Ragweed Allergie (Herbstheuschnupfen)

Ragweed-Pollen lösen vor allem im Herbst bei vielen eine starke, allergische Reaktion aus und haben sich in den letzten Jahren in Österreich stark vermehrt. Zu allergischen Reaktionen kommt es meist durch Kontakt und Inhalation.

Ragweed Allergie Besonders stark ist die Allerge im Herbst, weshalb sie auch Herbstheuschnupfen genannt wird. (Foto by: galitskaya / Depositphotos)

Was ist Ragweed?

Ragweed, oder auch „beifußblättriges Traubenkraut“ ist vor allem Allergikern bekannt und stammt ursprünglich aus Nordamerika. Es wird vermutet, dass sie später mit Getreidelieferungen nach Ungarn in Europa eingeschleppt wurde und sich vor dort aus massiv und schnell ausgebreitet hat.

Warme und nicht ganz trockene Standorte bieten die optimalen Voraussetzungen für die Ausbreitung von Ragweed, weshalb sich das Kraut auch hauptsächlich in den östlichen und südlichen Bundesländern Österreichs breit macht. Die alpinen Regionen bleiben zum Großteil verschont.

Die Pflanze produziert während der Blüte ca. 1 Milliarde 20 µm kleine Pollen. Bereits wenige Pollenkörner in der Luft reichen aus um die Atemweg zu reizen. Deshalb wird Ragweed auch als hoch allergen eingestuft. Da die Blüte des Ragweed erst Ende August beginnt, und bis in den September reicht, wird die Heuschnupfensaison bis in den Herbst hinein verlängert.

Vorsicht bei Allergikern

Regelmäßig leiden Ragweedallergiker auch an einer Asthmasymptomatik. Besondere Vorsicht sollte man auch bei direktem Kontakt mit der Pflanze walten lassen. Vorsorglich sind Handschuhe zu tragen, da Hautreaktionen nicht ausgeschlossen werden können.

Vom Land Niederösterreich ging eine Untersuchung aus, bei der sich herausstellte, dass bereits  ca. 11% der Getesteten an einer Ragweedallergie leiden. Dabei war auch ein deutliches Ost-West-Gefälle in der Verteilung zu beobachten. Der Seewinkel im Burgendland war bei der Untersuchung die am stärksten betroffene Region.

Was hilft gegen Ragweed-Pollen?

Die immer noch wirksamste Methode bei Allergien ist die bestmögliche Vermeidung von Kontakt mit den auslösenden Stoffen. Aufgrund des kleinen Umfangs und dem geringen Gewicht, werden die Pollenkörner tagsüber durch die Thermik vertikal nach oben befördert. Gegen Abend, und in der Nacht, sinken die Pollen wieder ab, was regelmäßig zu höchster Pollenkonzentration führt.

Bei einer leichten Allergie, kann bereits die Einnahme von Antihistaminika durchaus vielversprechend wirken. Bei schweren Reaktionen jedoch wird oftmals auch die Einnahme von Nasensprays mit Kortison empfohlen. Betrifft die Allergie auch die Bindehaut, helfen meist vom Augenarzt empfohlene Augentropfen.

Eine weitere Therapiemöglichkeit gibt es durch die Immuntherapie. In regelmäßigen Abständen wird dabei das Immunsystem mit den Ragweed-Pollen belastet um so dem Körper dabei zu helfen eine Toleranz gegen die Allergene zu entwickeln.

Behandlung mit Akupunktur

Die TCM (Traditionell Chinesische Medizin) verbindet Allergien mit einem gestörten Fluss des Qi im Körper. Durch das Setzen von feinen Akupunkturnadeln versuchen Ärzte/innen diese Störungen zu beheben.

Dabei beginnt die Behandlung idealerweise meist bereits einige Wochen vor der akuten Phase der allergischen Reaktion, um das Immunsystem auf die Belastung vorzubereiten. Während einer Pollensaison eignet sich die Behandlung auch gut um Symptome zu lindern. Der große Vorteil an einer Behandlung durch Akupunktur ist die Vermeidung der Einnahme von Medikamenten.

Auch für Kinder ist eine Akupunktur gegen die Ragweed-Allergie möglich. Anstelle von Akupunkturnadeln kommen jedoch Softlaser zur Anwendung.


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Autor: Dr. Sabina Wansch
Infos zum Autor: https://www.dr-wansch.at/
Erstellt am: 04.08.2020
Überarbeitet am: 26.12.2020

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