz, alle durch die Sonneneinstrahlung gebildeten freien Radikale außer Gefecht zu setzen. In der Folge meldet sich das Abwehrsystem des Körpers: Beschwerden stellen sich ein. Aber auch diese Theorie gilt bisher als unbewiesen.

Die Ursachen für andere Arten von Sonnenallergien sind teilweise bekannt: Sie sind auf Medikamente in Verbindung mit Sonnenlicht oder den Kontakt zu spezifischen Wiesengräsern oder gar auf Lichtschutzmittel zurückzuführen. Letzteres trifft auf die so genannte Mallorca-Akne zu - sie wird begünstigt durch fetthaltige Cremes, zumeist Lichtschutzsalben.

Symptome bei einer Sonnenallergie

  • Mehr oder weniger stark juckende und fleckige Rötungen
  • Knötchen
  • Bläschen
  • Blasen

Diese gängigen Symptome zeigen sich an den besonders häufig und stark der Sonne ausgesetzten Hautbereichen wie an Hals und Dekolleté sowie an Armen und Beinen, aber auch im Gesicht und auf den Handrücken.

Sie treten besonders nach längerer "Sonnenabstinenz" auf - also dann, wenn die Haut nach längerer Sonnenpause einer außergewöhnlich hohen Dosis Sonnenstrahlen ausgesetzt ist. Dies kann nach einem längeren Spaziergang in der ersten Frühlingssonne genauso der Fall sein wie zu Beginn eines Strandurlaubs im Süden.

Auch kann es zu weiteren Symptomen kommen - wie verdickter und vergröberter Haut an einzelnen Stellen, wobei die Oberfläche auch schon mal zerfurcht wirkt und überdies schuppt. Die Symptome treten vielfach nicht sofort auf, sondern erst nach Stunden oder sogar nach Tagen - zu einem Zeitpunkt also, wenn die Betroffenen sich womöglich schon gar nicht mehr in der Sonne aufhalten und vermutlich auch nicht (mehr) mit einer solchen Hautreaktion rechnen.

Untersuchungen und Diagnose

Behandlung SonnenallergieBei Verdacht auf eine Sonnenallergie sollte ein Hautarzt aufgesucht werden. (Foto by: BrianAJackson / Depositphotos)

Bei einer vermuteten Sonnenallergie sollte der Hautarzt aufgesucht werden, um alle Eventualitäten abzuklären. Neben dem üblichen ärztlichen Procedere - wie Fragen zur Krankengeschichte, Vorerkrankungen, Einnahme von Medikamenten - steht die möglichst detailgenaue Beschreibung der Beschwerden zunächst im Zentrum des Dialogs zwischen Arzt und Patient. Die genaue Untersuchung der Haut durch den Arzt auf Flecken, Bläschen, Knötchen o. ä. mit einem lupeähnlichen Gerät (Dermatoskop) schließt sich an. Vielfach sind die Symptome gar nicht mehr so genau zu erkennen, da die Betroffenen erst nach ihrem Urlaub den Arzt aufsuchen - zu einem Zeitpunkt, wenn die Hauterscheinungen schon wieder weitgehend abgeklungen sind.

Die Symptome der verschiedenen Sonnenallergien unterscheiden sich oftmals nicht wesentlich - sie sind sogar vielfach identisch. Besonders wichtig ist es daher, die "richtige" Sonnenallergie zu diagnostizieren, denn neben der am häufigsten verbreiteten Polymorphen Dermatose kommt noch eine Vielzahl anderer so genannter Sonnenallergien in Betracht. Ist die Diagnose nicht eindeutig, kann ein Lichttest (Phototestung) weiteren Aufschluss geben. Dabei werden bestimmte Hautstellen mit UV-Licht bestrahlt. Spezifische Hautveränderungen, die nach Stunden oder auch erst Tagen auftreten, geben dann Gewissheit - eben, ob es sich um eine Polymorphe Dermatose handelt oder nicht. Ganz wichtig: Derartige Phototests darf der Patient nicht selbst vornehmen - zu schnell kann es zu einer Schädigung der Haut kommen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Sonnenschutz SonnenallergieSonnenschutz ist bei einer Sonnenallergie das Wichtigste! (Foto by: photography33 / Depositphotos)

Liegt eine Sonnenallergie - insbesondere Polymorphe Lichtdermatose - vor, so heißt es bei der Behandlung erst einmal: Sonnenschutz, Sonnenschutz und nochmals Sonnenschutz - also Sonnenschutz konsequent durchziehen!

