Pseudokrupp

Pseudokrupp (Laryngitis subglottica) tritt zumeist bei Kindern durch eine Virusinfektion auf. Durch die Kehlkopfentzündung werden die oberen Atemwege eingeengt, das Kind hustet bellend und leidet unter Atemnot. Vorwiegend in der kalten Jahreszeit erkranken Kinder in einem Alter von 9 Monaten bis viereinhalb Jahren (seltene Fälle bis 10 Jahren) an Pseudokrupp.

PseudokruppPseudokrupp ist eine Erkältungskrankheit mit bellendem Husten und Atemnot. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Beim Pseudokrupp oder Laryngitis subglottica handelt es sich um eine durch Viren verursachte, hauptsächlich bei Kindern auftretende, Erkältungskrankheit. Die Schleimhaut schwillt an und weiters sorgen Muskelkrämpfe (Spasmus) im unteren Kehlkopfausgang und dem oberen Luftröhrenbereich für eine Einengung. Bellender Husten und Atemnot sind die Folge.

Der Ausbruch von Pseudokrupp verlegt sich weitgehend in die kalte Jahreszeit. Betroffen sind vor allem Kleinkinder im Alter von neun Monaten bis zu viereinhalb Jahren. In diesem Kindesalter ist der Kehlkopfbereich noch relativ eng. Die Häufigkeit an Pseudokrupp zu erkranken liegt bei etwa 15 % aller Kinder dieser Altersgruppe. Vermehrt tritt Pseudokrupp außerdem in Regionen mit starker Luftverschmutzung auf.

Die Ursache von Pseudokrupp und die Übertragung des Erregers

Verursacher für eine Pseudokrupp-Erkrankung ist eine Virusinfektion, wobei 50 % aller Fälle durch Parainfluenza-Viren ausgelöst werden. Auch andere Viren wie Grippe,- RS,- Rhino- oder Masernviren können für Pseudokrupp verantwortlich sein.

Der jeweilige Erreger erreicht den künftigen Patienten durch Tröpfcheninfektion, also Husten, Niesen oder Küssen und bleibt in der Luft nur für wenige Stunden ansteckend. Darum gibt es in der Regel keine Ansteckung durch Spielsachen oder Kleidung.

Forciert wird eine Erkrankung durch Luftverschmutzung, schlechte Innenluft (Zigarettenrauch) oder auch durch bereits bestehende Allergien. Andere Formen von Pseudokrupp sind der rein allergische, spastische Krupp oder auch ein durch bakterielle Infektionen (durch Bakterien wie Pneumokokken oder Staphylococcus aureus) ausgelöster Krupp.

Symptome von Pseudokrupp

Gehen dem Pseudokrupp die typischen Beschwerden einer Erkältungskrankheit voraus (Schnupfen, Fieber, Husten), tritt besonders abends und nachts ein trockener, bellender Husten auf. Neben dem Husten kommen die charakteristischen Symptome wie Heiserkeit und Atemnot hinzu. Atmet das Kind ein, hört man pfeifende Geräusche. In manchen Fällen kann das Ausmaß bedrohlich werden. Eine schwere Atemnot besteht:

  • wenn sich die Haut beim Kind (Beispiel über den Rippen) sichtbar einzieht
  • wenn die Nasenflügel des kleinen Patienten beim Atmen sichtlich beben
  • wenn das Kind beim Atmen zunehmend „pfeift“
  • wenn das Kind sehr blass wird
  • wenn sich die Lippen des Kindes bläulich verfärben
  • wenn sich die Atmung des Kindes beschleunigt

Meistens verschwinden die Symptome rasch wieder ganz von selbst. Unterstützend wirkt ein feuchtes, frisches und kühles Raumklima. Wenn sich die Symptome in den darauf folgenden Nächten wiederholen, verlaufen sie meist milder. Ein sehr schwerer Pseudokrupp ist eher die Ausnahme.

Behandlung von Pseudokrupp

Untersuchung PseudokruppMeist heilt der Pseudokrupp von selbst aus, eine rasche Behandlung verhindert einen schweren Verlauf (Foto by: dolnikov / Depositphotos)

Zumeist heilt der Pseudokrupp von selbst aus, eine schnelle Behandlung verhindert einen schweren Verlauf. Sehr selten kann Pseudokrupp bei zu später oder mangelhafter Therapie mit dem Tod des Kindes enden. Tritt schwere Atemnot ein, ist ein Notarzt zu rufen.

Die richtige Behandlung

Ist die eindeutige Diagnose gestellt und eine Kehldeckelentzündung ausgeschlossen, wird sofort mit der Behandlung begonnen. Eine gute häusliche Pflege und viel Geduld und Zuneigung helfen dem Kind am meisten. Je nach Schwere des Pseudokrupps werden auch Medikamente eingesetzt. Allgemeine Maßnahmen sind:

In jedem Fall ist ein Arzt zu konsultieren

  • das Raumklima sollte frisch, feucht und kühl sein (Luftbefeuchter, nasse Handtücher aufhängen, lüften, etc.)
  • das betroffenen Kind ist zu beruhigen, einfach in den Arm nehmen, etwas vorsingen oder vorlesen
  • das Fieber soll gesenkt werden, Wadenwickel, Fieberzäpfchen
  • das Kind sollte viel trinken (Saft, warme Suppen)
  • Dampfbehandlung: mit dem Kind ins Bad gehen, dass vorher durch das Aufdrehen der heißen Dusche quasi zum Dampfbad gemacht wurde, eine Viertelstunde drin bleiben

Wird der Pseudokrupp schwerer, es kommt also zu zunehmender Atemnot, gibt es als Basismaßnahmen Beruhigungsmittel oder Sauerstoff- und Kortisonzäpfchen. Bei sehr schweren Fällen mit extremer Atemnot sind Adrenalininhalationen und eventuelle Beatmungsmaßnahmen wie eine Intubation oder eine Mund-zu-Mund Beatmung vonnöten.

Schlimmstenfalls ist ein Luftröhrenschnitt notwendig. Eine häusliche Pflege ist bei schweren Fällen nicht mehr möglich, das Kind muss stationär behandelt werden. In der Regel schlafen die Kinder nach einem Hustenanfall erschöpft ein. Eine normale Pseudokrupp-Erkrankung dauert zwischen zwei und vier Tagen.

Kann man Pseudokrupp vorbeugen?

Es gibt keine speziellen Vorbeugungsmaßnahmen gegen Pseudokrupp. Ein gesundes Raumklima zu schaffen ist eine gute Maßnahme, also das Kind keinesfalls Zigarettenrauch auszusetzen. Auch ist es gut, das Kind oft auf der frischen Luft spielen zu lassen.

Anmerkung: Es ist umstritten und nicht einwandfrei erwiesen, dass Pseudokrupp vor allem in Raucherfamilien auftritt. Vieles spricht für eine Verschlimmerung der Hustenanfälle wenn in der Familie in geschlossenen Räumen geraucht wird. Auch gehen die Meinungen punkto der Behandlungsmaßnahmen Zuhause auseinander, darum unser Tipp: immer den Arzt fragen.


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