Das bedeutet im Einzelnen:

  • UV-Schutz durch entsprechende Kleidung wie Sonnenhut, Hemden, Blusen, T-Shirts, Hosen - sie halten die Sonnenstrahlen bis zu einem gewissen Maße ab. Wer noch besser geschützt sein möchte und muss, der ist mit speziellen Textilien - so genannter geprüfter UV-Schutzkleidung - gut bedient.
  • Lichtschutzmittel (Sonnencreme) - möglichst ohne Duft- und Konservierungsstoffe - auf alle unbedeckten Stellen dick auftragen! Ein hoher Lichtschutzfaktor von 30 und mehr empfiehlt sich zum Schutz vor UVA- u n d UVB-Strahlung. Die Sonnencreme bereits 30 Minuten vor dem Sonnenbad auftragen und immer wieder nachcremen, wenngleich sich die Schutzdauer dadurch nicht erhöht.
  • Die Mittagssonne sollte nach Möglichkeit gemieden werden - zumindest zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die UV-Strahlung ihr Maximum erreicht. Besser ein schattiges Plätzchen suchen oder gar drinnen aufhalten! Auch hinter Fenstern ist Vorsicht geboten - selbst vor normalem Fensterglas machen UVA-Strahlen nicht halt. Das bedeutet: Eine längere Autofahrt bei Sonnenschein kann schon mal zum kleinen Sonnenbad werden. Abhilfe bieten zum Beispiel UV-undurchlässige Folien, die auf Fenstern zu befestigen sind.

Einmal aufgetretene Beschwerden wie juckende Hautveränderungen & Co. sollten sich bei konsequenter Meidung der Sonne schnell wieder zurückbilden und ganz verschwinden. Ist dies nicht der Fall, versprechen in der Regel entzündungshemmende, kortisonhaltige Mittel zur äußerlichen Anwendung Erfolg.

In bestimmten Fällen schafft Kühlen der betroffenen Hautstellen mit feuchten Umschlägen Erleichterung. In besonders schweren Fällen erscheint eine ärztlich kontrollierte Phototherapie sinnvoll. Es handelt sich um eine Bestrahlung mit UV-Licht, die als eine Art "Lichtabhärtung" fungiert. Diese ist besonders vor Reisen in Länder mit besonders intensiver Sonneneinstrahlung angezeigt.

Prävention und was ich selbst tun kann

Apropops Gewöhnung: Eine Art "Gewalttherapie" in Sachen Sonnenabhärtung - dazu womöglich noch komplett in Eigenregie - ist jedoch nicht der richtige Weg. Zu schnell ist das gesunde Maß überschritten und die Haut überfordert: Hautalterung, Hautschäden und Hautkrebs sind Gefahren, die nicht ernst genug genommen werden können. Wichtig ist, die Haut im Frühjahr Schritt für Schritt wieder an die Sonne zu gewöhnen.

Die Verwendung von Sonnencreme sollte selbstverständlich sein. Mittel zum Einnehmen, welche zum Beispiel Kalzium oder Omega-3-Fettsäuren enthalten, sollten ebenso der Vorbeugung dienen wie Provitamin A oder das Antioxidanz Beta-Carotin, wenngleich die vorbeugende Wirkung derartiger Antioxidantien bisher noch nicht wissenschaftlich bestätigt ist.

Vorsicht ist zudem für Raucher geboten: Beta-Carotin kann in hoher Dosierung - von 20 mg und mehr am Tag - das Lungenkrebsrisiko erhöhen. Auch Schwangere müssen aufpassen: Ein Übermaß an Provitamin A kann zu einer Schädigung des Ungeborenen führen.

Doch, egal ob Lichtallergie oder nicht - ausreichender Sonnenschutz ist ohnehin das Gebot unserer Zeit: Wer möchte schon, dass seine Haut vorzeitig altert oder gar Hautkrebs provozieren.


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